Kleinkunst

„Schlüssel-Comedy“ begeistert Publikum

Da guckst du: Salim Samatou gefiel dem Publikum als blitzschneller Stand-up-Künstler.

Foto: Alexandra Roth

Da guckst du: Salim Samatou gefiel dem Publikum als blitzschneller Stand-up-Künstler. Foto: Alexandra Roth

Velbert-Mitte.   Rund 100 Gäste hatten Spaß bei der ersten „Schlüssel-Comedy“ im Sportzentrum. Fünf Künstler hatte Initiator Bora-Ahmet Altun eingeladen.

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Schlüssel-Stadt, Schlüssel-Gericht und seit Samstag gibt es die Schlüssel-Comedy. Bora-Ahmet Altun hat dazu eingeladen. Warum? „Man sieht’s, der Laden ist voll“, freut sich der Musiktherapeut Altun. Rund einhundert Gäste sind ins Karsten’s in das Sportzentrum gekommen, um die erste Schlüssel-Comedy vor Boras selbstgebauter Bühne mitzuerleben. Fünf Comedians hat der Velberter eingeladen.

Erstaunen über die beliebtesten Vornamen

Salim Samatou eröffnete das Programm. Als Halb-Marokkaner und Halb-Inder ist er erstaunt über die jährlichen Listen der beliebtesten Vornamen der Deutschen. In Marokko gebe es seit 2000 Jahren einen Lieblingsnamen: Mohammed. Über den Namen Eberhard amüsiert er sich köstlich und stellt Überlegungen an, dass so einer direkt als Rentner zur Welt käme und Falschparkern Tickets gäbe. Erstaunt zeigt er sich ebenso über den Städtenamen Velbert, noch verwunderter über die Bezeichnung der Bewohner „Fellbetter. Die Nicht-Velberter schlafen demnach nackt? Respekt.“ Samatou ist ein blitzschneller Stand-up-Künstler, der fantasievoll mit dem Publikum interagiert.

Das harten Leben eines Comedians

Comedian Cüneyt Akan hat ein anderes Problem: Er wurde von einer älteren Dame erkannt – allerdings als Sükrü von dem Trödeltrupp einer Fernsehsendung. Als Comedian sei das hart. Trotzdem sei er glücklich, da verheiratet. Doch das bringe auch Probleme mit sich: Ja, resümiert er, eine Ehe sei schnell geschlossen, „schneller als eine Mikrosoftdatei. Da wird wenigstens noch gefragt: Wollen Sie die Datei wirklich schließen? Denken sie daran: Sie haben noch Träume und Wünsche in der Zwischenablage.“

Kabarettist Norman Sosa hat gleich zwei Sorgen: Seinen Namen und sein Single-Dasein. Mutter Iranerin und Vater Kongolese und dann der Althochdeutsche Name mit der Bedeutung der „Mann aus dem Norden“. Er versteht es nicht, fragt seinen Vater, aber der lache. Mit ihm auch das Publikum.

Amjad mit dem Rucksack ist halb Palästinenser und bisweilen erstaunt über die deutsche Sprache und Traditionen. Begriffe wie Kindpinkeln und Frühshoppen haben ihn verwirrt. Nun könne er sie klassifizieren: als Saufen. Peinlich sei es aber doch gewesen, als sein Trainer die Mannschaft nach einer gewonnenen Meisterschaft am Sonntagmorgen zum Frühshoppen einlud. Sofort habe er seiner Freundin geschrieben, dass sie am nächsten Morgen einkaufen gehen würden, die aber zurückschrieb, dass Sonntag sei und die Geschäfte geschlossen hätten. Das sagte er dann seiner Mannschaft – sein türkischer Kollege beschwichtigte; es sei verkaufsoffener Sonntag.

Erfrischende Mischung begeisterte das Publikum

Die Comedians mit Migrationshintergrund treibt gemeinsam ein Thema an: Rassismus und deren Vorurteile. Mit Humor und Querdenken versuchen sie – zeitweise bis zur äußersten Schmerzgrenze – die Schranken aufzuheben und die Welt dazwischen zu zeigen, den Menschen. Dann wird auch die fremde Kultur nahbar. Bora hat eine erfrischende interkulturelle Mischung auf die Europaletten-Bühne gebracht. Mit seinen Moderationsnummern findet er galante Kurven zu seinen Gästen. Dabei bezieht er das Publikum und deren Lachen sympathisch ein. Großartig kann man nur dazu sagen.

<<<GETRÄNKEKARTEN- ERLÖS IST FÜR DIE MUSIKSCHULE VELBERT BESTIMMT

Getränkekarten mit Guthaben können am Ende wieder ausgezahlt werden, erklärt Bora oder aber in eine Spendenbox gesteckt werden.

Der Erlös kommt der Musikschule Velbert zugute, für die sich Bora Altun engagiert. „Schade, dass das Geld fehlt. Ich möchte dort weiterhin eine Bühne für Kinder schaffen

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