Schule

Rektor alarmiert wegen verdreckter Räume das Gesundheitsamt

Schulleiter Uwe Heidelberg prangert die hygiensche Zustände in seiner Schule an. Die Stadt Velbert hat eine externe Firma mit der Reinigung beaufttragt.

Schulleiter Uwe Heidelberg prangert die hygiensche Zustände in seiner Schule an. Die Stadt Velbert hat eine externe Firma mit der Reinigung beaufttragt.

Foto: Victor Gurov

Tönisheide.  Der Rektor der Kölver Schule hat das Gesundheitsamt alarmiert. Uwe Heidelberg sieht durch verdreckte Räume die Gesundheit der Schüler gefährdet.

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An der Decke wabern Spinnweben, auf der Treppe liegt ein schmieriger Film, hässliche Flecken verunzieren die Fenster. Einladend sieht es in den Räumen der Heinrich-Kölver-Schule wahrlich nicht aus. Schulleiter Uwe Heidelberg sieht durch den Dreck gar die Gesundheit seiner Schüler gefährdet und schaltete wegen „katastrophaler hygienischer Zustände“ das Gesundheitsamt des Kreises Mettmann ein.

Stadt vergab Auftrag an eine externe Firma

Bis Mitte 2017 sorgten städtische Putzkolonnen an der Maikammer 53 für Sauberkeit, bis dahin gab es nichts zu beanstanden. Mit Beginn des letzten Schuljahres hat die Stadt dann die Reinigung an eine externe Firma übertragen, seitdem hagelt es Beschwerden. Das ist der einzige Punkt, in dem Einigkeit herrscht zwischen Schulleitung und der Stadt Velbert als Schulträger. Uwe Heidelberg wirft der Stadt Versäumnisse vor.

„Der Ortstermin blieb folgenlos“

„Toiletten werden nur noch sporadisch geputzt, Mülleimer nicht geleert. Und die Stadt rührt sich nicht“, so sieht es Uwe Heidelberg, der mit der Meldung an das Gesundheitsamt Mettmann „die Reißleine zog“, wie er es selbst nennt, denn die Zustände seien einfach schlimm. Die von der Stadt beauftragte Firma sei augenscheinlich überfordert gewesen, er wisse, dass die Schichtleiterin rund 80 Objekte betreue. Auf Schützenhilfe seitens der Stadt, so Uwe Heidelberg, habe man vergeblich gewartet. „Ich hatte zuerst den Immobilienservice angerufen. Es gab dann wohl einen Ortstermin, der blieb aber folgenlos.“

Rektor erhebt Vorwürfe gegen Schulträger

Daraufhin habe er am 5. März den Schulamtsleiter angeschrieben: „Ich habe ihm die Situation per E-mail geschildert, da habe ich noch nicht einmal eine Lesebestätigung bekommen.“ In der Mail, so Heidelberg, habe er angekündigt, das Gesundheitsamt einzuschalten, wenn sich die Situation nicht bald bessere. „Mir hätte ja schon eine Reaktion gereicht, damit man weiß, wie der Stand der Dinge ist.“

Gestern, einen Tag nach Benachrichtigung des Gesundheitsamtes, herrschte reger Auftrieb an der Kölver Schule. Noch bevor sich diverse Pressevertreter die Klinke in die Hand gaben, machte sich, so Uwe Heidelberg, ein Stadt-Mitarbeiter ein Bild. Und kurz darauf seien Schuldezernent Gerno Böll und Dunja Enders, Abteilungsleitung Schulverwaltung, erschienen. Dazu Uwe Heidelberg: „Es wäre einfach schön, wenn von der Stadt eine Reaktion gekommen wäre, bevor man zum letzten Mittel greift.“

Stadtsprecher: „Behauptung ist belegbar unwahr“

Stadtsprecher Hans-Joachim Blißenbach indes weist die Vorwürfe des Schulleiters mit Vehemenz zurück. Es habe „zahlreiche Gespräche vor Ort“ mit dem Hausmeister, der Reinigungsfirma und der Stadt gegeben. „Die Behauptung der Schulleitung, die Stadt als Schulträger rührt sich nicht, ist belegbar unwahr.“ Und weiter heißt es in der E-mail: Bei den Terminen konnten zwar vereinzelte Reinigungsmängel festgestellt werden, doch so schlimm wie von Uwe Heidelberg angeprangert, sehe es nicht aus. „Die Objektleitung der Reinigungsfirma steht seit längerem auch direkt mit der Schule bzw. dem Hausmeister in intensivem Kontakt.“

Wiederholt habe es seitdem Gespräche mit den eingesetzten Reinigungskräften gegeben. Zuletzt, kurz vor Beginn der Osterferien, habe das Unternehmen die Reinigungskräfte in der Schule ausgetauscht. „Dass sämtliche dieser bisherigen Maßnahmen von der Schulleitung ignoriert werden und darüber hinaus mit Unwahrheiten der Weg an die Öffentlichkeit gesucht wird, ist sehr befremdlich und kann nicht nachvollzogen werden“, heißt es in der Erklärung der Stadt. Und: Andere Nutzer der Räume, wie zum Beispiel die Musikschule, hätten sich bisher nicht über dreckige Räume beschwert.

Entscheidend ist nur die Hygiene

Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes wird sich die Schule alsbald ansehen, so kündigte Daniela Hitzemann, Sprecherin des Kreises Mettmann, an. Sie betont dabei: „Wir werden gebeten nachzuschauen, es bleibt eine Angelegenheit des Schulträgers.“ Bei der Kontrolle gehe es allein um die Frage mangelnder Hygiene: Ist die Verschmutzung so groß, dass die Gesundheit von Schülern und Lehrpersonal gefährdet ist? Nur dies sei entscheidend, das Gesundheitsamt sei keine Putz-Kontrolle.

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