Kultur

Kunstprojekt „Pharus“ begeistert Besucher im Dom zu Neviges

Der Dom im Rausch der Farben und Klänge: Das Kunstprojekt „Pharus“ beeindruckte die Besucher.

Der Dom im Rausch der Farben und Klänge: Das Kunstprojekt „Pharus“ beeindruckte die Besucher.

Foto: Peter Preis

Neviges.   Das Kunstprojekt „Pharus“, eine Sinfonie aus Klängen und Bildern, begeisterte die Besucher im Dom. Der Farbenrausch machte viele sprachlos.

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Kühl und weiß ist die Wand hinter dem Altar. Wie aus dem Nebel bildet sich ein Felsen, die Kuppen mal groß, mal klein, mal hellgrau, mal anthrazitfarben. Sie verschwinden, kommen wieder, scheinen zu tanzen – und auf einmal ist man gefangen, ist mitten drin. Mit der Entstehung des Mariendoms beginnt „Pharus“, das atemberaubende Kunst-Projekt aus Licht, Farben und Klängen im Dom zum Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten. Alle drei Veranstaltungen sind ausverkauft.

Was ist „Pharus“? Viel mehr als eine Wallfahrt in vier Stationen, viel mehr als eine unglaublich stimmige Sinfonie aus Farben, Licht und Klängen. „Ganz schwer zu beschreiben. Ich fand es faszinierend, wie lebendig Beton werden kann“, sagte treffend ein Besucher, den Bruder Frank in der kurzen Pause per Mikrofon nach seinen Eindrücken fragte.

Ein Perspektivwechsel ist bei „Pharus“ gewünscht

Auch das gehört zu „Pharus“, sich auszutauschen, miteinander zu reden, die Perspektive zu wechseln: Was bedeutet, sich tatsächlich nach dem ersten Durchgang dieses 40 Minuten dauernden Farben- und Klangrausches einen anderen Platz im Dom zu suchen, so regte Bruder Frank bei der Begrüßung an. Sitzt man auf der Empore oben rechts, fällt der Blick auf das ständig wechselnd illuminierte Rosenfenster. Oder auf die Seitenkapelle mit der Mariensäule – die sich mal in tiefem Violett, mal heiter orange zeigt. Steht man dagegen, vom Eingang aus gesehen, unten links, entdeckt man hoch oben ein tiefgrünes Fenster, sieht ein erleuchtetes Kreuz

Ja, „Pharus“ macht sprachlos. Auch, weil der Dom nicht Kulisse ist, sondern vielmehr die Hauptrolle spielt. „Beton lebendig machen“, wie es ein Besucher treffend nennt, das hat die Künstlergruppe „Area Composer“ perfekt hinbekommen. So wird der Besucher in der zweiten Station „Epiphany“ geradezu hineingezogen in einen Sog aus Farben und Formen, die sich mischen, auflösen, neue Verbindungen eingehen. „Epiphany“ soll die Glasfenster porträtieren, die den Besucher im Dom empfangen.

Viel Platz für eigene Gedanken und Emotionen

„Die beiden ersten Teile fand ich sehr schön, aber der dritte, der war sehr dramatisch, sogar bedrohlich. Das fand ich beängstigend, ich war da auch so mitten drin“, meint Besucherin Ute Hoyer. Tatsächlich geht es in der Station „Purification“ auch um den Blick in das eigene Ich. Um Hoffnungen, Erinnerungen, eben auch Ängste. Da werden, so projizieren es die Farben an die Altarwand, in einer kargen Felslandschaft Tiere gejagt, die Zuflucht suchen. Da greift eine Faust, so scheint es, nach einem Kind. All das wird nicht jeder Pharus-Besucher so empfinden – auch das ist gewollt: Hier ist viel Platz für Phantasie, für eigene Gedanken, Emotionen.

„Salvation“ versetzt in eine heitere Stimmung

Zartes Grün, Hellblau und dazu eine heitere, gelassen stimmende Musik: „Salvation“, die letzte und vierte Station, führt aus der Kirche hinaus in die Natur, ans Meer vielleicht. Die Klänge verstummen, im Dom geht das Licht an, die Altarwand ist wieder „nackt“. Zurück bleiben Besucher, die tief durchatmen. Petra Stoll: „Wahnsinn.“

Ein Paukenschlag am Ende des Jubiläumsjahres

„Pharus“ ist ein Paukenschlag am Ende eines spannenden Jubiläumsjahres. Mehr als 5000 Fotos und 14 Stunden Tonaufnahmen haben Peter Hölscher, Ronald Gaube und Dorothee Pilavas in drei Jahren zusammengetragen, die Licht-Installationen stammen von Uta von Schenck und Paul Friedel.

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