Politik

Parteiennachwuchs gründet den Ring politischer Jugend

Die Gründungsmitglieder des Ring politischer Jugend (RPJ) freuen sich in der Bürgerstube sehr auf die künftige gemeinsame Arbeit in Velbert, Hendrik Olschewski (von links), Can Kulakci, Moritz Weßling, Kristina Hille, Lina Peglau und Patrick Kurpitz.

Die Gründungsmitglieder des Ring politischer Jugend (RPJ) freuen sich in der Bürgerstube sehr auf die künftige gemeinsame Arbeit in Velbert, Hendrik Olschewski (von links), Can Kulakci, Moritz Weßling, Kristina Hille, Lina Peglau und Patrick Kurpitz.

Foto: Uwe Möller

Velbert.   Der Parteiennachwuchs von CDU, SPD, FDP und Linke hat gemeinsam den Ring politischer Jugend gegründet. Er will seine Altersgenossen politisieren.

Es gibt eine neue politische Kraft in der Stadt. Die Jugendverbände der örtlichen Parteien haben sich zu einer Allianz zusammengeschlossen und am Dienstagabend den Ring politischer Jugend gegründet. Damit treten sie nun die Nachfolge des Vorgängers an, der sich schon vor vielen Jahren aufgelöst hatte.

„Wir sind vier kleine Jugendparteien, aber durch den Ring sind wir jetzt eine große Organisation“, sagt Can Kulakci (Linksjugend). Diese ist naturgemäß politisch neutral, denn zusammengeschlossen hat sich darin derzeit der Nachwuchs von CDU, SPD, FDP und Linkspartei. „Als einzelne Jugendorganisation ist es relativ schwer, wahrgenommen zu werden und an Jugendliche an Schulen heranzutreten“, sagt Moritz Weßling (Junge Union). Als Ring erhoffen er und seine Mitstreiter sich, dass dies jetzt einfacher wird. Denn gerade Schüler will die Organisation erreichen und politisieren.

Zumindest wählen gehen

Gibt es auch zwischen den einzelnen Verbänden teils sehr unterschiedliche Ansichten, so verbindet sie als Mitglieder im Ring ein gemeinsames Ziel. „Wir wollen junge Menschen für Politik begeistern, die noch nicht engagiert sind“, fasst es Hendrik Olschewski (Jusos) zusammen: „Wir wollen sie motivieren, sich am politischen Leben zu beteiligen oder mindestens wählen zu gehen.“

So plant diese neue Allianz vor allem politische Bildung und möchte möglichst schon im Europawahlkampf aufklären, was überhaupt gewählt wird, warum die Zweitstimme wichtiger ist als die Erststimme und welchen Einfluss Entscheidungen der EU auf das Leben in Velbert haben. Gerade Schüler zu bewegen, an Wahlen teilzunehmen, empfinden die Nachwuchspolitiker als ihre wichtigste Aufgabe. „Wenn jemand vorher nie im Leben gewählt hat“, ist sich Can Kulakci sicher, „fängt er auch nicht mehr mit 50 Jahren damit an.“ Doch die Mitglieder wollen noch mehr, wie Lina Peglau (Junge Liberale) erklärt: „Wir wollen Ansprechpartner für die Jugend sein.“

Stadtrat stellt das Budget zur Verfügung

Nicht nur die Mutterparteien unterstützen den Ring und seine Vorhaben, sondern auch der Stadtrat. Er hat der neuen Organisation für das aktuelle Jahr ein Budget von 3000 Euro zur Verfügung gestellt. Doch noch ist dieses Geld eingefroren. Solange zumindest, bis die Satzung rechtlich geprüft ist. Von dem Geld sollen etwa Informationsflyer bezahlt werden, Mieten für Infostände bei Stadtfesten oder auch Bildungsfahrten – etwa zum Konzentrationslager Auschwitz.

Konkurrenz zum Velberter Jugendparlament will der Ring ausdrücklich nicht sein. „Das Jugendparlament konzentriert sich auf die kommunalpolitische Arbeit von Velbert“, sagt Can Kulakci, der Ring dagegen werde nicht auf dieser Ebene aktiv, sondern kümmere sich um politische Bildung – von mehr politisch interessierten Jugendlichen profitierten jedoch sowohl das Jugendparlament als auch der Parteiennachwuchs. „Der Ring war mal sehr mächtig in Velbert“, so Kulakci, daran wolle der Nachfolger anknüpfen. „Wenn wir alle eine Meinung vertreten, hat das mehr Kraft, als wenn ein Verband dies alleine fordert.“

Besseres politisches Klima ist bereits zu spüren

Zusätzlich zur größeren Schlagkraft durch die gemeinsame Organisation versprechen sich die Jugendverbände von ihrer Arbeit im Ring ein besseres politisches Klima in Velbert. Denn zuvor trafen sich Jusos, JU, Jusos und Linksjugend nicht regelmäßig um gemeinsam Projekte zu planen. Dieses neue Klima ist bereits zu spüren.

>> Weitere Mitglieder sind willkommen

  • Mitglieder im Ring können eigenständige Velberter Jugendverbände von Parteien sein, die in Parlamenten vertreten sind. Sie entsenden dann je zwei Delegierte in den Vorstandsrat.
  • Die Gründungsmitglieder sind: Patrick Kurpitz, Hendrik Olschewski (beide Jusos), Moritz Weßling (CDU), Can Kulakci (Linksjugend Solid), Kristina Hille und Lina Peglau (beide Junge Liberale).

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