Kampfkunst aus Fernost

Shaolin Zentrum Langenberg wird 20 Jahre alt

Auch Selbstverteidigungskurse gibt „Shifu“ Thomas Malz (l.) regelmäßig in seinem Shaolin Zentrum Langenberg.

Auch Selbstverteidigungskurse gibt „Shifu“ Thomas Malz (l.) regelmäßig in seinem Shaolin Zentrum Langenberg.

Foto: Uwe Möller

Langenberg.   1997 gründete Thomas Malz das Shaolin-Zentrum. Heute trainiert er 180 Schüler – nicht nur in körperlicher Fitness. Es geht auch um mentale Kraft.

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Das Shaolin Zentrum Velbert Langenberg feiert Geburtstag: Seit mittlerweile 20 Jahren sorgt Inhaber Thomas Malz in seiner „Schule für altchinesische Bewegungskunst“ dafür, dass seine Schüler sich nicht nur körperlich fit halten, sondern auch den Geist trainieren. Angefangen hat er 1997 in der Uferstraße mit 30 Schülern, 2001 zog die Schule aufgrund akuten Platzmangels um. Mittlerweile sind es 180 Sportler, die Woche für Woche in die Vosskuhlstraße zum Training kommen. Altersmäßig reicht die Spanne vom vierjährigen Kindergartenkind bis zur Rentnerin, die die 70 bereits überschritten hat.

Über Judo und Jiu Jitsu kam er zum Kung Fu

Tai Chi, Qi Gong und Shaolin Kung Fu stehen zur Auswahl. „Ich selbst habe in jungen Jahren mit Judo und Jiu Jitsu begonnen, erstmal nur mit dem Ziel, wehrhaft zu sein“, erzählt „Shifu“ (Lehrer) Malz, der eigentlich gelernter Koch ist. „Dann habe ich zum Kung Fu gewechselt und bin Trainer und Gruppenleiter geworden. 1995 war ich dann bei einem Lehrgang von Shaolin-Mönchen in Essen.“

Was er dort lernte, beeindruckte ihn so sehr, dass er sein Auto zu Bargeld machte und im Jahr darauf nach China flog, um vor Ort bei den Mönchen in Shaolin weiterzulernen – zum ersten, aber nicht zum letzten Mal. Seitdem erweitert Malz im Schnitt alle zwei Jahre vor Ort sein Können, spricht auch selbst etwas Chinesisch und bringt es seinen Schülern bei. Malz: „Bis zehn zählen können alle nach einer Weile und andere wichtige Begriffe lernen sie beim Training.“

Meist kämpft man mit imaginären Gegnern

Beim Training, das in einem Übungsraum stattfindet; der mit einem Hausaltar ausgestattet ist auf dem unter anderem ein Buddha sitzt, wo sich Trainingswaffen wie Stöcke und Säbel finden, wo auch Utensilien für den Drachentanz gelagert werden – ein bisschen China mitten in Langenberg. Festgelegte Bewegungsabläufe werden beim Shaolin Kung Fu, das vor weit über 1000 Jahren entwickelt wurde, trainiert, „meist gegen einen imaginären Gegner“, erklärt Malz. Körperliche Stärke ist dabei nicht alles, „die Faszination des Sports liegt gerade darin, dass die Schüler sich auch geistig weiterentwickeln, Selbstdisziplin lernen, sich ein Stück weit selbst erziehen.“

Kung-Fu-Training „Em Klösterken“

Dabei geht es familiär zu: Schüler und Lehrer duzen sich und auch bei privaten Problemen hat Malz ein offenes Ohr für seine Schüler. Im vorderen Teil der Schule, die früher ein Restaurant war – passenderweise mit dem Namen „Em Klösterken“ – ist Platz für wartende Eltern oder auch für Plauderrunden nach dem Training.

Wer nicht kämpfen will, hat auch die Möglichkeit, sich mit Kräuterkunde, traditioneller chinesischer Medizin oder Massage zu befassen – kurz: Das Angebot ist groß. Auch mit Schulen kooperiert Malz und bringt in Projektwochen sein Wissen an den Schüler und die Schülerin. Und oft steckt darin auch viel fernöstliche Lebensphilosophie – zum Beispiel, wenn er sagt: „Erstes Ziel ist es immer, körperlichen Konflikten aus dem Weg zu gehen.“

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