Prozess

Prozess um Tankstellenüberfall beginnt

Zu Beginn der Verhandlung hat der Angeklagte die Tat zugegeben und sich entschuldigt.

Zu Beginn der Verhandlung hat der Angeklagte die Tat zugegeben und sich entschuldigt.

Foto: Oliver Berg / dpa

Wuppertal.  Ein Duisburger muss sich vor dem Landgericht Wuppertal verantworten, weil er in Velbert eine Tankstelle überfallen hat. Er räumte die Tat ein.

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Es war ein brutaler Überfall auf eine Velberter Innenstadt-Tankstelle mit schweren Folgen: Nach einem Raub im Ladenlokal des Unternehmens kam es in einem Nebenraum zum Kampf mit blankem Messer. Der Kassierer kam mit Verletzungen ins Krankenhaus. Der Angreifer schnitt sich beinahe selbst einen Finger ab. Er griff mutmaßlich in die Klinge, nachdem der Überfallene ihm die Waffe abgerungen hatte.

Angeklagter gibt den Überfall zu

Am Montag begann der Prozess vor dem Landgericht in Wuppertal. Ein 29 Jahre alter Arbeiter aus Duisburg muss sich für die Tat verantworten. Zum Prozessbeginn gab er den Überfall zu. Den Richtern erklärte er: „Ich möchte mich entschuldigen. Ich habe nur an das Geld gedacht. Ich wollte niemanden verletzen.“

Video-Aufzeichnungen belegen, dass der Angeklagte schon einen Tag vor der Tat vom 12. August im Laden der Tankstelle auftauchte. Er trank Kaffee und schaute um sich, im vollen Sichtbereich der Kameras. Bei einer Gelegenheit soll er sogar beim Kistentragen geholfen haben. Freundlich sei er gewesen. Laut eigener Angaben hatte er sich den Raub schon für diesen Abend vorgenommen. Er habe die Tat aber aus Angst aufgeschoben.

Eine Stunde lang gewartet

Am Tatabend saß er zunächst erneut über eine Stunde im Bistro-Bereich. Dann holte er ein spitzes und rasierklingenscharfes Klappmesser und eine Baumwolltasche hervor. Mit zwei Schritten trat er hinter die Ladentheke. Der 27 Jahre alte Kassierer berichtete über den Angeklagten: „Er kam wie aus dem Nichts. Plötzlich stand er da und sagte: ‚Geld her, oder ich steche Dich ab‘.“ Der Überfallene hob sichtlich zitternd die Hände, nahm die Tasche an und ging zur Kasse. Er packte sämtliche Geldscheine ein und übergab die Beute dem Angreifer.

Die Lage soll eskaliert sein, als der Angeklagte weiteres Geld forderte – aus dem Tresor der Tankstelle. Er habe den Kassierer in einen Nebenraum begleitet. Dort soll er das Handy des Überfallenen verlangt haben. Videobilder von dort gibt es nicht. Der Kassierer sagt, er habe sich wohl aus Angst zur Gegenwehr hinreißen lassen und das Messer gepackt, als der Ältere und einen Kopf größere Angeklagte kurz unaufmerksam schien. Ja, sagt der Kassierer: Er hatte Angst um sein Leben.

Flucht nach kurzem Kampf

Nach kurzem Kampf flüchtete der Angeklagte schwer verletzt. Er ließ sich in einer Klinik außerhalb unerkannt notoperieren. Eine Fahndung lief zunächst ins Leere. Der Kassierer berichtete: „Ich habe aus Leibeskräften um Hilfe gerufen. Schließlich kamen ganz viele Leute, dann auch Polizei und Sanitäter.“ Der Angeklagte stellte sich zwei Tage später der Polizei in Duisburg. Die suchte da bereits landesweit nach ihm.

Der Kassierer berichtete, er habe sich eine Woche krankschreiben lassen und arbeite nun weiter am selben Arbeitsplatz. Es gehe schon wieder. Aber nein, eine persönliche Entschuldigung des Angeklagten wolle er lieber nicht hören. Der 27-Jährige hatte sich von einem Angehörigen ins Gericht begleiten lassen.

Das Gericht will am Freitag, 15. November, weiter verhandeln und voraussichtlich am selben Tag sein Urteil verkünden.

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