Kinder-Kunstprojekt

„Kulturrucksack“ bringt Kids in die Grundsteinkiste

Im Rahmen des „Kulturrucksack“-Programms luden Meike Schuster (l.) und Birgitt Haak (M.) Kinder in die Ausstellung Grundsteinkiste im Bürgerhaus Langenberg ein.

Im Rahmen des „Kulturrucksack“-Programms luden Meike Schuster (l.) und Birgitt Haak (M.) Kinder in die Ausstellung Grundsteinkiste im Bürgerhaus Langenberg ein.

Foto: AlldieKunst

Langenberg.   Nach einer Führung durch die Ausstellung im Bürgerhaus werden Kinder selbst zu Künstlern: Sie gestalten ihre eigenen Grundsteinkisten.

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Sieben neugierige Kinder und Jugendliche sind ins Bürgerhaus gekommen, um die Grundsteinkisten kennen zu lernen. Die meisten sind zwar aus Langenberg, haben aber von der außergewöhnlichen Sammlung noch gar nicht gehört.

Der Kulturrucksack Nordrhein-Westfalen führt sie in die Ausstellung. Das landesweite Programm wird vom Kulturministerium gefördert und ermöglicht Kindern und Jugendlichen Zugang zu kulturellen Angeboten. Da kooperiert das AlldieKunst-Haus gerne und bietet den jungen Menschen von zehn bis 14 Jahren eine ganz besondere Kunsterfahrung.

Auch die Geschichte der Ausstellung wird den Kindern erzählt

Kunstpädagogin Meike Schuster und Künstlerin Birgitt Haak empfangen die jungen Gäste mit einem bunten Angebot. Zunächst gibt es spannende Details zur Sammlung zu hören: Von Künstler Norbert Bauer Mitte der 1990er Jahre initiiert, fand das Großprojekt Grundsteinkiste zur Finanzierung eines Kunsthauses in Langenberg reichlich Zuspruch. Künstler aus ganz Europa bemalten, verzierten oder behauten die drei rohen Kalksandsteine. Diese wirken, in eine Holzkiste nebeneinander gesetzt, wie kleine Triptychen. Über 400 Stück fanden ihren Weg zurück nach Langenberg. Seit letztem Jahr hat die Sammlung nun endlich ihre ständige Heimat im Wandelgang des Bürgerhauses gefunden.

Mit großen Augen betrachten die Kinder und Jugendlichen die vielfältigen, oft bunt gestalteten Steine: „Cool, wie die Künstler das gemacht haben“ staunt die 14-jährige Yvonne. Ihre Lieblingskiste hat sie schnell gefunden: „Die mit den glitzernden Sternen im dunklen Blau“, erklärt sie. Die Künstlerin Nobuko Sugai hat ihre Steine in Nachtfarben getaucht und kleine Planeten hinzugefügt. Dass man oft etwas genauer hingehen muss, um Details der Gestaltungen zu erkennen, haben Schuster und Haak schon erwähnt. Auch Yvonne kann dies bestätigen: „Ich hab im Mond sogar ein winziges Auge gesehen. Das sieht man aber erst, wenn man richtig nah rangeht.“

Dann geht’s mit Zetteln auf Erkundungstour durch die Welt der Kunstwerke

Dann sind die jungen Besucher selbst gefragt: Mit einem Zettel voller Fragen und Aufgaben machen sie sich auf Erkundungstour durch die Sammlung: Welche Grundsteinkiste hat Deine Lieblingsfarbe? Wie viele Kisten sind fast ganz rot? „So entdecken die Kinder und Jugendlichen die Kunstwerke aus ihrer eigenen Perspektive und lernen durch eigene Erfahrung“, erklärt Meike Schuster.

Nach so vielen Eindrücken sind die jungen Gäste nun selbst gefragt: Birgitt Haak hat Kinder-Grundsteinkisten vorbereitet, die den Originalen sehr ähnlich sind. Drei „Holzsteine“ gilt es nun zu bemalen und bekleben. Dass Yvonne vor allem Blautöne verwendet, überrascht kaum. Die gerade betrachteten Grundsteinkisten inspirieren und regen eigene Gestaltungen an.

Nils (11) freut sich, nun selbst kreativ werden zu können: „Ich mag die Kunst hier. Echt gut, dass ich jetzt selbst was machen kann.“ Mit bunten Bändern umschlingt er seine drei Steine. So, dass diese nicht mehr auseinander zu bewegen sind. Das Ergebnis ist äußerst dekorativ und ansprechend.

Cedric bemalt seine Grundsteinkiste mit Deckfarben. Trotzdem sieht sie fast aus wie besprüht. Kein Wunder: Der Jugendliche liebt die Graffiti-Kunst, malt und zeichnet jeden Tag. Beim Kulturrucksack dabei zu sein ist auch für ihn etwas Besonderes: „Die Ausstellung ist außergewöhnlich. So etwas habe ich noch nie zuvor gesehen.“ (mes)

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