Jobcenter

Langenberger ärgert sich über das Jobcenter Velbert

Der Neubau des Jobcenters ME aktiv an der Kreuzung Heiligenhauser-/Jahnstraße. Hier will der Mann nun die Unterlagen persönlich abgeben.

Der Neubau des Jobcenters ME aktiv an der Kreuzung Heiligenhauser-/Jahnstraße. Hier will der Mann nun die Unterlagen persönlich abgeben.

Foto: Uwe Möller

Langenberg.   Seit mehr als einem Jahr ist ein Langenberger arbeitslos. Als er Hartz IV beantragen will, beginnt für ihn eine ärgerliche Odyssee.

Etwas mehr als ein Jahr ist es nun her, dass ein Langenberger (Name der Redaktion bekannt) seinen Job verloren hat. 28 Jahre lang hatte er zuvor in der gleichen Firma gearbeitet. Nach einem Jahr erfolgloser Suche nach einer neuen Stelle muss der Mann Hartz IV beantragen: Damit beginnt eine unerfreuliche Odyssee

Im Oktober 2017 verliert der Langenberger den Job

Doch von vorn: Im Oktober 2017 wird dem Mann nach Umstrukturierungen in der Firma gekündigt. Statt aber den Kopf in den Sand zu stecken, wird er aktiv: „Ich habe Weiterbildungen gemacht, unter anderem den Führerschein für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen“, erzählt er. Außerdem schreibt er in den folgenden zwölf Monaten mehr als 300 Bewerbungen – ohne Erfolg. „Es ist unglaublich, was auf dem Mark t los ist. Da gibt es einfach nichts“, berichtet der bald 50-Jährige.

Nach einem Jahr schließlich füllt er einen Antrag auf Hartz IV aus. Kurzfristig erhält er ein Jobangebot – „aber das war dann doch nichts, nach einer Woche war schon wieder Schluss weil die doch keine Verwendung für mich hatten.“ Mitte Oktober reicht er den Antrag beim Jobcenter ein. „Einen Teil der Formulare bekam ich zurück, es würden Unterlagen fehlen.“ Innerhalb von drei Tagen, so sagt der Mann, reicht er die Unterlagen nach. Doch das genügt immer noch nicht.

Mehr als zwei Monate ohne Geld

Mehrere Male wird er aufgefordert, weitere Belege nachzureichen. „Das habe ich immer schnell erledigt, meist innerhalb von drei Tagen.“ Doch nach Aussagen seiner zuständigen Sachbearbeiterin seien einige dieser Dokumente nie bei ihr angekommen, berichtet der Mann.

Mittlerweile sind mehr als zwei Monate vergangen, doch Geld ist dem Langenberger noch nicht überwiesen worden, nicht mal ein Vorschuss. „Ohne meine Eltern wäre ich mittellos“, erzählt er, hörbar angeschlagen. Und fügt an: „Ich will denen ja nichts, die haben ja viel zu tun. Ich will nur wissen, was los ist.“

„Fehler sollten nicht passieren“

Ein Anruf bei Franz Heuel, Geschäftsführer des Jobcenters ME aktiv. Er rät dem Mann, sich noch einmal persönlich zu melden. Bei Problemen mit der Sachbearbeiterin möge er sich an die Teamleitung wenden. „Ich will nicht ausschließen, dass Fehler passieren. Das soll nicht so sein, kommt aber leider vor.“ Der Langenberger beherzigt den Vorschlag. Doch erst die Teamleitung hilft ihm, nicht die zuständige Sachbearbeiterin. Auch seine Mutter ist nun involviert, greift ihm unter die Arme, da er nervlich inzwischen arg angegriffen ist. Sie werde sich nun um die fehlenden Dokumente kümmern, ihr Sohn die Unterlagen dann persönlich abgeben. „Eine sinnvolle Idee“, sagt auch Franz Heuel – und versichert: „Wir sind grundsätzlich bemüht, denen, die einen Rechtsanspruch haben, auch zu ihrem Recht zu verhelfen.“ Läuft doch mal etwas schief, „dann gehen wir der Sache auch nach.“

Der Langenberger hofft nun, dass diesmal alle eingereichten Formulare und Dokumente ausreichen, damit der Antrag bewilligt wird.

<<< BESCHWERDEMANAGEMENT SOLL HELFEN

Das Jobcenter ME aktiv hat auch eine Stelle im Haus, die sich mit Beschwerden der Kunden auseinandersetzt, sagt Geschäftsführer Franz Heuel. Das so genannte Kunden-Reaktions-Management nehme sich solcher Fälle an, kläre Probleme intern und gehe Beschwerden gezielt nach.

Wenn auch Sie negative bzw. positive Erfahrungen mit dem Jobcenter gemacht haben und uns davon berichten möchten, dann melden Sie sich einfach in der Redaktion. Das geht per Mail unter redaktion.velbert@waz.de oder auch telefonisch unter der Nummer (02051) 495 -31.

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