Jubiläum

Quartett in Neviges plant Klassentreffen nach 60 Jahren

Ein gutes Team: (v. l.) Reinhard Leipacher, Elfie Backhaus, Hildegard Strüning und Friedhelm de la Motte planen ihr Klassentreffen und freuen sich zudem auf ihre Diamantkonfirmation.

Ein gutes Team: (v. l.) Reinhard Leipacher, Elfie Backhaus, Hildegard Strüning und Friedhelm de la Motte planen ihr Klassentreffen und freuen sich zudem auf ihre Diamantkonfirmation.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Neviges.  Vor 60 Jahren haben 80 Schüler die Burgfeldschule verlassen. Vier Ehemalige bereiten ein Treffen vor und freuen sich auf ein weiteres Jubiläum.

Zum Glück hat Friedhelm de la Motte schon reichlich Erfahrung in der Organisation von Klassentreffen. Da geht ihm jetzt die Planung zum 60-Jährigen nach der Entlassung aus der Burgfeldschule leicht von der Hand. „Ich hab ja inzwischen eine dicke Liste mit Namen und Adressen. Schwierig waren die ersten Male, und wenn dann die Mädels noch heiraten oder umziehen...“ Die Hauptarbeit ist getan, zumal sich der 75-Jährige auf seinen harten Kern verlassen kann, mit dem er einst die Schulbank drückte: Reinhard Leipacher, Elfie Backhaus und Hildegard Strüning tauschen sich auch schon mal donnerstags auf dem Markt schnell aus. „Die Frauen hatten immer schon tolle Connections, die wussten immer, wo was und wer war“, meint Friedhelm de la Motte, und stupst Hildegard Strüning freundschaftlich an. Am Samstag, 12. Oktober, steigt die Sause im Parkhaus Seidl.

Einen Tag später folgt die nächste Feier

Genug zu tun gibt es immer. „Im Juli hab ich angefangen die Leute anzuschreiben“, erzählt de la Motte, der das Treffen bewusst auf den 12. Oktober gelegt hat, obwohl der Jahrgang im April 1959 die Burgfeldschule an der Ansembourgallee verlassen hat. Denn einen Tag später, am Sonntag, wird in der Stadtkirche weitergefeiert, da steht die Diamantkonfirmation an. „Zweimal im Jahr bekommen Sie die Rasselbande nicht zusammen, die leben ja mittlerweile in ganz Deutschland.“ Nur aus dem Ausland käme niemand mehr, einige seien tot, andere trauen sich eine weite Reise nicht mehr zu. Von den 80 Absolventen aus zwei Klassen erwartet das Quartett 14 Ehemalige. Wenn die nur halb so vergnügt sind wie diese munteren Vier, ist der Abend geritzt.

Schulfrei zum Geburtstag des Bundespräsidenten

„Ich weiß noch, bei uns haben sie die Ganzheitsmethode ausprobiert“, erzählt Elfie Backhaus lachend. „Willi hat einen Ball, werde ich nie vergessen. An der Tafel stand nicht das Wort Ball, sondern ein großer Kreis.“ Hildegard Strüning wirft ein: „Wir haben nach Buchstaben gelernt, unsere Klasse war besser. Nach einem Jahr kam nämlich der Schulrat, da haben wir vorlesen müssen.“ Ein kleiner Disput entsteht, ob die Pauker ihnen die Reinigung der Aquarien nun aufs Auge gedrückt hatten oder ob dies freiwillig geschah. Erheiterung, als Hildegard Strüning erzählt: „Und als Heuss 75 wurde, da hatten wir alle schulfrei.“ Ein freier Tag zum Geburtstag des Bundespräsidenten, das dürfte auch manchen Lehrern heute gefallen.

Mit 13 Jahren die Lehre angefangen

Acht Jahre lang haben sie ihre Volksschule besucht, wie es damals hieß. „Elfie und ich kamen schon mit fünf in die Schule, ich war 13, als ich meine Lehre zum Gas-Wasser-Installateur begann“, schmunzelt Friedhelm de la Motte, der vor einem Jahr seine eigene Firma verkauft hat. Elfie Backhaus machte 1959 eine Lehre in der Sparkasse Neviges, Hildegard Strüning hängte noch zwei Jahre Handelsschule dran und wurde danach Industrie-Kauffrau, Reinhard Leipacher war bis zu seinem 65. Lebensjahr Elektriker-Meister. „Zum Glück immer gesund.“ Was das Quartett auch nie vergessen wird: „Als die Kriegsheimkehrer in Neviges am Bahnhof ankamen, da sind wie alle hin und haben die begrüßt.“

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