Schulprojekt

NEG-Schüler planen Stratosphärenflug

So sieht sie aus, die Sonde, die nächste Woche mitsamt Kamera und Experimenten in die Stratosphäre aufsteigen soll. Lehrer Tim Enßlen (Mitte), Nicole Tag und Lukas Klemm gehören zum Projektteam.

Foto: Heinz-Werner Rieck

So sieht sie aus, die Sonde, die nächste Woche mitsamt Kamera und Experimenten in die Stratosphäre aufsteigen soll. Lehrer Tim Enßlen (Mitte), Nicole Tag und Lukas Klemm gehören zum Projektteam. Foto: Heinz-Werner Rieck

NEG-Schüler haben eine Sonde gebaut, die bis auf 30 000 Meter Höhe steigen soll. Experimente sind geplant, es werden Daten gesammelt.

Hoch hinaus geht es demnächst für ein Projekt, an dem Schüler des Nikolaus-Ehlen-Gymnasiums (NEG) in den letzten drei Monaten gearbeitet haben. Eine Gruppe aus verschiedenen Jahrgangsstufen möchte nächste Woche eine selbst gebaute Sonde auf einen Flug in die Stratosphäre schicken, sofern das Wetter mitspielt. Bis auf 30 000 Meter Höhe könnte die Styroporbox dann steigen.

Projekt soll auf Arbeit im Unternehmen vorbereiten

Ähnlich wie bei einem Wetterballon sorgt ein mit Helium gefüllter Flugkörper dafür, dass die Sonde – ausgestattet mit GPS, Kamera und Experimenten – in die Höhe steigt und neben schönen Aufnahmen auch für Ergebnisse sorgt. So will die Gruppe beispielsweise den Mythos testen, ob „Blut in der Stratosphäre zu kochen anfängt“.

„Vor zwei Jahren fragte mich der stellvertretende Schulleiter, ob ich nicht solch eine Aktion machen wolle“, erläutert Lehrer Tim Enßlen, Leiter der Astro AG am NEG. „Damals hat es nur nicht gepasst. Die Idee ist trotzdem hängengeblieben.“ Als besondere Lernleistung vor dem Abi soll das Projekt die Schüler auch auf das Arbeiten in Unternehmen vorbereiten. Die Schüler mussten sich daher für die Mitarbeit „richtig bewerben“, erzählt der Lehrer.

Genehmigungen und Versicherung besorgen

Die Aufgaben der insgesamt 28 Schüler – 15 davon bilden das Kernteam – sind breit gestreut: „Über Sponsorensuche, Medienvertretung, Technik oder auch Programmieren gibt es viele Aufgaben für uns. So hat jeder seinen Teil zur Aktion beigetragen“, sagt Lukas Klemm (Klasse 9). Er ist für bewegte Bilder zuständig, hat bereits an dem Vorabvideo für die Schulhomepage mitgewirkt.

Zwei weitere Schüler, die beide Pilot werden möchten, haben sich wiederum um Behörden-Angelegenheiten gekümmert und die Genehmigungen organisiert. „Das war auch für mich spannend“, ergänzt Lehrer Enßlen, „wir brauchten ja auch eine Versicherung, das war ein langwieriger Prozess.“

Sensoren messen Lutdruck und Beschleunigung

Die Sonde enthält viele Features: Kleine Sensoren messen Luftdruck, Beschleunigung und die Höhe des Flugobjekts. Diese Daten werden dann mit vorherigen Berechnungen verglichen – die die Schüler selbst durchgeführt haben. Eine Kamera soll Aufnahmen aus der etwas anderen Perspektive liefern – was auch der geplanten Videodokumentation. dient.

Landung per Fallschirm

Für die sichere Landung ist zwischen Sonde und Heliumballon ein angebracht – der bereits erfolgreich getestet wurde. Damit die Schüler die Drohne auch wiederfinden, befinden sich in der Sonde gleich zwei GPS-Tracker. Die können dann per SMS das Team verständigen, sobald wieder eine Verbindung zum Telefonnetz aufgebaut ist. „So können wir den aktuellen Standort ermitteln“, sagt Lukas Klemm, der nach vorausberechneten Landesimulationen bis zu 300 Kilometer Luftlinie entfernt sein kann. „Wahrscheinlicher ist jedoch ein Umkreis von 50 bis 150 Kilometer“, schätzt Tim Enßlen.

<<< START HÄNGT VOM WETTER AB

Voraussichtlicher Start des Stratosphärenflugs ist kommenden Mittwoch, 12. Juli, zwischen 9.30 und 10 Uhr. Startplatz ist der Hof eines Elternteils, da dort genug Freiraum ist, keine Äste und Bäume den Start des Flugkörpers behindern.

Je nach Wind müssen wir die Aktion verschieben, da wir nicht im Ausland landen dürfen. Desweiteren darf es nicht zu bewölkt sein“, erläutert Schülerin Nicole Tag, die ihre Aufgabe augenzwinkernd als „sowas wie die Pressesprecherin“ beschreibt.

Unterstützt wird das Projekt von verschiedenen Sponsoren, die unter anderem einen Kleinbus und eine Go Pro besorgt haben: Das NEG dankt der Diakonischen Altenpflege Wuppertal, Dachdecker Söhn, dem Laminatdepot, Witte und der Firma Stanol.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik