Soziale Organisation

Pro Mobil feiert 50. Geburtstag mit Aktionstag in Velbert

Auch im vergangenen Jahr gab es einen integrativen Lauf. Die Teilnehmer hatten mächtig viel Spaß.

Auch im vergangenen Jahr gab es einen integrativen Lauf. Die Teilnehmer hatten mächtig viel Spaß.

Foto: Uwe Möller

Velbert.   Mit einer Podiumsdiskussion und einem großen Aktionstag in der Velberter Innenstadt feiert der Verein Pro Mobil sein halbes Jahrhundert.

Sie waren Eltern von Kindern mit Einschränkungen. Um den manchmal schwierigen Alltag besser bewältigen zu können, gründeten sie 1969 eine Elterninitiative. Im Laufe eines halben Jahrhunderts ist daraus Pro Mobil entstanden und kontinuierlich gewachsen, ein Verein, der in der näheren Umgebung mehrere Kitas betreibt, Plätze in Wohnheimen sowie Assistenzdienste der verschiedensten Art anbietet, um nur einige Tätigkeitsbereiche zu nennen. Am kommenden Wochenende nun wird ausgiebig in Velbert gefeiert – zumal auch die UN-Behindertenrechtskonvention zehn Jahre alt wird und die Aktion Mensch ihren Aktionstag hat.

Los geht es allerdings im benachbarten Heiligenhaus. Staatssekretärin Kerstin Griese (SPD) liest am Freitagmorgen in der inklusiven Kita „Kleine Robbeninsel“ aus einem Buch der Aktion Mensch „Die bunte Bande“. „Schließlich fängt Inklusion mit den Kleinen an“; sagt Margit Benemann, seit 32 Jahren Geschäftsführerin von Pro Mobil.

Festakt bei den TBV

Am Nachmittag lädt Pro Mobil dann zum Geburtstags-Festakt und zu einer großen Podiumsdiskussion zum Thema „Die Zukunft beginnt mit Dir – Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes“. Schirmherr ist der Behindertenbeauftragte der CDU-Bundestagsfraktion Wilfried Oellers. Die Veranstaltung findet in der Kantine der TBV Am Lindenkamp statt. „Das war der einzige Raum in Velbert, der sowohl eine größere Menge Rollstuhlfahrer aufnehmen kann als auch barrierefrei ist und rollstuhlgerechte Toiletten besitzt“, sagt Margit Benemann.

Inklusiver Aktionstag mit Kletterwand und Airtrack

Die große Fete für alle steigt dann am Samstag rund um die Sparkasse in der Fußgängerzone mit dem inklusiven Aktionstag. Von 11 bis 16 Uhr gibt es ein buntes sportliches Programm. Dabei ist eine Kletterwand für Menschen mit und ohne Behinderung – der Deutsche Alpenverein führt Aufsicht. Um 11 Uhr können sich Läufer am inklusiven Lauf beteiligen, zu Fuß, mit Rollator oder auch im Rollstuhl. Es gibt verschiedene Strecken mit 300, 700 und 1000 Metern Länge. Die Velberter Sportgemeinschaft (VSG) kommt mit einem Airtrack und demonstriert ihr Selbstverteidigungsangebot. Musikalisch begleitet wird der Aktionstag von der inklusiven Band Udo & Friends und vor der IHLA Combo. Es gibt natürlich Infostände und Pro Mobil sorgt dafür, dass kein Kletterer und kein Läufer hungrig bleiben muss.

Die erste integrative Kita im Kreis entstand in Velbert

„Selbstbestimmung für Behinderte“ ist seit einem halben Jahrhundert das Leitmotto von Pro Mobil, wobei auch die Menschen mit Behinderungen aufgefordert waren, einen aktiven Part zu übernehmen. So wurden auf Bestreben des Vereins in Velbert die erste integrative Kita im Kreis Mettmann gegründet und die ersten behinderten Kinder in Regelschulen aufgenommen. Es wurden familienentlastende Dienste gegründet, Kinder konnten unabhängig von den Familien etwas unternehmen, die wiederum etwas Freiraum bekamen. Es folgten Wohngemeinschaften und es wurde ambulantes Einzelwohnen ermöglicht. Vor zwei Jahren wurde das Kompetenzzentrum „Selbstbestimmt leben“ in Düsseldorf eröffnet. Hier erhalten Menschen mit Behinderungen Beratung durch Experten in eigener Sache.

>>ZUM INTEGRATIVEN LAUF ANMELDEN

  • Zum integrativen Lauf haben sich bislang etwa 30 Läufer angemeldet. Es dürfen aber gerne noch mehr werden. Die Anmeldung ist online möglich auf www.pmobil.de/lauf, aber auch noch am Samstag vor Ort kurz vor dem Lauf.

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