Denkmal

Spannende Einblicke in das entkernte Schloss Hardenberg

Antje Buchholz, Architektin der Stadt Velbert und für das Projekt Schloss Hardenberg verantwortlich, zeigt, aus welchen Bauphasen welche Gebäudeteile stammen. An der Nordseite soll ein neuer Treppenturm entstehen.

Antje Buchholz, Architektin der Stadt Velbert und für das Projekt Schloss Hardenberg verantwortlich, zeigt, aus welchen Bauphasen welche Gebäudeteile stammen. An der Nordseite soll ein neuer Treppenturm entstehen.

Foto: Editha Roetger

Neviges.  Vor 15 Jahren wurde das Schloss in Velbert-Neviges aus Sicherheitsgründen geschlossen. Besucher konnten sich jetzt in dem alten Gemäuer umsehen

Wasser wird er nie wieder führen, der ehemalige Wassergraben von Schloss Hardenberg. Dafür wird es aber einen zusätzlich Turm geben: einen Treppenturm an der Nordseite. Soviel durfte und wollte Architektin Antje Buchholz, die zwölf Besucher und Besucherinnen im Rahmen des SPD-Sommerprogramms um und in die Baustelle Schloss Hardenberg führte, verraten.

Vor 15 Jahren wurde das Schloss Hardenberg aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Teilnehmer konnten sich, gerüstet mit festem Schuhwerk und phasenweise auch mit Schutzhelmen ausgestattet, einen der Hauptgründe für die Schließung in den Gewölbekellern des Hauses ansehen. „Das Kellergewölbe muss statisch ertüchtigt werden,“ erläuterte Buchholz. Ein Versatz in einem der Kellergewölbe war der Grund dafür, dass der Keller komplett durch Balken abgestützt werden musste. Was bei der Führung zu manch engen Durchgängen führte.

„Jetzt ist Geld da“

Die Führung selbst begann allerdings schon außerhalb, auf den Wehranlagen, die bereits saniert wurden. „Jetzt ist das Geld da,“ freute sich Heike Möller, Leiterin des städtischen Planungsamtes. Das Problem bei alten Häusern sei, dass sich viele Probleme erst zeigen, wenn man sie öffnet. Beim Schloss liege nun schon fast alles offen, weshalb der Sanierungsaufwand gut geplant werden kann.

Konzept wird nun diskutiert

Heike Möller ist unter anderem für die Beschaffung von Fördergeldern zuständig. Bislang konnten die Vorburg sowie die Wehranlagen, die Kasematten, saniert werden. Für mehr reichte es 2015 nicht, damals wurde die Denkmalförderung des Landes fast gänzlich eingestellt. Das Schloss war zumindest vor weiterem Verfall geschützt. Vom Bund stehen jetzt insgesamt 4,1 Millionen Euro abrufbereit. „Das ist sicher“, betonte Heike Möller. Nun kann die Stadt das Haupt- und Mühlengebäude sowie die Außenanlagen sanieren. Der gleiche Betrag muss von der Stadt Velbert aufgebracht werden und ist bereits rückgestellt. Das Konzept für das Ensemble ist geplant und wird in der nächsten Bezirksausschusssitzung am 24. September diskutiert.

Erlebnisausstellung geplant

Stimmt später der Rat zu, gehen die Vorschläge zur Denkmalbehörde nach Bonn. Nur so viel verriet Antje Buchholz: Das Schloss soll ein touristischer Magnet mit einer Erlebnisausstellung im Hauptgebäude werden und es ist keine städtische Nutzung vorgesehen. Ute Meulenkamp, Rats- und SPD-Mitglied sowie die Organisatorin der Führung pflichtete dem bei. „Viel mehr kann ich noch nicht verraten“, bedauerte Buchholz.

Schloss Hardenberg ist auf der einen Seite zwei, auf der anderen Seite dreigeschossig, hat außergewöhnliche Wehranlagen und wurde von einer Burg zu einem Schloss umgebaut. „Es sind eine Menge Namen“, so die Architektin, die sich mit dem Haus intensiv auseinandergesetzt hat: „Die Baugeschichte verläuft parallel zum Eigentümerwechsel.“

Baubeginn ist 2021 möglich

Putzversuche an einer Stelle des Schlosses seien immer gescheitert, weil es im Haus schon früh eine Toilette gegeben habe, deren Mineralien aus den Fäkalien das Mauerwerk verändert habe, ergänzte Meulenkamp eine Ausführung.

„Erst wenn der Förderbescheid im nächsten Jahr kommt, beginnen die Ausschreibungen,“ berichtete Buchholz. Anfang 2021 können man mit dem Baubeginn rechnen.

Neuer Treppenturm an der Nordseite

Um Fluchtwege und Barrierefreiheit zu schaffen, ist ein neuer Treppenturm auf der Nordseite geplant. „Auch das Denkmalamt hat dies jetzt akzeptiert“, so Buchholz. Aus Respekt vor dem Altbestand soll zwischen Schloss und Treppenturm eine Fuge bleiben: „Wir sind überzeugt davon, dass wir es gut und mit hoher Qualität hinbekommen.“ Die Mansarde werde allerdings nicht barrierefrei.

Gastronomie in der Mühle

Für die ehemalige Mühle an der Bernsaustraße, die erst Mitte des 19. Jahrhunderts aus den Steinen eines abgerissenen Turms erbaut wurde, sei Gastronomie geplant, soviel könne sie auch schon verraten.

Im Inneren gab es soviel zu entdecken, dass eine erklärende Fotostrecke online diesen Artikel ergänzt. Gut anderthalb bis zwei Jahre werden vergehen, bis mit den Arbeiten im Schloss begonnen wird.

Weitere Bilder vom Rundgang in Schloss Hardenberg finden Sie aus waz.de/Velbert.

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