Neujahrswünsche

Nevigeser wünschen sich Problemlösungen für ihren Stadtteil

„Das Schloss ist ein Kleinod“, findet nicht nur Marlies Ammann vom Bezirksausschuss. Viele Nevigeser fordern fürs neue Jahr ein Nutzungskonzept.

„Das Schloss ist ein Kleinod“, findet nicht nur Marlies Ammann vom Bezirksausschuss. Viele Nevigeser fordern fürs neue Jahr ein Nutzungskonzept.

Foto: Uwe Möller

Neviges.   In und für Neviges sind viele Menschen engagiert. Für 2019 wünschen sie sich ein Konzept fürs Schloss Hardenberg und dass die City belebt wird.

In Neviges bleibt auch im neuen Jahr viel zu tun, und gerade die Menschen, die sich im und für den Stadtbezirk engagieren, verbinden 2019 mit einigen Hoffnungen und Wünschen. Einig sind sich die Nevigeser, dass es zwei große Probleme gibt: die Leerstände und das Schloss Hardenberg.

Rainer Hübinger (SPD), der dem Bezirksausschuss vorsitzt, fasst dies prägnant zusammen: „2019 wünsche ich mir, dass die Innenstadtentwicklung in Neviges durch die Stadt und TBV endlich mit konkreten Maßnahmen beginnt und wir gemeinsam ein tragfähiges Konzept für das Schloss Hardenberg finden.“ Daran knüpfen auch die Neujahrswünsche seiner Stellvertreterin, Marlies Ammann (CDU), an. „Wir brauchen für die Innenstadt eine Belebung, damit wir keine Schlafstadt werden.“ Sie appelliert außerdem, im Stadtbezirk einzukaufen, damit zumindest die derzeitigen Läden gesichert werden. „Donnerstag ist Neviges belebt, durch den Markt. Er war früher immer der schönste.“ Doch die Stände hätten sich verändert und seien weniger geworden. „Wir brauchen mehr Vielfalt und mehr frische Angebote“, so Ammann, und die Markthändler natürlich Kunden. Beim zweiten großen Gesprächsthema äußert sie sich ebenfalls eindeutig: „Das Schloss ist ein Kleinod selbst jetzt, obwohl es im Inneren nicht genutzt werden kann.“ Dort müsse es nun aber endlich weitergehen.

Den Kulturbetrieb am Schloss ausweiten

Diese Forderung unterstützt Herwart Brill vom Schlossförderverein. Er wünscht sich, „dass es gelingen möge, Vorburg und Herrenhaus von Schloss Hardenberg enger an die Stadt anzubinden“. Entscheidend dafür sei, ob ein „plausibles Nutzungskonzept für das Herrenhaus und das umliegende Gelände“ entwickelt wird. Zudem soll möglichst der Kulturbetrieb in der Vorburg ausgeweitet werden, um die Ortsgemeinschaft zu stärken und den Ortskern zu beleben. Ebenso möchte Brill, dass in der Innenstadt das Ladensterben endet und dass sich ein neuer „Ankerbetrieb“ ansiedelt, ob Restaurant, Handels- oder Handwerksbetrieb.

Ähnliches wünscht sich Helmut Wulfhorst von der örtlichen Werbegemeinschaft. Er hofft, dass es nach Rückschlägen im vergangenen Jahr wieder nach vorne geht. „Einige Geschäfte mit nettem Sortiment“, möchte er sowie viele Besucher für Veranstaltungen und währenddessen schönes Wetter. Ebenfalls einen „verkaufsoffenen Sonntag, der die Herzen der Nevigeser Einzelhändler und Gastronomen höher schlagen lässt“.

Neue Gruppe will künftig gegen Leerstände kämpfen

Dagegen will sich der Bürgervereinsvorsitzende August-Friedrich Tonscheid nicht nur aufs Wünschen beschränken: „Wir machen auch.“ So wird der Verein in den nächsten Wochen eine Gruppe gründen, um gegen die Leerstände zu kämpfen. Denn das bestimmende Thema des noch jungen Jahres heiße für den Bürgerverein: „Innenstadt, Innenstadt und nochmal Innenstadt.“ Beteiligt werden sollen andere Vereine und die Werbegemeinschaft, und das Gruppenziel lautet, die Nevigeser City neu zu beleben. Vorstellen könnte sich Tonscheid etwa, leerstehende Geschäfte zunächst für Künstler und Ausstellungen zu öffnen, damit die Schaufenster nicht trist bleiben.

Nicht nur Bürger oder die Politik müssten sich 2019 anstrengen, um Neviges voranzubringen, auch die Stadt sei gefordert. Tonscheids Hoffnung bleibt allerdings klein. Denn die Velbert Marketing GmbH und die Wirtschaftsförderung, „haben seit 20 Jahren keinen Leerstand in Neviges behoben“. Er kritisiert, dass Konzepte für den Stadtteil fehlen, um Fördergeld in Millionenhöhe einzusetzen.

Keine unrealistischen Erwartungen

Dass neue Geschäfte bei passendem Angebot gut angenommen werden, hätten etwa eine Boutique und ein Weinhandel bewiesen. Daher sieht Tonscheid gute Chancen, für den Erfolg der geplanten Gruppe. Doch er möchte keine unrealistischen Erwartungen schüren: „Wenn ein oder zwei neue Läden eröffnen, wäre ich sehr, sehr froh.“

>> Auch Tönisheide ist ein Sorgenkind

  • Nicht nur die Innenstadt ist ein Sorgenkind der Nevigeser, auch auf Tönisheide gibt es Probleme.
  • „Dort ist neuerdings auch Leerstand“, sagt Marlies Ammann, doch bisher tue sich nichts, um dies zu ändern.
  • So bedauert die Christdemokratin Ammann, dass der einzige Metzger auf Tönisheide geschlossen ist. Zudem brauche der Ort ein größeres gastronomisches Angebot, insbesondere Gelegenheiten, wo man nachmittags Kaffee trinken könne.

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