Prozess

Neue Anklage im Prozess gegen Metall-Diebesbande

Vor zwei Jahren begann vor dem Wuppertaler Landgericht der Prozess gegen zwei Hauptangeklagte und mehrere Mittäter.

Vor zwei Jahren begann vor dem Wuppertaler Landgericht der Prozess gegen zwei Hauptangeklagte und mehrere Mittäter.

Foto: Dirk Lotze

Wuppertal.  Der Angeklagte wurde mit Haftbefehl gesucht. Er soll Teil einer Bande gewesen sein, von der das Gericht weitere Mitglieder 2016 verurteilte.

Der 43 Jahre alte Angeklagte wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht. Seinen Prozess begann er mit einem Teilgeständnis. Laut Anklage soll er Teil einer Bande gewesen sein, von der das Gericht weitere Mitglieder schon 2016 verurteilte. In einem neuen Großverfahren um mutmaßlich bandenmäßigen Metalldiebstahl hat der 43 Jahre alter Angeklagte nun also teilweise gestanden.

Den Lastwagen gefahren

Der Mann erklärte vor dem Landgericht in Wuppertal, er habe bei nächtlichen Einbrüchen Beute getragen und bei der anschließenden Flucht Laster gefahren. Einzelheiten wisse er überwiegend nicht mehr. Der Vorsitzende Richter kommentierte im trockenen Ton: „Das haben wir oft, dass jemand, der täglich klauen geht, sich an einzelne Taten nicht mehr so gut erinnern kann.“

Die Polizei hatte nach dem 43-Jährigen mit internationalem Haftbefehl gefahndet. Laut Staatsanwaltschaft war er Teil einer Bande, die Anfang 2015 Metallfirmen in der ganzen Region heimsuchte: Die Täter hatten teils tonnenweise Kupfer, Messing und Edelstahl gestohlen, bei hohen Vandalismus-Schäden an den Gebäuden. Die Beute ging an Hehler in Holland.

Aktionsraum zwischen Sauerland und Velbert

Unternehmer zwischen Velbert und dem Sauerland hatten beklagt, dass sie Material und teils teure Sätze Spezialwerkzeug aus Hochleistungs-Stahl ersetzen mussten. Zudem hätten Versicherungen verlangt, dass sie in Sicherheit investieren: In hohe Zäune, Kameras und Bewegungsmelder, die die Täter teils beim zweiten Besuch nach wenigen Wochen wieder zerstörten. Der Vorsitzende Richter im ersten Verfahren hatte angemerkt: „Es sind letztlich nach dem Gesetz ,nur’ Diebstähle. Es stimmt aber auch, dass es Taten sind, die verunsichern.“

Angeklagtem werden 20 Taten vorgeworfen

Zum Auftakt im neuen Prozess nannte Oberstaatsanwältin Friedel Heuermann rund 20 einzelne Einbrüche, die sie dem 43-Jährigen vorwirft. Es sind nun mehr Taten in Velbert darunter, als im ersten Prozess: Diese Anklagepunkte sollen die Fahnder nachträglich durch DNA-Spuren aufgeklärt haben.

Zudem sind die rechtskräftig verurteilten Angeklagten des ersten Prozesses nun Zeugen gegen den 43-Jährigen. Sie müssen die Wahrheit sagen, um sich nicht erneut strafbar zu machen. Alle Männer stammen aus Rumänien: Laut früherer Geständnisse hatten die Köpfe der Gruppe Landsleute gezielt dort und in Deutschland angesprochen, wenn diese sich in Notlage befanden und Geld brauchten. So gab ein Fahrer an, in einem Imbiss gefragt worden zu sein: Ob er für 300 Euro eine Nacht lang ein Auto fahren würde.

Geld für Parties und Drogen

Einen Teil des Gelds will die Gruppe für Parties und Drogen ausgegeben haben. Der Löwenanteil soll aber in die Taschen der Bosse geflossen sein.

Der 43-Jährige sagte, er habe Laster kurzgeschlossen, um sie zu fahren. Er sei auch mehrfach in Holland dabei gewesen, als Komplizen die Beute übergaben. Er könne sich aber daran nur noch schlecht erinnern. Das Gericht hat zunächst acht weitere Sitzungstermine bestimmt. Im ersten Prozess hatte es zwei Hauptangeklagte zu sieben Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt.

<<< LANGE HAFTSTRAFEN FÜR HAUPTTÄTER

Die beiden Hauptangeklagten im Metalldiebstahl-Prozess wurden im Jahr 2016 vom Wuppertaler Landgericht zu langen Haftstrafen verurteilt.

Die beiden Männer mussten für jeweils sieben Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Beide sollen allerdings ihre mutmaßlichen Mittäter (24 bis 52 Jahre alt) jeweils mit wenigen hundert Euro abgespeist haben – bei einer Gesamtbeute im Millionenbereich.

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