Straßenverkehr

Polizei im Kreis Mettmann verschärft Drogenkontrollen

Die Polizei hat ihre Beamten im Streifendienst dazu angehalten, Autofahrer verstärkt auf den Konsum von Drogen zu überprüfen. Es gibt bestimmte Testverfahren, die angewendet werden können.

Die Polizei hat ihre Beamten im Streifendienst dazu angehalten, Autofahrer verstärkt auf den Konsum von Drogen zu überprüfen. Es gibt bestimmte Testverfahren, die angewendet werden können.

Foto: Kerstin Bögeholz

Velbert.   2017 standen im Kreis 28 Verursacher von Unfällen unter dem Einfluss von Drogen. 438 Fahrer positiv auf Rauschmittel oder Alkohol getestet.

Wer sich nach dem Konsum von Drogen oder Alkohol ans Steuer setzt, gefährdet damit nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Das zeigt die Statistik über die Verkehrsunfallentwicklung. Im letzten Jahr verzeichnete die Polizei bei insgesamt 164 Verkehrsunfällen mindestens einen Beteiligten, der unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol stand. Bei Kontrollen, die Polizisten 2017 unabhängig von Unfällen durchgeführt haben, wurden im Kreis insgesamt 438 Fahrer mit Alkohol oder Drogen im Blut aus dem Verkehr gezogen.

Eine hohe Dunkeziffer

Wie viele Fahrer tatsächlich berauscht in den Straßenverkehr biegen, das lasse sich durch diese Zahlen allerdings nicht belegen, betont Claudia Partha, Pressesprecherin der Polizei im Kreis Mettmann: „Die Dunkelziffer ist mit Sicherheit höher.“ Laut der Verkehrsunfallentwicklung im Kreis stieg die Zahl der Unfälle, in denen mindestens ein Beteiligter unter dem Einfluss von Alkohol stand im Vergleich zu 2016 um 18 Prozent (2017: 136). Deutlich weniger Unfälle verursachten hingegen Fahrer unter Einfluss von Drogen. 28 Fälle sind für das vergangenen Jahr vermerkt. Eine sinkende Zahl, seien es 2016 noch 41 gewesen.

Vermehrt gezielte Drogenkontrollen durchgeführt

Das aber heiße jedoch gleichzeitig nicht, dass sich weniger Fahrer nach dem Drogenkonsum ins Auto setzten würden, sagt Claudia Partha, Pressesprecherin der Polizei im Kreis. „Es handelt sich dabei um einen Kontrolldelikt“, erklärt Partha, „das heißt nur durch gezielte Kontrollen lassen sich diese Fahrer überhaupt ausmachen.“ Die Beamten im Streifendienst seien dazu angehalten, vermehrt Fahrer im Straßenverkehr zu überprüfen. Gezielte Drogenkontrollen an bestimmten Stellen seien im letzten Jahr vermehrt durchgeführt worden. Auch in Velbert sei ein solcher Kontrollpunkte gewesen, sagt Partha. Nicht zuletzt aufgrund der Unfallbilanz wolle die Polizei ihre Kontrollaktivität in diesem Jahr noch weiter erhöhen.

Bestätigt sich ein Verdacht, geht’s zur Blutprobe

„Die Kollegen haben bei der Kontrolle bestimmte Testverfahren, die sie anwenden können“, erklärt die Hauptkommissarin. So würden bei Verdacht beispielsweise die motorischen Fähigkeiten überprüft. Auch die Größe der Pupillen helfe den Beamten einzuschätzen, ob berauschende Mittel eingenommen worden sind. „Je nachdem wie groß oder klein die Pupille ist, lässt sich auch auf die Art der Droge schließen.“ Bestätige sich dieser erste Verdacht, werden die Fahrer mitgenommen, um eine Blutprobe abzunehmen. Erwischt drohen dann Strafen vom Bußgeld bis hin zum Fahrverbot.

Synthetische Substanzen

Welche Droge die Beamten am häufigsten im Blut der kontrollierten Fahrer vorfänden, darüber könne die Polizei keine Auskunft geben. „Cannabis ist allerdings unter den Drogen nicht das größte Problem“, schätzt Partha, synthetische Drogen, aber auch Substanzen wie Kokain seien ebenfalls unterwegs. Im Kreis ertappe die Polizei unter dem Strich jedoch weiterhin mehr alkoholisierte, als von Drogen berauschte Fahrer.

<<< MEHR FAHRER WERDEN ERTAPPT

In größeren Städten in der näheren Umgebung wie in Wuppertal oder Essen registriert die Polizei eine stetig steigende Zahlen von berauschten Fahrern am Steuer. Vor allem nach dem Konsum von Cannabis würden Fahrer oftmals ertappt. Allerdings wächst auch in diesen Städten, genau wie im Kreis Mettmann, die Anzahl der Kontrollen.

Da es sich beim Fahren nach dem Drogenkonsum um ein so genanntes Kontrolldelikt handelt, steigen die Zahlen der positiven Proben eben auch gemeinsam mit der Häufigkeit der Kontrollen.

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