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Spenden für Hilfstransporte nach Rumänien gesucht

Foto: WAZ FotoPool

Neviges.   Seit 19 Jahren organisiert Monika Schlinghoff für die Rumänienhilfe Oldenburg-Rastede Sammeltransporte für Spenden. Bei einem Besuch war sie erschüttert über die Armut. Am 14.11.2015 startet der nächste Transport.

Sie hat befürchtet, was sie in diesem Land erwartet. „Deshalb habe ich mich bisher immer mit Erfolg gedrückt, dorthin zu fahren“, sagt Monika Schlinghoff. Seit nunmehr 19 Jahren organisiert die engagierte Nevigeserin die Sammelaktion für die Rumänienhilfe Oldenburg-Rastede. Was sie bei ihrer Reise anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Caritas in Satu Mare erlebte, übertraf ihre schlimmsten Vorstellungen. Ihr Appell: „Wir dürfen diese Menschen dort nicht vergessen, müssen vor Ort ihre Not lindern.“ Der nächste Transport startet am 14. November.

Vier Tage war Monika Schlinghoff insgesamt unterwegs, davon zwei Tage in Satu Mare. „Bis Budapest sind wir geflogen, dann ging es 350 Kilometer über die Autobahn. Als wie die verlassen hatten, wussten wir, was uns erwartet.“ Verfallene Häuser, Haushalte ohne fließendes Wasser und ohne Strom, eine kaum vorstellbare Armut. Sehr herzlich sei der Empfang im Haus der Caritas in Satumare gewesen. Vier Frauen kochen dort täglich für 100 Menschen, für Kinder, Obdachlose, Senioren. Im „Altenclub“, so erzählt Monika Schlinghoff, müssten sich die Menschen morgens entscheiden, ob sie heizen oder essen möchten: „Beides geht nicht, das ist zu teuer.“

Nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ hatten Monika Schlinghoff und ihre Kollegen einen ganzen Koffer voll mit Wolle, Stricknadeln und Größentabellen mitgebracht. Die Stricknadeln klapperten, „auf unsere Socken haben sie sich richtig drauf gestürzt.“

Pferdefuhrwerke mit Holzwagen, zerlumpte Menschen, völlig verfallene Häuser. Was das Team auf dem Weg zu dem etwa 40 Kilometer entfernten heilpädagogischen Zentrum erlebt habe, „das ist in der heutigen Zeit einfach nicht denkbar“, resümiert die Organisatorin der Hilfstransporte. Sehr ans Herz gingen ihr auch die schwerstbehinderten jungen Menschen im Alter von 15 bis 30 Jahren, die hier liebevoll und fachmännisch versorgt werden. „Ein Mädchen, so ungefähr 16 Jahre, das sprach mich immer mit Mama, Mama an“, erinnert sich Monika Schlinghoff, ihre Augen werden dabei feucht. Das Mädchen, das anfangs noch nicht einmal sitzen konnte, so wurde ihr von den Mitarbeitern dort berichtet, habe in der Einrichtung enorme Fortschritte gemacht.

Viele Behinderte erführen jedoch kaum Förderung. „Wenn sie nicht in eine Einrichtung kommen, sondern in der Familie bleiben, dann erhält die Familie Geld“, erklärt Monika Schlinghoff, die bekennt: „Ich musste da zwischendurch raus, es ging nicht mehr. Ich habe in diesen zwei Tagen so viel geweint wie in 20 Jahren nicht mehr.“ Was die Mitarbeiter der Caritas in jenem Heim und überhaupt im ganzen Land leisteten, so viele Hüte könne sie gar nicht ziehen.

All diese Einrichtungen brauchen jedoch dringend Kleidung, auch Haushaltswaren wie Geschirr und Besteck sowie haltbare Lebensmittel wie Reis, Zucker, Mehl, Kekse. Durch die Dürre der letzten Monate konnte kaum Mais geerntet werden, es droht eine Hungersnot. Seitdem die Sachspenden an die Caritas um 50 Prozent zurückgegangen seien, werde hier alles benötigt. „Nur bitte keine Möbel, die können wir einfach nicht transportieren.“

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