Handel

Marktbesucher schätzen Einkauf an der frischen Luft

Shopping unter freiem Himmel: Auf dem Nevigeser Wochenmarkt gibt’s im unteren Bereich der Fußgängerzone auch einige Kleiderstände.

Shopping unter freiem Himmel: Auf dem Nevigeser Wochenmarkt gibt’s im unteren Bereich der Fußgängerzone auch einige Kleiderstände.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Neviges.  Der Wochenmarkt in Neviges ist während der Corona-Krise noch beliebter als sonst. Dafür nennen die zufriedenen Besucher mehrere Gründe.

Norbert Nitsch ist ein vorsichtiger Mann. Die ständig steigenden Corona-Infektionszahlen bereiten ihm große Sorgen, „wenn es nicht anders geht, bleibe ich zurzeit am liebsten zuhause.“ Einkaufen im Supermarkt? „Nicht so gerne, da passen die Leute oft nicht auf und halten keinen Abstand.“ Umso sicherer fühlt sich der Senior jeden Donnerstag mitten in Neviges – wie so viele Marktbesucher. Seit jeher ist der Wochenmarkt in der Fußgängerzone sehr beliebt, jetzt während der Corona-Krise umso mehr. Einkaufen an der frischen Luft, das schätzen alle, die hier entspannt von Stand zu Stand schlendern.

Ein himmlischer Einkauf

Wie Schwester Ursula, die mit dem Fahrrad vom Diakonissen-Mutterhaus Bleibergquelle in die Altstadt geradelt ist. „Das ist großartig hier.“ Auch sie fühlt sich zurzeit in Lebensmittelmärkten nicht besonders wohl. „Das ist schon schön hier, so unter freiem Himmel. Ich gehe sonst höchstens mal zu Netto, manchmal geht es ja nicht anders. Man braucht ja doch so dies und das, was es nicht auf dem Markt gibt.“ Für heute hat Schwester Ursula ihren Einkauf erstmal erstmal erledigt, ein bisschen Obst und Gemüse, muss ja auch alles transportiert werden. Jetzt den Leinenbeutel in den Fahrradkorb und zurück zur Bleibergquelle.

Lob vom Kartoffelhändler

Linda, Laura, Annabell – wer Kartoffeln mag, kommt an „Kartoffeln Sieg“ aus Bochum nicht vorbei. Geduldig und mit großem Abstand warten die Kunden, keiner mault, alle sind entspannt, und ganz selbstverständlich trägt jeder hier einen Mundschutz. Und das vorbildlich auch über der Nase. Verkäufer Alessandro Maugeri packt alles fix ein, hier noch eine Zwiebel, „probieren Sie doch mal die roten“. Über guten Umsatz freut er sich auch heute. „Ja, wir haben in diesen Zeiten mehr Kunden als sonst.“ Aber das sei kein Vergleich zum Frühjahr. „Beim Lockdown, da sind wir hier überrannt worden.“ Der gebürtige Italiener, der für seinen Chef auf vielen Märkten in der Region steht, verkauft ausgesprochen gern in der Nevigeser Fußgängerzone. „Der Markt hier ist wirklich schön, der hat was. Und dann in so einer kleinen Stadt, das hat hier schon Potenzial.“

Ein sicheres Gefühl

Schräg gegenüber verkauft Jutta Kokott frische Eier aus Tönisheide. Ihren Chef Hartmut Ehlert, der mit seinem Stand auch dienstags und freitags auf dem Markt in Velbert-Mitte auf dem Offersplatz steht, vertritt sie immer gern. „Die Leute sind alle freundlich, das sind angenehme Kunden.“ Und durch die Bank diszipliniert. „Ich musste noch nie etwas sagen, von wegen Abstand halten oder so. Das klappt hier wirklich gut.“ Findet auch Ursula Jansen. „Ich fühle mich hier absolut sicher und wohl. Allerdings bin ich aber auch nicht besonders ängstlich. Ich geh immer gern über den Markt, schon allein, um mal jemanden zu treffen.“ Und zurzeit, ja, da schätze sie den Einkauf unter freiem Himmel besonders.

Besser draußen sitzen

Ein Donnerstag ohne Markt? Für Gudrun und Klaus Joest undenkbar. „Ist immer schön hier. Ich geh im Moment ungern irgendwo rein, wir setzen uns auch im Café oder Restaurant am liebsten nach draußen.“ Entlang der Fußgängerzone sind die Tische der kleinen Cafés und des Eissalons gut besucht, ist ja auch recht mild an diesem Morgen. „Wenn es möglich ist, sitz ich zurzeit am liebsten draußen“, meint auch Stefan Ludwig, der an diesem Donnerstag frei hat und sichtlich entspannt von Stand zu Stand schlendert.

Der Markt als Wechselstube

Niemand, der einem zu nah auf die Pelle rücke, viel frische Luft und falls es doch mal enger wird, könne man ja gut ausweichen: Lothar Jäger, der bei Wind und Wetter von Tönisheide zum Markt kommt, fühlt sich gerade in diesen Zeiten hier besonders wohl. „Wenn Sie sonst einkaufen gehen, nehmen die Leute ja kaum Rücksicht. Die drängeln an den Regalen, gehen eng an einem vorbei, halten oft einfach keinen Abstand. Hier hab ich Platz und viel frische Luft, hier fühl ich mich sicher.“ Und als Blumenfreund werde er hier immer fündig. „Ich brauch das, ist mir einfach wichtig.“

Bei den Markthändlern ist Lothar Jäger nicht nur als treuer Kunde beliebt: „Ich sammel zuhause 10 Cent Stücke und so. Das tausch ich dann hier ein gegen Scheine, die Händler freuen sich, die brauchen ja immer Kleingeld.“

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