Polizei

Polizei im Kreis Mettmann bekommt Tröste-Teddys

Claudia Beltermann (v.l.), Claudia Ebeling und Udo Kutsche mit den Trost-Teddys: Die Plüschtiere sind dafür gedacht, Kinder bei Einsätzen zu beruhigen oder um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Claudia Beltermann (v.l.), Claudia Ebeling und Udo Kutsche mit den Trost-Teddys: Die Plüschtiere sind dafür gedacht, Kinder bei Einsätzen zu beruhigen oder um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Foto: Sascha Döring

Kreis Mettmann.  Der Kreisverband der Deutschen Polizeigewerkschaft hat von der Teddy-Stiftung knapp 200 Tröste-Teddys bekommen. Und sie kommen zum Einsatz.

Ein Unfall ist passiert, auf einer Landstraße. Nichts Schlimmes, aber der kleine Junge, der in einem der Autos saß, ist sichtbar mitgenommen. Und dann auch noch die ganzen Einsatzkräfte: Polizei, Feuerwehr, Sanitäter. Doch einer der Helfer hat einen kleinen Plüschteddy dabei. Er hockt sich neben den Jungen, gibt ihm das Kuscheltier, redet beruhigend auf ihn ein. Die Situation entspannt sich.

So oder so ähnlich könnte es demnächst auch im Kreis Mettmann zugehen, wenn es Polizisten im Einsatz mit Kindern zu tun bekommen. Denn der Kreisverband der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) hat nun gut 200 Teddys von der Deutschen Teddy-Stiftung erhalten und will damit die Streifenwagen im Kreis ausrüsten.

Der Teddybär soll Kinder trösten

„Der Teddy ist ein echter ,Türöffner’“, sagt Udo Kutsche, der Vorsitzende des Kreisverbandes. „Der ist für uns ein echtes Einsatzhilfsmittel.“ Und er betont: „Das wird jetzt kein Wurfartikel wie im Karneval. Bloß weil einer mal nett winkt, bekommt er nicht gleich einen Teddy.“

Nein, das Plüschtier soll Kinder trösten, die „zumindest schlechte Erfahrungen gemacht hat“, drückt sich Claudia Ebeling vorsichtig aus. Sie ist auch im Vorstand des Kreisverbandes der DPolG und beruflich hat sie es vor allem mit Sexualstraftaten zu tun. Auch hier könne der Teddy helfen.

Knapp 200 Plüschbären hat die Gewerkschaft geordert

„Ich finde die Idee super“, sagt die Polizistin. „Der Teddy transportiert Sympathie und hilft auch, mit dem Kind ins Gespräch zu kommen.“ Außerdem freuen sich nicht nur die Kinder, wenn die Polizei erst einmal etwas Nettes mitbringt: „Das sehen die Eltern ja auch und sind dann eher zugänglich für uns.“

Auch Claudia Beltermann ist begeistert von den bärigen Trostspendern: „Früher hatte ich immer ein bisschen Schokolade dabei, für den Fall, dass ich Kinder trösten muss. Aber so ein Teddy hilft doch viel mehr.“ Dass 200 Teddys zu viel sein könnten, die Befürchtung haben die drei Polizisten nicht, ganz im Gegenteil: „Wir werden die leider alle brauchen“, sagt Udo Kutsche. „Es wäre natürlich schön, wenn wir keinen einzigen weggeben müssten, aber das wird nicht der Fall sein.“

Das sieht auch Claudia Ebeling so: „Wir werden die Welt mit den Teddys nicht retten, aber wir machen sie ein bisschen hübscher.“

Andere Bundesländer bieten diesen Service schon länger an

Auf die Idee gekommen ist Udo Kutsche durch das Internet. „Auf Facebook habe ich gesehen, dass es diese Aktion schon in Brandenburg und Thüringen gibt“, erzählt der Gewerkschafter. „Ich habe die Kollegen angesprochen, weil mich die Aktion interessiert hat. Die haben mich an die Stiftung verwiesen.“ Nach seiner Anfrage kam die Antwort prompt – in Form eines Pakets mit zehn Teddys und weiteren Informationen.

Nach Abstimmung mit dem Vorstand bestellte Kutsche gleich 150 Stück der flauschigen Knuddeltiere, 48 weitere gab die Stiftung noch oben drauf. „Bezahlt haben wir die Teddys aus Bußgeldverfahren“, erläutert Kutsche. Heißt: „Werden Strafbefehle umgesetzt, die in Geldbeträge münden“, sagt Udo Kutsche, „kann das einem guten Zweck zu Gute kommen, unter anderem der Stiftung der Polizeigewerkschaft.“

Andere Ortsverbände könnten nachziehen

Mit der Aktion ist der Kreis Mettmann auch so etwas wie ein Vorreiter, weiß Udo Kutsche: „Die anderen Ortsverbände aus dem Umkreis wollen sich anschauen, wie das bei uns läuft.“ Ist das Projekt ein Erfolg, „werden die auch mitmachen“, ist er sich sicher.

Und noch etwas ist ihm wichtig: „Es gibt ja zwei Polizeigewerkschaften. Und da der Landrat unsere Aktion unterstützt, gleichzeitig aber auch neutral bleiben muss, werden wir auf dem Teddy unser Logo nicht platzieren.“ Er wolle den Landrat schließlich nicht in Schwierigkeiten bringen. Einen Wunsch an den obersten Dienstherren der Kreispolizei hat er aber dennoch: „Vielleicht bekommen wir auch ein paar Plüschmammuts“, sagt Kutsche. „Dann hätten wir auch den Bezug zum Kreis hergestellt.“

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