Advent

Pfarrcäcilienchor verkauft auch eine pummelige Maria

Legen jedes Jahr mit viel Herzblut los, von links: Marianne Lange, Els Uebachs, Monika Kammel, Angelika Hopp und Mechthild Weßling basteln für den Adventsmarkt des Pfarrcäcilienchores. .̈Sängerin Mechthild Stupphorn stieß später dazu.

Legen jedes Jahr mit viel Herzblut los, von links: Marianne Lange, Els Uebachs, Monika Kammel, Angelika Hopp und Mechthild Weßling basteln für den Adventsmarkt des Pfarrcäcilienchores. .̈Sängerin Mechthild Stupphorn stieß später dazu.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Neviges.  Mit viel Herzblut basteln die Sängerinnen des Pfarrcäcilienchores für ihren Adventsmarkt. Das Ergebnis überrascht sie manchmal selbst.

Ab September wissen die Enkel von Monika Kammel, wo die Glocken hängen. Dann ist erstmal Schluss mit Tischtennisspielen in Omas gemütlichem Keller. Ab September quillt die Platte über mit Kugeln, Baumrinden, Girlanden, Kerzen und mancherlei lustigen Gestalten. Jeden Montagabend treffen sich die Sängerinnen des Pfarrcäcilienchores zur Weihnachtsbastelei für ihren traditionellen Weihnachtsmarkt vor dem Dom am ersten Adventwochenende. Seit 40 Jahren verkauft der Chor hier nur Selbstgemachtes: Deko, Marmelade, Kuchen, Plätzchen, nicht zu vergessen die gestrickten Mützen, Strümpfe und Püppchen, die Barbara Schmitz und Tochter Stefanie beisteuern. Der Erlös fließt zum Teil in die Arbeit des Chores, zum Teil ist er für einen guten Zweck bestimmt. „Für wen wir spenden, wissen wir noch nicht genau, das regeln wir auf der Jahreshauptversammlung. Wir unterstützen auch immer Projekte und Menschen hier im Ort“, sagt Marianne Lange, als „Krippenfrau“ auf die heilige Familie spezialisiert.

Maria ist ein wenig moppelig

Dieses Mal ist ihre Maria ein bisschen moppelig geraten. Was nicht an dem Sektkorken unter dem Filzkleidchen der Jungfrau liegt. „Wenn die Figuren knien, sieht das schnell gedrungen aus.“ Das Material der Herberge lag am Wegesrand. Wer hier mitbastelt, der geht nicht einfach so spazieren, der hat im Wald und heimischem Garten immer die Augen offen. „Moos, Tannenzapfen, Baumrinden, alles irgendwann mal gefunden“, erzählt die Gastgeberin Monika Kammel und fragt fröhlich in die Runde: „Sekt oder Selters?“ Gern ein Gläschen Sekt, um Marias Bauch muss man sich auch im nächsten Jahr keine Sorgen machen.

Es fehlen noch die Preisschilder

„Ach, wir müssen auch noch die Preisschilder machen“, sagte eine aus der Runde, währenddessen sich Els Uebachs an einer beleuchteten Weihnachtskugel abmüht. „Schön ist anders“, seufzt sie und fummelt das genähte Säckchen für die Batterie noch mal auseinander. Nächster Versuch: schon besser. Auch der bunte Baum aus Kugeln, den Mechthild Weßling Zweig für Zweig zusammen knüpft, wächst und gedeiht. Seit September treffen sich die sechs Frauen jeden Montag zum Basteln im Hobbykeller von Monika Kammel. „Bei gutem Wetter sind wir auch schon auf der Terrasse an den Start gegangen.“ Girlanden zurecht schneiden, löten, anpinseln, was ihre Männer ihnen zuvor zurecht geschnitzt haben. „Bei den groben Arbeiten können die uns gern helfen.“ Ob ihnen in all den Jahren auch mal etwas richtig misslungen ist? Große Heiterkeit, als sich Els Uebachs erinnert. „Oh ja, diese komischen Glocken an dem Kleiderbügel. Mein Gott, was waren die hässlich. Und wissen Sie was? Die waren als erstes weg.“

Engel Luzifer wird aus dem Himmel geworfen

Nein, hässlich sieht der Wichtelmann, der gerade fertig geworden ist, nicht aus, aber richtig gefallen tut er Mechtild Stupphorn auch nicht: „Ich weiß nicht, der sieht irgendwie unfreundlich aus. Man müsste was mit den Augen machen.“ Kurze Zeit später hat die Figur einen kleinen weißen Punkt im Auge. Hundertprozentig überzeugt sind die Damen noch immer nicht. „Na, jedenfalls schielt er nicht. Sieht eher aus wie der Engel Luzifer, der gerade aus dem Himmel geschmissen wird“, meint Mechthild Stupphorn vergnügt. Spaß haben hier alle bis zum Abwinken, auch, wenn einiges nicht mehr so leicht fällt wie vor zehn Jahren: „Die Feinmotorik lässt nach. Aber man muss zufrieden sein.“

Adventskränze werden frisch gesteckt

Früher, da habe man noch ganz andere Sachen stemmen müssen, wie sich Marianne Lange erinnert: „Da haben wir locker 70 Kuchen verkauft.“ So groß sei die Nachfrage nicht mehr, aber auf eine gewisse Stammkundschaft könne man sich schon verlassen. „Ich mach wieder Rosmarin-Kartoffeln mit Champignons“, ruft Mechthild Stupphorn, es wird auch Gegrilltes und Glühwein geben, wie es sich für einen Adventsmarkt gehört, dazu den beliebten Bücher-Flohmarkt. Zwei Tage vor dem 1. Advent krempeln die Damen noch mal die Ärmel hoch, binden Adventskränze und Gestecke. Ganz ohne Männer geht es dann doch nicht: In der Zwischenzeit bauen Mitglieder des KAB die Holzbüdchen auf.

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