Kirche

Premiere für das Werkstatt-Café in der Apostelkirche

Küster Martin Köster (l) und Dietmar Schultz restaurieren einen Gartenstuhl.

Küster Martin Köster (l) und Dietmar Schultz restaurieren einen Gartenstuhl.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert-Mitte.  In Velbert gibt es nun ein Werkstatt-Café: An der Apostelkirche können Dinge repariert werden. Der Service ist kostenfrei.

Eine erfolgreiche Premiere feierte nun das Werkstatt-Café im Gemeindehaus der Apostelkirche an der Wichernstraße. Das Konzept dahinter ist leicht erklärt: „Menschen, die etwas haben, das repariert werden muss und Hilfe oder einen Ratschlag diesbezüglich brauchen, können gerne zu uns ins in die Werkstatt kommen“, erläutert Mitorganisator Hartmut Scheidt.

Werkstatt im Keller des Gemeindehauses

Es soll vor allem für diejenigen ein geeigneter Ort sein, die selbst keinen Werkraum besitzen. „Natürlich hat nicht jeder Platz in der Wohnung für einen Bastel- oder Werkraum“, versteht Scheidt. Die Werkstatt befindet sich im Keller des Gemeindehauses und hat erst vor kurzem eine Wiederbelebung durchgemacht, wie Küster Martin Köster verrät: „Vor vier Wochen war der Raum noch völlig zugestellt mit allerlei Dingen“.

Bohrmaschine und Kreissäge stehen zur Verfügung

Inzwischen ist die Werkstatt allerdings befreit von allem Unnützen und bereit zum Einsatz. Neben unterschiedlichem Handwerkzeug ist der Raum auch mit einer großen Bohrmaschine und einer Kreissäge ausgestattet. „Je nach dem, wie etwas repariert werden muss, kann es allerdings sein, dass die Person mit dem Anliegen selbst noch Materialien beschaffen muss“, sagt Scheidt, der freiwillig in der Werkstatt mithilft.

Fast 100-jähriger Gartenstuhl soll repariert werden

Als Hobbyhandwerker ist er zudem davon überzeugt, den ein oder anderen Tipp parat zu haben. So auch beim ersten Auftrag, der von Pfarrerin Andrea Kupatz kommt. Sie hat ein ganz besonderes Stück mitgebracht. „Der Gartenstuhl gehörte früher meinem Opa, der in der DDR lebte. Inzwischen ist der Stuhl fast 100 Jahre alt“, erzählt die Pfarrerin. Dass der Stuhl schon einige Jahre auf dem Buckel hat, erkennt auch Werkstatthelfer Dietmar Schultz: „Das Holz hat sich mit der Zeit sichtlich verzogen und ist inzwischen ziemlich morsch“.

Nicht alles kann sofort erledigt werden

Nach kurzer Absprache mit den anderen Freiwilligen des Werkstatt-Cafés, steht auch schon ein Plan für die Restauration des antiken Stuhls fest. „Zuerst müssen wir das Holz entfernen und anschließend den Lack mit Chemie abbeizen“, erklärt der gelernte Schreiner Köster. Schnell wird aber auch klar, dass nicht alles an diesem Nachmittag erledigt werden kann. Das passende Abbeizmittel müsse erst noch beschafft werden und auch neues Holz müsse her. „Das besorge ich dann bis zum nächsten Mal“, sagt Pfarrerin Kupatz.

Service der Werkstatt ist kostenlos

Für den Service muss die Pfarrerin, so wie alle Besucher des Werksatt-Cafés, nichts bezahlen. „Für uns gehört das einfach zu guter Nachbarschaftshilfe dazu“, so Schultz. Wer will kann zudem auch selbst die Reparatur durchführen. „Das bleibt jedem selbst überlassen, aber wir helfen gerne“, versichert der ehemalige Elektriker.

Entstanden ist die Idee zum Werkstatt-Café bei einem Nachbarschaftstreffen vor ungefähr einem Jahr. Bei der so genannten Nachbarschaftswerkstatt der Evangelischen Kirchengemeinde Velbert Dalbecksbaum konnten die Bürger verschiedene Projekte vorschlagen, damit sich Menschen die Tür an Tür wohnen, besser kennenlernen. „Das dieses Projekt nun umgesetzt wurde freut uns natürlich“, sagt Hartmut Scheidt zufrieden.

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