Autobahn

Problem des Lochs an der A 44 in Velbert scheint gelöst

Tim Kops ist Verkehrsingenieur und Baustellen-Koordinator. Beim Ortstermin erläuterte er die aufwändige Suche nach der Ursache und die getroffenen baulichen Maßnahmen.

Tim Kops ist Verkehrsingenieur und Baustellen-Koordinator. Beim Ortstermin erläuterte er die aufwändige Suche nach der Ursache und die getroffenen baulichen Maßnahmen.

Foto: Ulrich Bangert / FUNKE Foto Services

Velbert-Mitte.  Straßen NRW kennt jetzt die Ursache für das Loch neben der A 44-Parallelfahrbahn. Baulich werden Vorkehrungen gegen eine Wiederholung getroffen.

Die Fachleute von Straßen NRW haben nicht nur eine Idee entwickelt, wie man das folgenschwere Loch am Rand der Autobahn A 44 beseitigen sowie in einem Zug Vorsorge treffen kann, so etwas in Zukunft zu vermeiden, sie sind auch schon kräftig bei der Arbeit. „Spätestens in der ersten Hälfte der Herbstferien“, schätzt Tim Kops, würden die Arbeiten wohl beendet sein, könnten die seit Monaten geltenden Sperrungen und Umleitungen aufgehoben werden.

Autobahnmeisterei entdeckte das Problem

„Nicht außergewöhnlich, aber schon selten“, nennt der Baustellen-Koordinator, der zu der Niederlassung Krefeld des Landesbetriebs gehört, beim Ortstermin mit der WAZ diesen Vorfall, den Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Remscheid auf der Parallelfahrbahn der A 44 in Fahrtrichtung Heiligenhaus/Ausfahrt Velbert-Nord Ende März entdeckt und darüber sofort Meldung erstattet hatten.

Kanalprüfung und Rammsondierung

Eine recht gute Sicht auf den Ort des Geschehens, dort wo sich direkt neben der rechten Fahrspur das zwei mal zwei Meter große und auch in etwa genau so tiefe Loch aufgetan hatte, hat man von der Brücke der Langenhorster Straße. Anfangs habe man lediglich die rechte Spur gesperrt, berichtet Kops, und sei umgehend der Sache auf den Grund gegangen. Anfang April sei eigens eine Kanalprüfung angesetzt und ringsherum eine Rammsondierung bis in drei Meter Tiefe durchgeführt worden. „Mit dem Ergebnis: Alles fest.“

Flüssigbeton verschwand einfach

Der anschließende Versuch, das Loch zu verfüllen, ging ins Leere. „Der Flüssigbeton sackte einfach weg und verschwand“, erzählt der Verkehrsingenieur, „das Loch wurde nicht kleiner.“ Da habe man gedacht, „Das ist was Großes“, habe beide Parallelfahrbahnen und die zugehörige Verbindung von der A 535 gesperrt. Die Auswertung von Luftbildern aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg habe keine Indizien auf Kampfmittel ergeben. Um in dieser Frage ganz sicher zu sein, folgten Sondierungsbohrungen in größere Tiefe.

Schichten der Bohrkerne analysiert

Aufschluss brachten erst weitere Erkundungsbohrungen, die sich bis Mitte August hinzogen und bei denen die Schichten der Bohrkerne genau unter die Lupe genommen und analysiert wurden. Schließlich gab es ja wegen des dortigen Kalksteinabbaus in früheren Jahren den Verdacht, dass möglicherweise damals ein alter Stollen nicht ordnungsgemäß verfüllt worden war. Das jetzt verfasste Gutachten besagt laut Straßen NRW jedoch, dass dort weder ein Stollen noch größere Hohlräume sind. Es gebe lediglich „Kluften“, sagt Kops, also kleinere Hohlräume, die teils untereinander verbunden seien und wo Erde weggerutscht sei. Die Ursache sei das Regenwasser, das über die vielen Jahre sowohl von der Fahrbahn als auch von dem felsigen Hang daneben heruntergelaufen sei.

An den Fahrbahnrand kommen Bordsteine

Um dem einen Riegel vorzuschieben, werden jetzt über eine Länge von 50 Metern Bordsteine gesetzt, hat der Landesbetrieb seitlich einen Kanal mit Abläufen angelegt, der in den vorhandenen Kanal entwässert. Das Wasser vom Hang wird ebenfalls eingefangen und dem Kanal zugeführt, zudem wurde eine recht aufwändige Deckelung betoniert, damit das Wasser nicht unter die Fahrbahn gelangen kann.

Ampelanlage wird wieder wie zuvor geschaltet

Zu den Kosten kann der Landesbetrieb derzeit noch keine Angaben machen. Wenn in der dritten Oktoberwoche die Sperrungen und Umleitungen aufgehoben werden, so Tim Kops, werde man auch die Anpassung der Ampelschaltung an der Abfahrt Langenberg wieder rückgängig machen. Dort hatte es zu Beginn der Umleitung wegen der zu kurzen Grünphase erhebliche Probleme mit Rückstaus gegeben.

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