Samstagsinterview zur Bundestagswahl

Schlüsselregion bundesweit bekannt machen

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese mag den Herminghauspark.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese mag den Herminghauspark.

Foto: WAZ FotoPool

Samstagsinterview mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Kerstin Griese. Soziale Gerechtigkeit ist der Ratingerin Herzensangelegenheit. Absage an Betreuungsgeld

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Warum soll man Sie und keinen anderen in den Deutschen Bundestag wählen?

Weil mir soziale Gerechtigkeit ein Herzensanliegen ist und ich mich in den Städten meines Wahlkreises für die Menschen engagiere. Dabei konnte ich in Berlin schon einiges erreichen, z. B. in der Familienpolitik mit dem Ausbau der Kinderbetreuung und dem Elterngeld.

Was qualifiziert Sie für ein solches Mandat?

Ein gutes Gespür für die Themen, die den Menschen wichtig sind. Ich bin immer ansprechbar. Ehrlichkeit ist mir sehr wichtig. Ich hoffe, mit meiner Bundestagsarbeit werden Kompetenz und politische Erfahrung verbunden, besonders bei sozialpolitischen Themen.

Wenn Sie in Berlin mitreden dürfen, was würden Sie als erstes wieder rückgängig machen?

Das Betreuungsgeld, das ist die Prämie dafür, keinen Kitaplatz zu nutzen. Ich würde dieses Geld in den notwendigen weiteren Ausbau qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung stecken.

Und was als Neues anpacken?

Den flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 €. Es ist ein Skandal, dass so viele Menschen in Deutschland zu viel zu geringen Löhnen arbeiten und sogar noch auf Unterstützung vom Staat angewiesen sind. Unser Land ist wirtschaftlich stark, aber es muss auch sozial gerechter werden.

Wie wollen Sie sich für Velbert und Heiligenhaus einsetzen?

Ich werde dafür sorgen, dass der Bund seinen Verpflichtungen zum Bau der A 44 nachkommt, hier muss das geplante Geld tatsächlich fließen. Das Programm „Soziale Stadt“ muss wiederbelebt werden, das hilft vielen Stadtteilen. Außerdem will ich die Schlüsselregion bundesweit bekannter machen und für unsere Region werben.Ihre Wunsch-Koalition bestünde aus…?

Einer starken SPD mit den Grünen als Partner.

Warum sind Sie Mitglied Ihrer Partei geworden?

Weil ich mich dafür engagiere, dass wir aus der Geschichte lernen und unsere Zukunft demokratisch gestalten. Weil ich mich gern für andere Menschen einsetze. Und wegen Willy Brandt, dessen Politik mich als Jugendliche beeindruckt hat.

Haben Sie ein politisches oder anderes Vorbild?

Ein direktes Vorbild habe ich nicht, aber Johannes Rau hat mich geprägt. Hannelore Kraft ist eine starke Frau, deren Arbeit ich sehr schätze.

Wenn Sie sich für eine lange Bahnreise einen Sitznachbar aussuchen dürften, wer wäre das?

Campino von den „Toten Hosen“.

Welches Buch lesen Sie zurzeit?

Ich lese gerade „1913. Der Sommer des Jahrhunderts“ von Florian Illies. Ich finde es spannend, wie modern Europa vor 100 Jahren wurde, bevor durch die beiden Weltkriege vieles wieder zerstört wurde.

Was bringt Sie so richtig auf die Palme?

Ungerechtigkeit und Rassismus.

Womit können Sie anderen so richtig auf die Nerven gehen?

Ich rede manchmal zu schnell – aber ich arbeite daran, dass das besser wird.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Ein Lebensmotto habe ich nicht, aber mir gefällt der Satz von Hannah Arendt: „Politik ist angewandte Liebe zum Leben.“

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