Bezirksausschuss

Langenberger Lokalpolitiker besuchen Brückenbaustelle

Die Mitglieder des Bezirksausschusses Langenberg haben sich die Brückenbaustelle am Kreiersiepen angeschaut.

Die Mitglieder des Bezirksausschusses Langenberg haben sich die Brückenbaustelle am Kreiersiepen angeschaut.

Foto: Editha Roetger

Langenberg.  Seit Mitte Mai wird die Brücke am Kreiersiepen in Langenberg saniert. Lokalpolitiker haben sich an Ort und Stelle ein Bild gemacht.

„Wir haben Sie eingeladen, weil so großes Interesse an dieser Baumaßnahme besteht“, damit begrüßte Bauingenieurin Swetlana Kebsch die Mitglieder des Langenberger Bezirksausschusses an der Brückenbaustelle Kreiersiepen. „Das hätte keiner gedacht, vorher“ tönte es aus den Reihen der Politiker, die vor gut vier Jahren im Grunde nur beantragt hatten, die Oberfläche mit Pflastersteinen altstadtgerecht anzupassen. „In dem Zuge schaute man sich auch die Brücke genauer an“, berichtete die Mitarbeiterin der Technischen Betriebe Velbert (TBV), und habe festgestellt, dass „diese gleich mit erneuert werden muss“.

Baustelle wurde Mitte Mai eingerichtet

Mitte Mai wurde die Baustelle nun eingerichtet. Im Vorfeld hatte ein Unternehmen die umliegenden Objekte fotografiert, kartografiert und abschließend Gutachten erstellt, die neben den TBV selbst auch die Eigentümer erhielten. Da es durch die Arbeiten an der Brücke auch Erschütterungen geben kann, vielleicht auch Beschädigungen an Häusern, kann man so den aktuellen Zustand vor Beginn der Baumaßnahme belegen.

Swetlana Kebsch erläuterte dann die Maßnahme im Einzelnen: Da die Brücke in einem Überschwemmungsgebiet liegt, gelten andere Vorschriften. So müsse auch für den statistisch errechneten Fall eines Hochwassers vorgesorgt werden. „Alle hundert Jahre passiert das“, sagt die Bauingenieurin, dennoch würden, sobald die Brücke abgebaut ist, Sandsäcke bereitgestellt.

Dazu gibt es eine Besonderheit: Werden bei Brücken normalerweise Versorgungsleitungen in großen Rohren unterhalb des Körpers verlegt, werden am Kreiersiepen die Versorgungsleitungen Teil des Brückenkörpers selbst.

Querschnitt der Brücke bleibt gleich

Den Grund dafür erläuterte Swetlana Kebsch: „Als Hochwasserschutzmaßnahme darf der Querschnitt des Wasserdurchflusses des Hardenberger Bachs nicht vergrößert werden.“ War die Brücke zuvor eine Gewölbebrücke, so wird sie nach Abschluss der Arbeiten eine Plattenbrücke. Dadurch vergrößere sich der Querschnitt eigentlich, sagt Kebsch. Der Brückenkörper selbst werde nun aber dicker, um die Leitungen aufzunehmen. So bleibt der Durchflussquerschnitt identisch.

Dann wechselte Kebsch zum aktuellen Stand der Dinge: Ursprünglich seien zwei Versorgerbrücken geplant gewesen. „Dann stellte sich heraus, dass doch eine reichte.“ Dass die Maßnahme nicht im Winter durchgeführt werden kann, liege unter anderem daran, dass gerade die Gasleitungen in der kalten Jahreszeit, außer in Notfällen, nicht bearbeitet und verlegt werden. Und: In gut anderthalb Wochen soll mit dem Abbruch der Brücke begonnen werden.

Überraschende Funde während der Arbeit

Die BZA-Mitglieder reihten sich um die Kopflöcher – Bereiche, in denen die Leitungen freigelegt, gekappt und umgelegt werden. Dort erzählte die Bauleiterin von den ersten Überraschungen. Beispielsweise fanden sich Leitungen, die nur mit Papier ummantelt sind. Auch befindet sich noch das alte Pflaster an vielen Stellen unter der Asphaltschicht. „Es ist ganz spannend“, erzählte sie weiter. Sie habe bei der Ausschreibung darauf geachtet, dass, je nachdem wie viele Pflastersteine gefunden werden, diese gereinigt und wieder verwendet, werden. Falls das nicht möglich sei, weil es zu wenig sind, würden die Steine eingelagert und anderweitig genutzt.

Steine sind fast doppelt so groß wie andere

Die gefundenen Steine haben fast die doppelt Größe von denen, die in der Mühlenstraße verlegt sind. Wenn die Anzahl reicht, würde sie gerne die großen nehmen.„Damals wurde so richtig schön massiv gebaut“, sagt Swetlana Kebsch, weshalb „die Seitenfundamente belassen werden können.“ Darauf wird die neue Konstruktion für die Plattenbrücke installiert.

Nach der Baubesichtigung ging es für die BZA-Mitglieder ins Bürgerhaus. Dort fragte Frank Röhr, Die Grünen, in der eigentlichen Sitzung nach, ob ein Fledermausgutachten für die Brücke erstellt worden sei. Dies musste verneint werden, die Verwaltung wolle sich aber noch einmal dazu melden.

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