Filmprojekt

Realschule Kastanienallee ist Drehort für „Smombie“-Film

Thorsten Sievering gibt die Kommandos, die Schüler – vorne weg Pascal (weißer Pulli) und Kosi (schwarzer Pulli) – folgen. Der Clip wird etwa eine Minute lang, wann das Video veröffentlicht wird, hängt von der Bearbeitungszeit ab.

Thorsten Sievering gibt die Kommandos, die Schüler – vorne weg Pascal (weißer Pulli) und Kosi (schwarzer Pulli) – folgen. Der Clip wird etwa eine Minute lang, wann das Video veröffentlicht wird, hängt von der Bearbeitungszeit ab.

Foto: Alexandra Roth

Velbert-Mitte.   Filmprojekt der Velberter Realschule Kastanienallee befasst sich mit den Gefahren im Umgang mit Smartphone und Internet. Ein Besuch beim Dreh.

Wie in Zeitlupe schlurfen die Jugendlichen aus dem Schulgebäude, den Blick starr aufs Display gerichtet. Eng nebeneinander quetschen sie sich durch die Tür. „Langsamer“, brüllt Hans Starck. „Zeitlupe“. Die Jugendlichen reagieren, werden tatsächlich noch langsamer. Schließlich sind alle aus der Tür. „Ok, jetzt nochmal“, sagt Patrick Brandt, der eine Kamera mit aufgesetztem Mikrofon in der Hand hält.

Filmteam ist zwei Tage an der Realschule zu Gast

Starck und Brandt gehören zu einem Filmteam, das für zwei Tage an der Realschule Kastanienallee (RSK) zu Gast ist. Angeregt von Lehrerin Melanie Schäfer und Schulsozialpädagoge Lars Jonetat entsteht ein Kurzfilm über so genannte Smombies – ein zusammengesetzter Begriff aus Smartphone und Zombie. Das Drehbuch haben die beiden Pädagogen gemeinsam mit der Werbeagentur „Kumpel“ erarbeitet, die Umsetzung erfolgt mit Schülern aus nahezu allen Jahrgangsstufen.

„Wir haben gemerkt, dass natürlich auch die Schule von Handykonsum und Internetnutzung nicht ausgeklammert ist“, erläutert Melanie Schäfer die Hintergründe. Zwar ist es an der RSK erlaubt, Smartphones in er Pause zu nutzen – was den Unterricht schon entlaste, sagt Melanie Schäfer. Aber: „Der Umgang birgt natürlich trotzdem Gefahren.“ Cyber-Mobbing, Grooming, Sexting (s. Infobox), dazu der Faktor Zeit. „Da wollten wir was machen“, sagt Melanie Schäfer. „Der Film soll aufrütteln.“

Film ist auch ein Appell an die Eltern

Und zwar nicht nur die Schüler: „Wir appellieren auch an die Eltern. Die sehen die Problematik ja auch. Aber wir schaffen das nur, wenn wir den Schulterschluss üben.“ Dazu informiert die Schule auf Wunsch ausführlich: „Wir haben Ratgeber, Broschüren und werden mit Veröffentlichung unseres Kurzfilms auch zehn Tipps zum Umgang mit digitalen Medien auf die Homepage stellen.“ All die Angebote seien begleitend, unterstützend, erläutert die Lehrerin: „Wir wollen uns nicht hinstellen und sagen, dass wir alles besser wissen.“ Ganz im Gegenteil: „Wir wollen Mut machen, auch die Angst nehmen, sich an uns zu wenden.“

Schüler finden die Idee gut

Die Schüler wiederum finden das Filmprojekt auch gut. Nicht nur, weil sie der Inhalt direkt betrifft, sondern auch, weil die Schule ihnen anschließend Material zur Verfügung stellt, dass sie zum Beispiel bei Instagram posten dürfen. „Die Idee finde ich sehr gut“, sagt auch Pascal. Der 15-Jährige spielt eine der Hauptrollen, hat auch schon vorher Erfahrung vor der Kamera gesammelt. „Ich hab mal was fürs Fernsehen gemacht“, sagt er. Kosi ist 14 und macht auch mit. „Eigentlich ist das schon aufregend“, meint er. Und auch, dass die Filmcrew die Anweisungen fast schon im Kasernenhofton brüllt, findet er überhaupt nicht schlimm. „Das gehört dazu“, sagt er abgeklärt.

>>GEFAHREN BEI WHATSAPP UND CO.

  • Als Grooming bezeichnet man die gezielte Anbahnung sexueller Kontakte in Missbrauchsabsicht. Im Deutschen wird dieser Begriff in der Regel verwendet, wenn Erwachsene gezielt Kinder und Jugendliche ansprechen mit dem Ziel, sexuellen Kontakt mit ihnen zu haben.
  • „Sexting“ – zusammengesetzt aus „Sex“ und „Texting“ (engl. für das Senden von SMS) – meint das Verschicken und Tauschen von eigenen Nacktaufnahmen über Internet und Handy. Sexting ist bei Jugendlichen mittlerweile sehr populär. Auch wenn Sexting oft völlig unproblematisch verläuft, kann es für die Abgebildeten sehr unangenehme Folgen haben, wenn die Aufnahmen in die falschen Hände geraten oder öffentlich im Internet landen.

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