Trockenheit

Natur in Velbert leidet unter der Trockenheit und der Hitze

Glutofen Deutschland: Seit Wochen brennt die Sonne vom Himmel, Regen gibt es so gut wie gar keinen. Und wenn welcher fällt, ist es entweder zu viel auf einmal oder bei weitem nicht genug, um der Natur zu helfen.

Glutofen Deutschland: Seit Wochen brennt die Sonne vom Himmel, Regen gibt es so gut wie gar keinen. Und wenn welcher fällt, ist es entweder zu viel auf einmal oder bei weitem nicht genug, um der Natur zu helfen.

Foto: Oliver Mengedoht

Velbert.   Bäume werfen Früchte und Blätter ab, Wurzeln sterben. Wie schlimm es wirklich ist, wird sich im Frühjahr zeigen. Im Herbst droht Gefahr.

Es war nur ein Tröpfchen auf den sehr heißen Stein, das da am Mittwochmorgen vom Himmel fiel. „Das hat höchstens die Staubbildung verhindert, ans Wurzelwerk ist da nichts gekommen“, sagt auch Stadtförster Peter Tunecke. Mit Sorge blickt er auf den Wetterbericht – und auf die Natur.

Pflanzen schützen sich

Genauso wie Wilbert Hager. Der Friedhofsgärtner aus Tönisheide ist seit 47 Jahren im Beruf, „aber so etwas habe ich noch nicht erlebt. Das ist verdammt schlimm.“ Pflanzen und Bäume stünden unter Stress, sagt Hager, sie alle gingen derzeit in den Energiesparmodus: „Eichen werfen ihre Früchte ab, andere Bäume die Blätter.“ So funktioniere das in der Natur: Die Mutterpflanze schütze sich zuerst selbst, indem sie Früchte abwerfe oder nicht weiterentwickele.

Wenn das nicht mehr hilft, sind die Blätter dran. „Wir haben momentan eine Situation ähnlich wie im November 2017“, sagt Peter Tunecke und meint damit, dass sich vielerorts das Laub verfärbt und schließlich abfällt. Produziert ein Baum dann plötzlich übermäßig viel Samen, dann hat er es bald hinter sich: „Schwächelt ein Individuum, steckt es die Energie in die Reproduktion. Es geht dann nicht mehr um Selbsterhalt, sondern um den Erhalt der Art.“

Platanen werfen Rinde immer ab

Keine Sorgen machen müsse man sich hingegen um die Platanen, erläutert Wilbert Hager. Die schmeißen momentan zwar ihre Rinde ab, „das ist bei Platanen aber normal – nur in diesem Jahr vielleicht etwas extremer.“ Dramatischer werde es, wenn die Borke Risse bekommt. Dann haben es Schadinsekten und Pilze leichter, den Baum zu befallen.

Ein ganz anderes Problem könnte aber erst im Herbst zu Tage treten, fürchtet Wilbert Hager: „Kleine Wurzelstränge sterben in der Hitze ab. Sie können dann kein Wasser mehr aufnehmen, gleichzeitig verliert die Pflanze an Stabilität.“ Regnet es zudem nur wenig, bildet sich flaches Wurzelwerk, denn das Wasser gibt es nur nah an der Oberfläche. „Kommt dann im Herbst der erste richtige Sturm, könnten zahlreiche Bäume umkippen.“

Landregen müsste her

Damit die Flora eine Chance bekommt, sich zu regenerieren, müsste jetzt ein leichter Landregen her – und das mehrere Tage lang. „Denn bei Platzregen droht zusätzlich die Erosion des Bodens“;, erläutert Peter Tunecke. Der sei durch die Trockenheit nicht in der Lage, viel Wasser auf einmal aufzunehmen. „Das meiste fließt dann einfach ab.“

Wie schlimm die Schäden an Bäumen und Pflanzen sind, das kann Peter Tunecke derzeit noch nicht abschätzen: „Das werden wir erst im nächsten Frühjahr sehen.“

<<< WIESEN REGENERIEREN SCHNELL

Gartenbesitzer brauchen sich um ihren Rasen nicht sorgen, sagt Gerd Teichmüller vom Obst- und Gartenbauverein Neviges.

Der sei zwar jetzt braun, wenn dann aber genug Wasser komme, „dann ist der in drei bis vier Wochen wieder grün.

Obstbäume könnten gut über den Herbst kommen, „wenn es jetzt Wasser gibt“.

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