Gewerkschaft

Michele Dattaro von der Velberter IG Metall verabschiedet

Das war’s: Der (noch) 59-jährige Michele Dattaro verabschiedet sich in die passive Altersteilzeit. Nach seiner Ausbildung bei AEG trat er schnell in die IG Metall ein und kletterte die Karriereleiter nach oben.

Das war’s: Der (noch) 59-jährige Michele Dattaro verabschiedet sich in die passive Altersteilzeit. Nach seiner Ausbildung bei AEG trat er schnell in die IG Metall ein und kletterte die Karriereleiter nach oben.

Foto: Carsten Klein

Velbert-Mitte.   Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall in Velbert nutzt das Angebot der passiven Altersteilzeit. Er will sich jetzt auf seinen Kotten zurückziehen.

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„Vielen Dank, dass Du Dich für uns jahrelang eingesetzt hast!“ Michelle Dattaro musste gestern viele Hände schütteln. Zahlreiche Gewerkschaftsmitglieder kamen, um den ersten Bevollmächtigen der IG Metall in Velbert zu verabschieden. Der (noch) 59-jährige nutzt das Angebot der passiven Altersteilzeit, um sich mehr um seine Familie und seine Hobbys zu kümmern.

Sein Vater kam als italienischer Gastarbeiter nach Essen und arbeitete im Bergbau, mit zehn Jahren kam die Familie nach. Nach der Schule machte Michele bei AEG-Kanis eine Lehre zum Maschinenschlosser. „Wie das so ist, die Kollegen fragten, ob ich nicht in die Gewerkschaft eintreten wolle, wo ich mich in der Jugendvertretung engagierte.“ So hatte er nicht nur bald den Vorsitz der DGB-Jugend in Essen inne, sondern wurde freigestellter Betriebsrat.

Vom Siepensturm belästigt

1989 kündigte er, bildete sich bei der Akademie der Arbeit weiter und arbeitete bei der IG Metall in Unna, bevor er 1991 als Sekretär nach Velbert kam. Er wohnte damals in Neviges, wo der rechtsradikale Siepensturm sein Unwesen trieb. „Meine Familie fühlte sich unwohl, sie wollte wegziehen, aber ich wollte meine Arbeit für die Gewerkschaft in Velbert nicht aufgeben. Wir suchten nach einem alten Kotten in der Umgebung, den wir und herrichten konnten.“

Fündig wurde man am Niederrhein, „In mühsamer Arbeit haben wir einen alten Bauernhof in Hamminkeln repariert.“ Die Ehefrau, die drei Kinder und der behinderte Bruder hatten in dem Refugium auf dem Land mit Pferden und Hunden ihr Zuhause gefunden. „Dafür habe ich gerne die Fahrzeit von einer Stunde pro Strecke in Kauf genommen.“

Ländliche Dependance in Italien

In Italien haben die Dattaros ihre ländliche Dependance. „Auf einem geerbten Grundstück erzeugen wir unseren eigenen Primitivo und Olivenöl. Die Erzeugnisse lassen wir Deutschland analysieren und verkaufen sie im kleinen Rahmen.“ Jetzt freut sich der Ruheständler, der 2013 einen Schlaganfall ohne bleibende Schäden überwunden hatte, sich mehr seinem Hobbys, zu denen auch Motorrad fahren gehört, widmen zu können.

Schaut er auf seine Velberter Tätigkeit zurück, so freut es ihn, dass er drohenden Personalabbau verhindern konnte, Betriebe in die Tarifbindung brachte und Betriebsräte installierte. Weniger erfreulich war der massiver Stellenabbau bei den Gießereien, den alle Bemühungen der IG Metall nicht verhindern konnte. Für die Zukunft wünscht Michele Dattaro, dass die Betriebsräte mehr wahrgenommen werden.

<<< NACHFOLGER WIRD AM 14. MÄRZ BESTIMMT

Nachfolger im Amt des 1. Bevollmächtigen der IG Metall Velbert könnte der bisherige Sekretär Hakan Civelek werden.

Die Entscheidung treffen die Delegierten auf ihrer Zusammenkunft am kommenden Mittwoch, 14. März.

Michele Dattaro wünscht sich zum Abschied, dass auf die Qualifizierung der Mitarbeiter besonderer Wert gelegt wird.

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