Reise

Langenberger Ehepaar reiste mit dem Camper bis Marokko

Monika und Rainer Kimmeskamp genießen auf ihrer Tour gen Süden die Sonne. „Wir wollen reisen, so lange die Gesundheit das noch mitmacht“, sagen die beiden.

Monika und Rainer Kimmeskamp genießen auf ihrer Tour gen Süden die Sonne. „Wir wollen reisen, so lange die Gesundheit das noch mitmacht“, sagen die beiden.

Foto: Rainer Kimmeskamp

Langenberg.   Monika und Rainer Kimmeskamp reisen gern, zuletzt ging es mit dem Wohnmobil bis Marokko. Und die nächste Tour der Langenberger ist schon geplant.

„Ich bin so ein Typ, der sagt: Wenn ich zwei Mal an den gleichen Ort fahre, könnte ich ja einen anderen spannenden Ort verpassen.“ Rainer Kimmeskamp lacht, als er das sagt. Gerade erst ist er mit seiner Frau Monika von einer fast 8000 Kilometer langen Tour zurückgekehrt: Über Frankreich und Spanien bis nach Marokko und am Atlantik lang zurück. Die nächste Fahrt ist auch schon längst geplant – und die wird fast genauso lang: rund um die Ostsee, einschließlich Abstecher zum Nordkap.

Reisen, solange es gesundheitlich geht

So lange wir gesundheitlich noch dazu in der Lage sind, wollen wir reisen“, sagt der 66-jährige Langenberger. „Handwerklich haben wir beide genug getan.“ Seine Frau Monika (61) nickt zustimmend. Das Haus, in dem die beiden wohnen, ist Marke Eigenbau, komplett. „Vom Ausschachten bis zum Dachstuhl“, sagt Rainer Kimmeskamp. Dazu war er selbstständig, als Malermeister.

Zuerst zu vielen Segeltörns abgelegt

Unterwegs waren die beiden immer schon gerne: „Früher hatten wir ein Segelboot, ein Vierteljahrhundert lang“, erzählt Rainer Kimmeskamp. „Vom Ijsselmeer aus sind wir dann unterwegs gewesen.“ Doch irgendwann „wird das eintönig, da kennt man jeden Hafen und den Hafenmeister mit Namen“. Also hätten die beiden das Boot verkauft und beschlossen, „alles, was wir bislang vom Wasser aus gesehen haben, nun von Land aus zu sehen.“

Nach einem ersten Test mit einem geliehenen Wohnmobil auf der Route Napoléon stand fest: „Wir brauchen ein eigenes Fahrzeug.“ So klein wie möglich und so groß wie nötig sollte der Camper sein. „Wir fahren ja nicht von A nach B und bleiben dann in B“, sagt Rainer Kimmeskamp. „Wir fahren von B aus ja noch weiter.“ Und da braucht es eben einen Wagen, mit dem das Ehepaar auch in Städten und Dörfern zurecht kommt. Mit dem neuen Wohnmobil – ohne Fernseher, „wir lesen lieber oder spielen Karten“ – ging es probehalber zum Gardasee. „Da passte alles, also konnten wir längere Touren in Angriff nehmen.“

Ohne Navi und geeignete Karte

Und so ging es Anfang diesen Jahres gen Süden. „Wir haben geschaut, wo es schön warm ist. Irgendwann ist man den Winter ja leid“, sagt Rainer Kimmeskamp lachend. Da sei ihm Sevilla aufgefallen. Also habe ein Ziel schon mal festgestanden. „Und wenn ich den afrikanischen Kontinent schon sehen kann, dann will ich da auch hin“, fährt der 66-Jährige fort.

Über Frankreich und Spanien ging es dann nach Marokko. „Ohne Navi, meins hat nur Europakarten“, sagt Rainer Kimmeskamp. Auch die Karte war nicht dafür ausgelegt, das Land genauer zu erkunden. Trotzdem „haben wir interessante Leute kennengelernt.“ Dass er keinerlei Fremdsprachen spricht, sieht Rainer Kimmeskamp dabei nur als kleines Problem. „Wir sind offene Menschen, haben keine Berührungsängste.“ Und mit Händen und Füßen kann man sich auch gut verständigen – zumal seine Frau Monika immerhin „einigermaßen mit Englisch zurecht kommt“.

Sich Zeit lassen und eine Menge erleben

Und weil sie sich Zeit lassen auf ihren Touren, erleben sie auch eine Menge. So erzählt Rainer Kimmeskamp von abenteuerlichen Kreisverkehren in Marokko – „das erste Mal, dass mich die Fahrerei entnervt hat“; von einer Essensbestellung in Portugal, die sogar funktioniert hat, oder von dem Versuch, die Verdonschlucht in Frankreich zu finden: „Wir haben in einem Dorf einen alten Mann nach dem Weg gefragt, in ganz fürchterlichem Französisch“, erzählen die beiden lachend.

Als der Mann Richtung Kirche geschlurft sei, „da haben wir gedacht: ,Ah, der Priester spricht Deutsch.’“ Doch die Lösung war viel einfacher: „Der Mann ging um die Kirche herum und sagte nur: ,Da’. Wir waren schon längst da.“ Beide lachen herzhaft.

Insgesamt 7851 Kilometer lang war die Tour, im Spätsommer oder Herbst soll es wieder losgehen. Dann wollen Monika und Rainer Kimmeskamp einmal um die Ostsee fahren, inklusive Abstecher ans Nordkap. „Ich will das Nordlicht sehen“, sagt der reiselustige Senior, „deswegen fahren wir so spät.“ Und einen Traum habe er auch noch: „Mit dem Wohnmobil die Welt umrunden, inklusive Fahrt durch das Himalaya-Gebirge.“

>> VOR DER TOUR GEHT ES IN DIE LUFT

  • Bevor Monika und Rainer Kimmeskamp zu ihrer Ostsee-Tour aufbrechen, geht der 66-Jährige erstmal in die Luft – wortwörtlich. Ende Mai möchte er seinen A-Schein im Paragliding machen. „Eventuell hänge ich dann noch einen zweiten Kurs in den Dolomiten dran“, sagt er und lacht.
  • Angst vor der Höhe habe er nicht, sagt Rainer Kimmeskamp. „Das macht mir nichts. Ich habe nur ein bisschen Sorge, dass ich der Älteste bin und ich mit den jungen Leuten nicht ganz mithalten kann.“

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