Tag des Buches

Langenberger Antiquariate bieten Besonderes

Buchbinder Michael Rönsberg stellte ein indisches Palmblattbuch aus Birma sowie diese originalgetreue Nachbildung einer Gutenberg Bibel aus den Jahren 1452 bis 1454 zum Welttag des Buches aus

Buchbinder Michael Rönsberg stellte ein indisches Palmblattbuch aus Birma sowie diese originalgetreue Nachbildung einer Gutenberg Bibel aus den Jahren 1452 bis 1454 zum Welttag des Buches aus

Foto: Uwe Möller

Langenberg.   Zum Welttag des Buches bieten die Antiquariate in Langenberg Besonderes – etwa eine Nachbildung einer Gutenberg-Bibel.

Den Welttag des Buches feierte die Bücherstadt Langenberg mit besonderen Angeboten, erweiterten Öffnungszeiten und seltenen Buchausgaben. So hatte Buchbinder Michael Rönsberg ein indisches Palmblattbuch aus Birma sowie eine originalgetreue Nachbildung einer Gutenberg Bibel aus den Jahren 1452 bis 1454 ausgestellt. Weltweit existieren noch 48 Exemplare der 42-zeiligen Bibel aus der Bibliothek des Pariser Kardinals Mazarin.

Den Einband hat Rönsberg selbst gestaltet

Sein Exemplar hat der Buchbinder aus seinem persönlichen Besitz zum Bestaunen mitgebracht und es im Schaufenster dekoriert. „Alles, was farblich ist, ist von französischen Kunststudenten von Hand ausgemalt worden“, weiß Rönsberg. Das Buch ist unverkäuflich und „im Grunde ist sie auch unbezahlbar“. Den Einband habe er nach alten Vorlagen gestaltet. Allerdings hat sich der Wuppertaler auf die Schließen beschränkt: Die Originale hatten sehr viel mehr Metall und für sein Faksimile hätte dieses zierende Metall noch einmal 500 Euro gekostet.

Gleich dahinter steht ein ähnlicher Einband mit Metallschließen. In der Buchbinderei zeigt er dann eine alte Bibel aus dem Jahr 1750, die er zum Binden da hat.

Der Rücken ist aus Schweinsleder gebunden

„300 Jahre nach Gutenberg wurde dann auch schon zweifarbig gedruckt“, erläutert der Buchliebhaber. Doch man habe sich aus Kostengründen auf das farbige Titelblatt beschränkt. Liebevoll schlägt er den alten Holzdeckel des Buches der Bücher auf. „Damit es flexibel bleibt und nachgeben kann ist der Rücken aus Schweinsleder gebunden.“

„Im Honnes“ dürfen seltene Bücher gelesen werden

„Im Honnes“ begrüßen Gudrun Sieg-Küster und Ehemann Heinz-Gerd Küster mögliche Gäste. Seit fünf Jahren arbeitet Sieg-Küster ehrenamtlich für die Bücherstadt. Im Honnes stehen die Ausstellungen der „Göttlichen Komödie“ von Dante Alighieri sowie das „Goethe und Gingko“-Zimmermuseum im Vordergrund. Küster betont: „Hier kann man arbeiten. Nicht jedes Buch im Honnes ist verkäuflich.“ Dafür könne man aber in seltenen Büchern lesen, sie hautnah erfahren. Regelmäßig sind vor allem Langenberger Bücher vergriffen. Ab und an gäbe es noch diese alten Schätze. Und ein komplettes Regal bietet Bücher aus den umliegenden Städten.

Altmann kehrte erst in der Nacht aus Mainz zurück

In der Mühlenstraße ist Mike Schultz bei Hans Josef Altmann zu Besuch. Schultz hält Bücher für den Erhalt der Geschichte für sehr wichtig: „Im Internet weiß man gar nicht mehr, was wahr ist.“ Bücher sind für ihn faktisch. „Früher bin ich in Büchereien gegangen, habe mich dort erkundigt.“ Er ist schon oft an Altmanns Druckerei vorbei gegangen, nun hat er endlich den Schritt hinein geschafft. „Ich bin ganz begeistert. Ich wusste gar nicht, dass man hier an Workshops teilnehmen kann“, freut er sich. Hans Josef Altmann ist erst in der Nacht aus Mainz zurück gekommen, wo er seine „Buchdruckerey“ beim Osterspektakel vorgestellt hat. Am Dienstag zeigte er seine Arbeit seinen begeisterten Besuchern.

Kaffee, Kekse, Bücher und Rabatte

Auch die „Bücherquelle“ an der Kamperstraße hat bereits am Vormittag geöffnet. Zum Welttag des Buches informieren Bernd Rier und Ruth Scharf. Mit Kaffee und Keksen erfreuen sie neben einer großen Auswahl von Büchern und Rabatten die Besucher.

So auch Angelika Berking, die mindestens einmal pro Woche reinschaut. An den Tag des Buches hatte die Langenbergerin nicht gedacht, ihr war lediglich der Lesestoff ausgegangenen. Ein Buch über Griechenland lässt sie in ein Gespräch mit Bernd Rier versinken. Im nächsten Monat will sie wahrscheinlich auf die Peloponnes. „Die Bücher ,Richtig reisen’ von DuMont gefallen mir richtig gut“.

Manche Besucher suchen auch Fotomotive

Auch der nächste Besucher steuert gezielt das Regal mit den DuMont-Büchern an. Er hat Urlaub und endlich mal Zeit in Ruhe zu stöbern: „Diese dicken Kulturführer sind klasse.“ Er kaufe auch nicht im Internet, aus Prinzip. Ein Glück, dass Bernd Rier gerade da ist. Der ehrenamtliche Mitarbeiter der Bücherstadt weiß ganz genau, was der Verein derzeit im Lager liegen hat, kann aber leider nicht helfen.

Raymund Schoen kommt dazu. Der Ratinger sucht gezielt Fotomotive und hat gezielt wegen des Tags des Buches seinen Weg nach Langenberg eingeschlagen. In der Bücherquelle war er noch nie und wird sicherlich wieder kommen. Dann geht er weiter auf die Suche nach Motiven für seine Fotoausstellung in Ratingen.

Bücherflohmarkt findet im Mai statt

Alte Bücher, Stiche, Grafiken und alles rund um das Thema Papier gibt es wieder am zweiten Wochenende im Mai: am Sonntag, 12. Mai, lädt der Verein „Bücherstadt Langenberg“ von 11 bis 18 Uhr auf dem Froweinplatz an der katholischen Kirche St.Michael ein.

Mehr als 25 Antiquare und Sammler aus der gesamten Region wie auch aus den Niederlanden bieten dann ihre Schätze an: neben antiquarischen Büchern auch Vintage-Fotos und viele andere Sammelobjekte aus Papier. Auch die Antiquariate der Bücherstadt sind an diesem Tag geöffnet.

Der Verein zur Förderung der Bücherstadt Langenberg e.V. lädt die Antiquare in jedem Jahr schon im Februar ein, übernimmt die komplette Organisation der Veranstaltung und beantragt die erforderlichen Genehmigungen.

Die Stände werden nach den Wünschen der Marktbeschicker verteilt, sie werden aus Holland geliefert, auf- und abgebaut und sind alle gleich. Tapeziertische o.ä. sind zu den Büchermärkten nicht erwünscht. Der Preis für die hübschen holländischen Stände wird vom Verein eins zu eins an die Teilnehmer durchgereicht.

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