Ernährung

Nitratbelastung stellt in Velbert kein Problem dar

Besonders beim Ausbringen von Gülle in der Landwirtschaft gelangen Nitrate in das Grundwasser. Die Belastung ist in Deutschland von Region zu Region unterschiedlich.

Besonders beim Ausbringen von Gülle in der Landwirtschaft gelangen Nitrate in das Grundwasser. Die Belastung ist in Deutschland von Region zu Region unterschiedlich.

Foto: Patrick Pleul

Stadtwerke attestieren gute Wasserqualität und erwarten keine erhöhten Preise. Landwirte arbeiten eng mit den Wasserwerken zusammen

Die Diskussion um die Belastung der Umwelt durch Nitrat aus Gülle und Mineraldünger ist in den letzten Wochen wieder hochgekocht. Wasserversorger und Umweltministerium hatten vor einem drastischen Anstieg der Trinkwasserpreise, verursacht durch steigende Kosten bei der Aufbereitung, gewarnt. In Velbert und Umgebung ist die Qualität der kostbaren Flüssigkeit nicht gefährdet. Die Landwirte im Kreis arbeiten eng mit den Wasserversorgern zusammen.

Große regionale Unterschiede

Nitrate sind Salze und Ester, die von Pflanzen als Nähstoffe verwertet und in der Landwirtschaft als Düngemittel eingesetzt werden. Insbesondere durch die Güllewirtschaft haben die Nitratbelastungen im Grundwasser in einigen Regionen Deutschlands stark zugenommen.

„Das Thema ist ernst. Die Überdüngung stellt in einigen Teilen Deutschlands in der Tat ein großes Problem dar. Allerdings muss man die regionalen Unterschiede berücksichtigen“, erklärt Hans-Walter Humme, Prokurist für Wasser und Gas bei den Stadtwerken Velbert. Der Vorlieferant für das Trinkwasser in Velbert-Mitte und Neviges ist die RWW Mülheim, die sich für die Versorgung in ihrem Liefergebiet aus der Ruhr bedient. Da die Landwirtschaft entlang des in Winterberg entspringenden Flusses eine eher untergeordnete Rolle spiele, sei die Belastung mit Nitrat aus Düngemitteln laut Humme eher geringfügig. „Wir haben hier in der Region keine extensive Landwirtschaft. Im Schnitt ist das Trinkwasser mit rund 30 Prozent der Grenzwerte belastet“, so der Wasserexperte.

Grenzwert liegt bei 50 Milligramm pro Liter

Der laut Trinkwasserverordnung vorgeschriebene Grenzwert liegt in Deutschland bei 50 Milligramm pro Liter. In Velbert schwankte die Werte nach Angaben der Stadtwerke im vergangenen Jahr zwischen zehn und 17 Milligramm in einem Liter Trinkwasser. Ähnlich sehe es übrigens auch in Langenberg aus, erklärt Humme. Dort stammt der Strahl aus den Hähnen von Gelsenwasser.

Regelmäßige Kontrollen

Die Qualität des Trinkwassers wird streng kontrolliert: Wasserversorger wie RWW nehmen täglich Proben am Ausgang ihrer Werke. Bei den Stadtwerken Velbert wird Deutschlands meistverwendetes Lebensmittel schließlich nochmals überprüft. „Wir haben in Velbert diverse Messstellen, die wir regelmäßig abfahren und auswerten“, versichert Hans-Werner Humme. Nicht umsonst habe das Trinkwasser in Deutschland einen hervorragenden Ruf.

Dokumentationspflicht für Düngungen

Auch die Bauern im Kreis Mettmann leisten ihren Beitrag zum Schutz der Wasserquellen. „Es gibt Arbeitsgemeinschaften, die in Kooperation mit den lokalen Wasserversorgern Düngung und Pflanzenschutz regulieren und überwachen“, erläutert Martin Dahlmann, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann. So müsse jeder Landwirt das Ausbringen von Düngemitteln auf seinen Feldern lückenlos dokumentieren. „In unserer Region sind keine Probleme bekannt, die Bauern gehen verantwortungsvoll mit dem Thema um“, so Dahlmann.

Eine Tatsache, die auch Hans-Walter Humme bestätigen kann. Eine drohende Kostenexplosion der Trinkwasserpreise von bis zu 45 Prozent, wie sie das Umweltministerium für einige Gebiete der Republik prognostiziert hat, hält der Prokurist in Velbert für unwahrscheinlich. „Die Belastung ist nicht da, also entstehen auch keine zusätzlichen Kosten für die Aufbereitung, die auf den Verbraucher umgelegt werden könnten.“

>>VERBRAUCHER KÖNNEN QUALITÄT EINSEHEN

  • Werden Grenzwerte überschritten, schaltet sich automatisch das Gesundheitsamt in den Fall ein. Es folgen Kontrollen und Messungen, die die Quelle der Verschmutzung eingrenzen sollen.
  • Detaillierte Messwerte zum Trinkwasser veröffentlicht die RWW auf ihrer Internetseite. Verbraucher können die Qualität des so jederzeit unter www.rww.de/trinkwasser einsehen.

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