Klassentreffen

Langenberger treffen sich 70 Jahre nach dem ersten Schultag

17 Leute sind 70 Jahre nach ihrem ersten Schultag an der Packkiste zusammengekommen, um sich an alte Zeiten zu erinnern. Sie kommen aus

17 Leute sind 70 Jahre nach ihrem ersten Schultag an der Packkiste zusammengekommen, um sich an alte Zeiten zu erinnern. Sie kommen aus

Foto: Uwe Möller

Langenberg.   Vor 70 Jahren hatten sie ihren ersten Schultag auf der Packkiste in Langenberg. Beim Klassentreffen hatten sich die Ehemaligen viel zu erzählen.

70 Jahre ist es her: Am 1. April 1949 feierten 48 I-Dötze ihren ersten Schultag auf der Packkiste. Nun blickten 17 von ihnen auf die gemeinsame Zeit zurück, hatten sich aber auch viel über die Jahre zu erzählen, in denen sie sich aus den Augen verloren hatten. Umrahmt von dem Programm, das Horst Gramme und Bernd Linkert organisiert hatten, wurden zunächst das Bürgerhaus und die Buchmacherey von Hans Josef Altmann besucht, danach ging es zum Klönen und Schmausen ins Restaurant Hirsch.

Von den damals 48 Schülern und Schülerinnen sind inzwischen acht verstorben, 26 über die Jahre aus Langenberg fortgezogen und 14 leben noch heute hier. Eine von ihnen ist Karin Herrmann, die den Kontakt zu ihren anderen Mitschülern immer gehalten hat: „Wir haben uns immer mal getroffen, aber es war schwierig, weil nicht mehr alle hier wohnen.“ Sie wurde im Alter von sechs Jahren eingeschult, am 1. April, da waren manche Kinder auch erst fünf Jahre alt.

Klassentreffen fanden regelmäßig statt

Ein kleiner harter Kern trifft sich jedes Jahr im Sommer bei Angelo. Und auch dieses Treffen ist nicht das erste seiner Art: „Es ist nicht das erste größere Klassentreffen, vor zwei Jahren haben wir uns schon mal getroffen, da haben wir 60 Jahre Entlassung gefeiert.“ Und schon damals wurde der jetzige Termin vereinbart.

Hermann erinnert sich auch noch an ihre Schulentlassung am 31. März 1957. An dem Tag feierte sie auch ihre Konfirmation. Und am nächsten Tag begann für sie früh morgens der erste Arbeitstag. Sie sollte am 1. April ihre Lehre in Bonsfeld bei Gurau und Martius beginnen. Doch weil sie tags zuvor die große Feier hatte, durfte sie einen Tag später beginnen.

Gesprächsthema sind unter anderem Veränderungen im Bürgerhaus

Auch Ulrich Eigen kann sich an vieles erinnern: „Wenn wir mit Schlitten vom Öhlersberg runterfuhren, sind wir immer gegen den Zaun von PLC gefahren.“ Eigen wohnt in Weissach im Tal und hatte die wohl längste Anfahrt: rund viereinhalb Stunden mit dem Wohnmobil, das ihm auch gleichzeitig die Übernachtung in Langenberg sichert.

Beim Essen tauschen sie sich über die Veränderungen im Bürgerhaus aus. Für Ulrich Eigen hat sich wenig geändert, die Empore, die Orgel, alles sei wie früher. Elke Lüdeking geborene Kohlenbach, die nach Moers zog, sieht das anders, für sie hat sich vieles im Bürgerhaus getan: „Es ist heller, freundlicher, das Kino damals war noch drin, auch die Kneipe.“ Bei der Turnhalle stimmt auch Ulrich Eigen zu, die habe sich sehr verändert.

Auch Bilder von damals dürfen nicht fehlen

Ein Foto von der vierten Klasse, das 1952 „Am Acker“ aufgenommen wurde, wird herumgereicht. Eigen erzählt dazu: „Dort gab es eine große Wiesen, einen Bolzplatz. Ich durfte ein Gedicht aufsagen, wie immer“. Er sei leicht zu erkennen, weil er der einzige sei, der auf dem Foto nicht zu erkennen ist: Er hält sich die Hände vors Gesicht.

17 ehemalige Schüler der Packkiste sind zu dem Treffen gekommen: aus Bochum, Wuppertal, Halver, Essen und eben auch aus Weissach im Tal. „Auch aus Velbert“, wird lachend ergänzt.

Bis in den späten Abend an alte Zeiten erinnern

Für Margot Illigen war es dieses Mal nicht ganz so einfach zu dem Treffen zu kommen: „Heute waren gleich drei Klassentreffen angesagt, eines der Heinrich-Kölver-Realschule in Neviges, wo ich vor 60 Jahren entlassen wurde.“ Außerdem trafen sich ihre Mitschüler der MTA Schule des Essener Elisabeth Krankenhauses und dann dieses Treffen. Sie habe Stäbchen gezogen und musste die MTA-Schule ausfallen lassen.

Als es plötzlich ganz still im Hirsch wird, ist klar, dass das Essen aufgetragen wurde. Noch bis in den späten Abend tauschten sich die Klassenkameraden von damals aus.

>> AUF DER PACKKISTE DEN VOLKSSCHULABSCHLUSS MACHEN

  • Im Volksmund nannte man sie Packkiste: die Volksschule Kuhstraße, die Schüler von der 1. bis zur 8. Klasse besuchen konnten.
  • Nach der 4. Klasse konnte man aufs Gymnasium oder die Realschule wechseln. Wer auf der Packkiste blieb, konnte dort den Volksschulabschluss erlangen.
  • Auf dem Nachbargrundstück der Packkiste wurde die heutige Gemeinschaftsgrundschule Kuhstraße errichtet.

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