Serie: Gesund durch den Sommer

Mit weißem Ton im Gepäck in den Urlaub düsen

Apothekerin Martina Bellers gibt Tipps, damit kein Zipperlein die Urlaubsfreuden trübt.

Apothekerin Martina Bellers gibt Tipps, damit kein Zipperlein die Urlaubsfreuden trübt.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Neviges.  Endlich Urlaub, Stress adé. Warum der Körper gerade jetzt oft streikt und was man dagegen tun kann, erklärt Apothekerin Martina Bellers.

Endlich Urlaub, endlich Zeit für sich, für die Familie. Doch statt das zu tun, worauf man sich so lange gefreut hat, macht der Kreislauf schlapp. Schlägt dann noch Montezumas Rache zu, ist der Tag komplett gelaufen. „Damit der Urlaub wirklich die verdiente Erholung bringt, sollte man sich schon Zuhause gegen lästige Krankheiten wappnen“, rät Martina Bellers in der vierten Folge unserer Serie „Gesund durch den Sommer“.

Papaya hilft bei Blähungen

Ungewohntes Essen, andere Öle und lange Flugzeiten seien für das Immunsystem eine Herausforderung, die nicht unterschätzt werden sollte. „Gerade in fernen Ländern oder an sehr heißen Sommertagen kann unser Verdauungssystem streiken, es kann zu Magen- Darmbeschwerden kommen.“

Wieder ins Gleichgewicht kommen

Hier gebe es jede Menge pflanzlicher Mittel, die dem Körper dabei helfen könnten, schnell wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Bei unangenehmen Blähungen und Verstopfung seien Präparate aus Papaya-Extrakt angezeigt, in hartnäckigen Fällen gebe es auch hoch dosierte Mineralpräparate, die unter anderem aus Magnesium bestehen.

Weißer Ton räumt sanft auf

Um nicht wertvolle Urlaubstage auf dem stillen Örtchen zu vergeuden, kann man schon Zuhause vorbeugen. „Laktobazillen und Bifidobakterien stärken den Darm und bereiten ihn auf die ungewohnte Situation vor.“ „Mit guten Bakterien kann der Darm viel besser mit krank machenden Keimen und ungewohnten Speisen umgehen.“ Falls trotzdem Montezumas Rache zuschlagen sollte, empfiehlt die Apothekerin und Heilpraktikerin Bolus Alba, also weißen Ton, den es mit speziellen pflanzlichen Arzneimitteln zu kaufen gibt. „Bloß nicht etwas nehmen, das einfach nur stopft. Der Körper muss ja los werden, was ihn belastet. Durch die Tonerde werden Wasser und Keime gebunden, das ist eine gute Alternative.“

Wenn Ruhe krank macht

Dass bei Mückenstichen kühlende Umschläge wie aus Rosmarin und Thymian helfen, kam bereits in der Folge „Schöne Sommerhaut“ zur Sprache. Ein Phänomen habe sie in den letzten Jahren verstärkt beobachtet. Das „Leisure-Sickness-Syndrom“ schlage auch zu, wenn man „nur“ an die Nord- oder Ostsee oder in die Alpen fahre. Oder sich einfach nur auf ein paar ruhige Tage zuhause freue: „Der Stress in Beruf und Familie ist so groß, dass der Körper viel Stresshormone ausschüttet, um diese Zeit zu überstehen. In den ersten Urlaubstagen lässt diese Hormonproduktion dann nach und der Körper reagiert erstmal mit Unwohlsein, man fühlt sich einfach krank, oft richtig erschöpft.“

Rechtzeitig Stress reduzieren

Durch die plötzlich veränderte Lebensweise – Ruhe, vielleicht mehr Sport, auch hocke oft die ganze Familie aufeinander – könne das Immunsystem nicht angemessen auf die neue Situation reagieren. „Das Immunsystem wurde ja die ganze Zeit im Beruf unterdrückt, um den Anforderungen Stand zu halten.“ Fehle das unterdrückende Stresshormon, schlage das Immunsystem schon bei Kleinigkeiten aus. Wer diese Situation von sich kennt, sollte vorbeugen. Diverse pflanzliche Präparate normalisieren rechtzeitig den Stress und unterstützen die Regenationsphase. „Dazu gehört zum Beispiel die Passionsblume.“ Präparate aus dem Extrakt gibt es als Tropfen oder Tabletten.

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