Kirche

„Nächstenliebe“ begeistert evangelische Gemeinde Neviges

Jugendleiter René Görtz im Kreis der Spiele-Lounge-Teilnehmer. Von ihm stammt auch die Idee zur Aktion „Nächstenliebe“.

Jugendleiter René Görtz im Kreis der Spiele-Lounge-Teilnehmer. Von ihm stammt auch die Idee zur Aktion „Nächstenliebe“.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Neviges.  Viel Spaß hatte die evangelische Gemeinde Neviges bei ihrem Projekt „Nächstenliebe. 40 Tage Liebesoffensive.“ Überraschungen gab es dabei genug.

Paul (14) reibt sich vor Vorfreude die Hände. „Ha, Looping Louie!“ Sekunden später saust der Plastikpinn mit der lustigen Figur in die Höhe, alle lachen, alle haben Spaß. Nicht gerade brandneu das Spiel, aber immer wieder schön, finden auch Seamus, Leander und Jaakobah. Der letzte Programmpunkt des Projektes „Nächstenliebe. 40 Tage Liebesoffensive“, bei dem fast die ganze evangelisch-reformierte Kirchengemeinde seit Ende Mai mitgemacht hat, lag in den Händen des CVJM: eine offene Spiele-Lounge für Jedermann. Kartenspiele, Brettspiele, alte Bekannte wie eben Looping Louie – man hatte die Qual der Wahl. „Ich finde toll, dass man hier neue Spiele ausprobieren kann und die später vielleicht mal kauft“, meint Leander. Hier konnte er sogar hautnah erleben, wie ein neues Spiel erfunden wird. „Das werde ich mir auf jeden Fall gleich mal angucken.“ Eine Premiere, die sich auch Pfarrer Detlev Gruber nicht entgehen lassen wollte.

„Tres“ heißt das neue Strategiespiel von Benjamin Schultz, der sich über die große Resonanz im Jugendkeller freute: „Kann sein, dass noch Fehler drin sind, das wird sich im Laufe des Abends dann zeigen, das ist ja ein fließender Prozess.“ Bei „Tres“ gilt es, eine Stadt im Wilden Westen zu bauen. „Das Besondere ist, dass alle gleichzeitig bauen, keiner wartet, es gibt keine Pausen, alle sind beschäftigt. Jeder baut seine eigene Stadt“, so Schultz.

Jeder eine Stadt im Wilden Westen

Dabei gilt es zu beachten: Wieviel Gewerbe wird benötigt, wieviel Ländereien, und wie bringe ich das Thema „Recht und Ordnung“ in meiner Stadt unter?

Es mochte Zufall sein, dass der CVJM den letzten Programmpunkt von „Nächstenliebe“ auf die Beine stellte, bevor alle beim Gottesdienst in der Stadtkirche und anschließendem Kaffeetrinken auf dem Kirchplatz Bilanz zogen. Noch einmal diese Aktion Revue passieren ließen, die es in dieser Form und Größe noch nie in der Gemeinde gegeben hat. Auf jeden Fall war es passend, dass der CVJM den Schlusspunkt setzte, denn auch wenn über 20 Gruppen mitzogen und viele, viele Helfer aus allen Generationen an den 25 Aktionen beteiligt waren: „Nächstenliebe. 40 Tage Liebesoffensive“ hat vor allem Jugendleiter René Görtz aus der Taufe gehoben.

Großer Andrang beim Running Dinner

Seine ursprüngliche Idee, dass die Gemeinde etwas zusammen macht, sich die Mitglieder untereinander besser kennenlernen und dabei auch neue Kontakte nach außen knüpfen, sei bestens umgesetzt worden. „Alle Gruppen hatten ihre Sachen gut vorbereitet, und alles war mit Liebe gemacht“, sagt Görtz. Gemeinsam mit Presbyteriums-Mitglied Dietgard Reith erinnert er sich besonders gern an das „Running Dinner“ mit über 50 Teilnehmern. „Jede Familie bewirtete drei Mal sechs bis acht Gäste.“ In Windeseile hatten sich im Mai fünf Gastgeber gemeldet und für manche Überraschung gesorgt: „Kinder erzählten von mit Linsen gefüllten Kohlrouladen, das kannte keiner, fanden aber alle lecker,“, sagt René Görtz. Auch er fand das Dinner „ganz großartig“, doch seine persönliche Lieblingsaktion sei die Nachbarschafts-Party bei ihm im Garten gewesen: Die ging bis spät in die Nacht mit 60 zumeist unbekannten Gästen.

Kinder schliefen auf dem Trampolin ein

„Wir hatten die Eltern der Freunde unserer Kinder eingeladen. Es war, als kenne man sich schon lange, wir haben bis in die Nacht gegrillt, sechs Kinder sind auf dem Trampolin eingeschlafen.“ Besonders gefreut habe ihn darüber hinaus die Reaktion einer Frau, die im Rahmen von „Nächstenliebe“ den Jugendgottesdienst „The Core“ kennengelernt hatte. Der wird vier Mal im Jahr angeboten und hat die nicht mehr ganz junge Dame dermaßen beeindruckt, dass sie dort jetzt immer hingehen will. Weitere Aktionen: Kino in der Kirche, Konzerte, Gottesdienste im Stadtgarten und vieles mehr.

Ja, die Aktion „Nächstenliebe“ war ein voller Erfolg, so waren sich alle einig, und sie sollte auf jeden Fall wiederholt werden. Auch sonst hat die Gemeinde in Zukunft einiges vor: Mit Hilfe von sieben Bausteinen, die im Abschlussgottesdienst in der Stadtkirche genannt wurden, will man das Leben in der Kirche noch bunter und abwechslungsreicher gestalten. So lautet Baustein sechs: „Das Allgemeinwohl in Neviges fördern und nach außen hin offen für neue Kontakte sein.“ Mit Baustein fünf möchte man „jungen Menschen Gestaltungsmöglichkeiten geben.“ Nach dem Gottesdienst trafen sich alle bei strahlender Sonne zum fröhlichen Kaffeetrinken auf dem Kirchplatz, Thema: Pläne schmieden für die nächste Liebesoffensive.

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