Corona-Pandemie

Velbert: Mit Stoßlüften das Virus in Klassenräumen bekämpfen

Am Nikolaus-Ehlen-Gymnasium gibt es genügend Fenster, die zum Lüften geöffnet werden können.

Am Nikolaus-Ehlen-Gymnasium gibt es genügend Fenster, die zum Lüften geöffnet werden können.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Velbert.  Im Winter kommen neue Herausforderungen auf Bildungseinrichtungen zu. Schüler müssen sich wohl auf mehr Frischluft gefasst machen als üblich.

Es wird kühler in den kommenden Tagen und der Herbst wird endgültig Einzug halten. Und mit verfärbten Blättern, Kastanien und kalten Winden kommt auch die Angst vor der berühmt-berüchtigten zweiten Corona-Welle. Nicht nur, dass sich die Grippe-Saison mit Covid vermischen dürfte, zusätzlich besteht auch Gefahr, weil viele der Präventionsmaßnahmen im Herbst nur noch schlecht auszuführen sind.

Schüler witterungsgerecht anziehen

Stoßlüften in einer Schulklasse bei vier Grad und Regen? Eher schwierig – doch bei richtiger Kleidung machbar.„Wir haben einen Elternbrief verfasst, in dem wir darum bitten, die Schüler witterungsgerecht anzuziehen“, berichtet Antje Häusler, Schulleiterin der Velberter Gesamtschule Mitte. Alle zwanzig Minuten etwa wolle man für drei oder vier Minuten lüften, die Fenster dann wieder schließen. „Wir orientieren uns da am Gesundheitsamt“, sagt die Schulleiterin.

Warten in der frischen Luft

„Der Unterricht ist jetzt schon geprägt von verschiedenen Hygienebedingungen wie dem Händewaschen vor dem Unterrichtsbeginn – jetzt kommt eben auch noch das Stoßlüften während des Unterrichts hinzu“, so die Pädagogin. Doch nicht nur während, sondern auch zwischen den Stunden müssen sich die Schüler an der Gesamtschule auf mehr Frischluft gefasst machen. „Wir haben vor Kurzem unsere Mensa wieder für alle Jahrgangsstufen geöffnet“, sagt Häusler. Um größere Schüler-Ansammlungen zu vermeiden, gebe es mittlerweile vier Essens-Schlangen. Und da könne es passieren, dass die Schüler am Ende dieser Schlangen für eine kurze Zeit draußen warten müssten.

Kleidung nach dem Zwiebel-Prinzip

„Deshalb bitten wir die Eltern, die Kinder im Zwiebel-Prinzip anzuziehen.“ Bedeutet: Kleidungsschicht über Kleidungsschicht, so dass die einzelnen Kleidungsstücke leicht an- und wieder ausgezogen werden können.

Lösungen für jede einzelne Schule finden

Am Nikolaus-Ehlen-Gymnasium ist das Zwiebel-Prinzip bisher noch kein Thema. „Ich denke, wir müssen jetzt mit Ruhe und Besonnenheit in den Kommunen schauen, welche Schule welches Konzept annehmen kann, genau wie bei den Hygienekonzepten“, sagt Conrad Aust, Schulleiter am NEG. „Wir können auf jeden Fall alle unsere Fenster öffnen“, sagt er. Ob das jedoch wirksam sei, könne er nicht beurteilen, er sei schließlich weder Arzt noch Virologe. Das nicht alle Schulen den Luxus genießen, ihre Fenster überall öffnen zu können, weiß Aust. „Deshalb müssen wir Lösungen für jede einzelne Schule finden.“

Als er gefragt wird, ob die Schüler im Winter mit Pudelmütze im Unterricht sitzen müssten, lacht er kurz auf. „Das ist natürlich eine provokante Frage, aber nein, ich denke nicht, dass sie das müssen.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel indes hat die Fragen rund um die Hygiene-Bedingungen in Schulen während des Winters erst jüngst mit SPD-Chefin Saskia Esken sowie den Bildungsministern aus Bund und Ländern in einer extra dafür einberufenen Konferenz thematisiert. Ein Konzept, wie die Schulen während der kalten Jahreszeiten mit dem Virus umgehen sollen, dürfte demnach bald von den Ländern verabschiedet werden. Bis dahin schauen erst einmal alle Schulen für sich, welche Möglichkeiten sie haben – Pudelmützen aber gehören wohl eher nicht dazu.

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