Vereine in Langenberg

Kuhstall-Theater Langenberg entstand aus Missverständnis

Lange Jahre war Jose Almansa verantwortlicher Leiter des Kuhstall-Theaters. Die Aufgabe hat er vor drei Jahren abgegeben, ist aber als Schauspieler immer noch dabei.

Lange Jahre war Jose Almansa verantwortlicher Leiter des Kuhstall-Theaters. Die Aufgabe hat er vor drei Jahren abgegeben, ist aber als Schauspieler immer noch dabei.

Foto: WAZ

Langenberg.  Seit exakt dreißig Jahren gibt es das Langenberger Theater-Kollektiv Kuhstall-Theater. Am anfang stand allerdings ein Missverständnis.

„Ich habe das gerne gemacht“, sagt José Almansa, „weil ich meiner künstlerischen Ader freien Lauf lassen konnte“. Almansa war 27 Jahre lang Leiter und Regisseur des Kuhstall-Theaters in Personalunion.

2017 hat er die Leitung an Stefan Lindemann abgegeben, trotzdem ist er noch immer dabei, wenn es auf die Bühne geht. „Ich habe viel Fantasie, die ich dort einbringen kann und ich male gerne. Ich kann mich da also künstlerisch ausleben“, sagt er.

Gegründet an der Grundschule Kuhstraße

Gegründet wurde das Kuhstall-Theater 1990 an der Langenberger Grundschule Kuhstraße. „Bei einer Elternversammlung ging es darum, was wir veranstalten könnten“, erzählt das Gründungsmitglied Almansa. „Da kamen die üblichen Ideen auf, Weihnachtsbasar zum Beispiel.“

Irgendwann aber habe jemand eingeworfen, man könne doch ein Theaterstück auf die Bühne bringen. „Das wurde dann etwas falsch interpretiert“, erzählt Almansa grinsend. „Statt der Kinder haben die Eltern schließlich Theater gespielt.“

Premiere kurz vor Ostern 1990

Mit 25 Leute standen sie damals auf der Bühne, kurz vor Ostern 1990 gab es die Uraufführung. „Wir hatten viel Erfolg damit und haben das Stück dann im Laufe des Jahres noch zweimal aufgeführt.“ Mittlerweile gibt es bis zu sechs Auftritte pro Jahr, bei denen die Gruppe bis zu 1500 Leute erreicht.

„Das ist für eine kleine Velberter Theatergruppe eine beachtliche Zahl“, sagt Almansa und fügt an: „Wir sind in Langenberg schon eine Kulturinstitution geworden.“ Wegen der großen Nachfrage spielt die Gruppe mittlerweile in der Aula des Langenberger Gymnasiums, wo deutlich mehr Platz zur Verfügung steht.

Gute Beziehung zum Gymnasium

„Zum Gymnasium haben wir sehr gute Beziehungen“, sagt Almansa. So kommt es auch, dass zwei Lehrkräfte der Schule bei dem Projekt dabei sind. „Wir haben insgesamt knapp 40 Mitglieder und im Prinzip kann jeder mitmachen, abgesehen von kleinen Kinder.“

Aufnahmekriterium sei nur Spaß daran zu haben, „irgendetwas mit Theater zu machen“. Darunter falle etwa das Schneidern, das Schaffen von Kulissen, aber auch Ton- und Lichttechnik oder das Schauspielern. „Da ist es am schwierigsten, Leute zu bekommen, weil sich die meisten nicht trauen, auf der Bühne zu stehen.“

Eintritt finanziert den Verein

Mithilfe der Eintrittsgelder trägt sich der Verein selbst. „Wir versuchen, die Kosten so gering wie möglich zu halten: alle schauen immer erstmal bei sich im Keller, ob sie nicht noch Sachen haben, die wir brauchen könnten“, sagt Almansa. Da kein Mitglied Geld mit dem Theater verdient, wird jeder Überschuss an die lokalen Schulen gespendet.

In diesem Jahr hätte die Gymnasium-Aula übrigens Zeuge der „Kleinen Hexe“ werden sollen. Pandemiebedingt musste die Vorstellung jedoch abgesagt werden. „Wir haben uns allerdings vor einer Woche getroffen, um zu überlegen, was wir machen können. Aber die Zeiten sind natürlich ungewiss.“

„Kleine Hexe“ kommt vielleicht nächstes Jahr auf die Bühne

Wenn irgend möglich, soll das Stück nun im kommenden Jahr aufgeführt werden. „Im Großen und Ganzen steht dafür ja alles, wir müssten nur eine Schauspielerin ersetzen, die aus beruflichen Gründen ausgestiegen ist, aber das sollte machbar sein.“ Falls die Pandemie mitspielt und nicht weiter an ihrer Hauptrolle festhält.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben