Kalligrafie

Nicole Wiemer verdient ihr Geld mit Schönschreiben

Nicole Wiemer liebt die schöne Schrift und verdient damit ihr Geld.

Nicole Wiemer liebt die schöne Schrift und verdient damit ihr Geld.

Foto: Fabian Strauch

Velbert-Mitte.   Nicole Wiemer aus Velbert hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie entwirft und schreibt kunstvolle Karten. In Workshops gibt sie ihr Wissen weiter.

Langsam taucht Nicole Wiemer die Feder in das kleine Tintenfass. Dann setzt sie das Metall aufs Papier. In nur wenigen Sekunden hat sie in einer wunderschönen, ein wenig altmodisch anmutenden Schrift „Liebe Oma, frohe Ostern“ zu Papier gebracht. Dies war nur ein kleiner kurzer Einblick in ihre Kunst – Kalligraphie und Lettering.

Denn im Normalfall entwirft und schreibt die 34-Jährige für andere Menschen, die eben nicht so schön schreiben können. Und vor allem bei großen Ereignissen wie Hochzeiten greift sich für andere zur Feder: Nicole Wiemer gestaltet die Papeterie für Hochzeiten – Einladungskarten, Namenskärtchen, Umschläge und vieles mehr. Mit ihrer schönen Schrift schreibt sie die Namen der künftigen Eheleute. Oft verzieren kleine Aquarelle, die sie auch selbst macht, die Karten.

Mehrere Stunden für einen Entwurf

„Ich sitze manchmal zwei Stunden an so einem Entwurf, es können aber auch bis zu zehn werden, je nach dem wie aufwändig die Bilder sind“, sagt die Mutter zweier Jungen. Ihre kleinen Kunstwerke entstehen im Arbeitszimmer, im stillen Kämmerlein ihres Hauses in Velbert. Besonders beliebt seien auch ineinander verschlungenen Monogramme des Ehepaares. Aber auch Einladungen zu besonderen Geburtstagsfesten können bei ihr geordert werden. Selbst großformatige Namensschilder auf Holz werden von ihr gestaltet.

Wie erfahren ihre Kunden von ihr? „Ich arbeite mit einer Hochzeitsplanerin zusammen, da ergeben sich die Kontakte“, berichtet Nicole Wiemer. Sie ist aber auch in sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram unterwegs. „Neulich war ich sogar auf einer Hochzeitsmesse, das war aber weniger etwas für mich“, sagt sie. Und natürlich hat sie auch eine eigene Webseite.

Auf Wände gemalt

Seit ihrer Kindheit in Thüringen ist Schreiben ihre Leidenschaft. „Als Kind habe ich sehr zum Ärger meiner Mutter auf die Wände geschrieben“, erzählt Nicole Wiemer. Und noch bevor sie in der Schule das ABC lernte, habe sie in einer Fantasieschrift eigene Buchstaben gemalt. Nach der Schule hat Nicole Wiemer dann den Beruf der Steuerfachangestellten gelernt. „Doch in dem Job habe ich mich nicht wohlgefühlt“, sagt sie. Die junge Frau setzte ein Grafik/Design-Studium drauf und widmete sich dann ganz ihrer Leidenschaft.

Workshops angeboten

Die möchte sie aber auch mit anderen Menschen teilen, deswegen bietet sie Workshops an. Der Nächste startet bereits an diesem Donnerstag, 11. April, von 19 bis 22 Uhr im „Platz 13“, der Gaststätte des Netzballvereins am Kostenberg. Das Thema lautet „Hochzeitsspezial. Moderne Kalligraphie“. Im Mai bietet Nicole Wiemer einen „Watercolor & Lettering-Kurs“ an. Sehr viele Angebote hat sie auch für Kinder, die aber in Essen stattfinden. Das notwendige Handwerkszeug bringt Wiemer jeweils mit. Sie weiß, dass beispielsweise ihre Kalligraphie-Federn nicht so leicht zu bekommen sind. „Vor Ort gibt es kein Angebot. Das meiste bestelle ich daher leider im Internet“ berichtet sie.

Über ihre Homepage vertreibt Nicole Wiemer auch Unterrichtsmaterialien auch zum Herunterladen vom Computer.

>>>DER BEGRIFF STAMMT AUS DEM GRIECHISCHEN

  • Das Wort Kalligrafie stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus dem griechischen Wort „kallos“ („schön“) und „graphein“ („schreiben“) zusammen. Es ist die Kunst des schönen Schreibens von Hand (Chirografie) mit Federkiel, Pinsel, Filzstift oder anderen Schreibwerkzeugen. Die Kalligrafie steht im Gegensatz zur Typografie, dem Setzen mit vorgefertigten Formen. Im Schulfach Schönschreiben wird jedoch nicht Kalligrafieren unterrichtet, sondern leserliches Schreiben.

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