Gericht

Sechs Jahre Haft für Überfall auf eine Velberter Tankstelle

Das Wuppertaler Landgericht hat den Mann aus Duisburg zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Das Wuppertaler Landgericht hat den Mann aus Duisburg zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Foto: Jan-Philipp Strobel / dpa

Wuppertal.  Das Wuppertaler Landgericht hat einen Duisburger zu Gefängnis wegen Raubes verurteilt. Der Täter verletzte den Kassierer und auch sich selbst.

Für einen Tankstellenüberfall mit blankem Messer in der Velberter Innenstadt muss ein 29 Jahre alter Angeklagter ins Gefängnis. Bei der Tat vom Abend des 12. August 2019 verletzte er mit seiner rasiermesserscharfen Waffe einen Kassierer. Das Landgericht in Wuppertal verurteilte den vorbestraften Angeklagten aus Duisburg zu sechs Jahren Gefängnis. Er hatte gestanden. Bewährung ist bei dieser Höhe ausgeschlossen.

Der Täter verlor beinahe seinen Finger

Der 29-Jährige verlor bei seiner Tat beinahe einen Finger, nachdem er sich im Kampf selbst geschnitten hatte. Der Angeklagte soll früher in einer Tankstelle gearbeitet haben. Er hatte vor seiner Tat eine volle Stunde an einem Bistrotisch im Verkaufsraum gesessen und Kaffee getrunken. Die ganze Zeit befand er sich im Sichtbereich mehrerer Kameras. Den Richtern sagte der Angeklagte: Er habe aus Angst gezögert. Die Sicherheits-Videos spielte das Gericht im Prozess vor. Sie zeigen, dass der Mann schließlich aufstand, hinter die Theke trat und mit vorgehaltenem Messer „Geld her, oder ich stech‘ Dich ab“ vom Kassierer forderte.

Der Kassierer hatte Todesangst

Der 27 Jahre alte Mitarbeiter der Tankstelle gab alles Papiergeld heraus. Zu Gegenangriff und Kampf soll es in einem Nebenraum gekommen sein, nachdem der Angeklagte weiteres Geld gefordert habe. Der Kassierer sagte, er habe Todesangst gehabt. Über den Angeklagten sagte er: „Der war richtig aggressiv.“ Der Kassierer entwand dem Angeklagten die Waffe. Der soll dabei mit voller Kraft an die Klinge gegriffen haben. Er flüchtete schwer verletzt und ließ sich in einer Klinik außerhalb unerkannt notoperieren. Der Kassierer rief um Hilfe.

Die Beute betrug knapp 1000 Euro

Schließlich kamen Nachbarn, dann Rettungsdienst und Polizei. Seine Verletzungen sollen bis auf eine Narbe ausgeheilt sein. Die Beute betrug knapp 1000 Euro. Der vorsitzende Richter stellte zur Tat fest: „Das war schon heftig.“ Der Angeklagte hat bestätigt, am Tag vor dem Überfall die Tankstelle ebenfalls besucht zu haben. Er habe sich da schon den Raub vorgenommen gehabt, ihn dann aber aufgeschoben. Unwiderlegt hatte er bei diesem ersten Versuch kein Messer dabei.

Richter droht mit Sicherungsverwahrung

Die Strafe des Mannes ist bereits rechtskräftig. Sie entspricht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der vorsitzende Richter riet dem 29-Jährigen: „Passen Sie auf. Noch so ein Ding, wenn Sie wieder raus sind, und Sie kommen in Sicherungsverwahrung.“ Der Angeklagte muss den Schaden zurückzahlen. Er hat zusätzlich drei Gefängnisstrafen aus früheren Verurteilungen zu verbüßen, für die er zunächst Bewährung erhalten hatte.

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