Insolvenzverfahren

Küpper Metallverarbeitung aus Velbert ist insolvent

Bereits 2017 hatte die Firma Küpper schon mit einer Insolvenz zu kämpfen. Damals gehörte das Unternehmen dem indischen Investor Amtek.

Bereits 2017 hatte die Firma Küpper schon mit einer Insolvenz zu kämpfen. Damals gehörte das Unternehmen dem indischen Investor Amtek.

Foto: Ulrich Bangert

Velbert-Mitte.   Küpper Metallverarbeitung hat am Freitag beim Amtsgericht in Wuppertal Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt.

Die Küpper Metallverarbeitung, ein traditionsreicher Automobilzulieferer aus Velbert, hat am Freitag beim zuständigen Amtsgericht Wuppertal Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht hat diesem entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung über das Unternehmen angeordnet, heißt es in einer Pressemitteilung. Bei einer Betriebsversammlung wurden die insgesamt rund 230 Mitarbeiter am Freitag informiert. „Sie sind geschockt und stinksauer“, sagt Hakan Civelek, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Velbert.

„Aufgrund gescheiterter Verhandlungen mit den Finanzieren des Unternehmens ist es erforderlich geworden, dass wir die vor einigen Monaten angestoßene Restrukturierung nun in diesem Rahmen fortsetzen müssen“, erläutert Geschäftsführer Philip Hertzog, der das Unternehmen auch im Eigenverwaltungsverfahren führen wird, die Ausgangslage. Erst vor sechs Monaten sei das Unternehmen nach einem vorherigen Insolenzverfahren von der thailändischen Holding PCS und der deutschen Unternehmerfamilie von Waldow übernommen worden, so Civelek.

Düsseldorfer Anwalt begleitet Verfahren

Zur Seite steht Hertzog ab sofort der Düsseldorfer Rechtsanwalt und Sanierungsexperte Dr. Dirk Andres von der Kanzlei Andres Partner, der mit seinem Team bereits eine Vielzahl von Unternehmen erfolgreich bei deren Eigenverwaltungsverfahren begleitet hat. Er wird den Automobilzulieferer dabei unterstützen, einen Plan für die langfristige Fortführung des Unternehmens zu erstellen und damit die gegenwärtige Situation hinter sich zu lassen. „Unser Ziel ist es, Küpper für die Zukunft neu aufzustellen“, sagt Andres. Positiv wertet er den Umstand, dass die Geschäftsführung sich rechtzeitig dafür entschieden habe, diesen Weg zu gehen.

„Der Geschäftsbetrieb ist stabil“

„Der Geschäftsbetrieb ist stabil, und wir verdienen Geld“, sagt Hertzog. Dies bestätigt auch Hakan Civelek: „Dort wurden Überstunden gemacht und sogar Sonntagsarbeit beantragt. Hier wird ein Unternehmen kaputt gemacht, das eigentlich gesund war“, so der Gewerkschafter. Dies mache auch die Küpper-Mitarbeiter sauer.

Aufgabe werde es jetzt sein, Vertrauen in das Unternehmen wiederherzustellen und es so auszustatten, dass ein langfristiger Fortbestand im Interesse von Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden sowie Gläubigern sichergestellt ist, erklärte Geschäftsführer Hertzog.

Bei ihrem Vorhaben wird Küpper auch durch den gerichtlich bestellten vorläufigen Sachwalter, Rechtsanwalt Dr. Jens Schmidt, begleitet. Schmidt, dessen Aufgabe es ist, das Unternehmen während des gesamten Prozesses zu überwachen und Gläubigerinteressen zu wahren, ist seit Dezember 2018 auch vorläufiger Insolvenzverwalter der Traditionsgießerei Küpper Metallverarbeitung Heiligenhaus GmbH.

Belegschaft ist informiert

Der Geschäftsbetrieb der Küpper Metallverarbeitung Velbert GmbH wird derweil ohne Einschränkung fortgeführt. Die Produktion ist auch während des Eigenverwaltungsverfahrens gewährleistet. „Unsere Auftragsbücher sind voll“, sagt Hertzog. „Unsere Kunden beliefern wir auch weiterhin in vollem Umfang, pünktlich und in gewohnter Qualität.“

Zusammen mit dem Restrukturierungsbevollmächtigten Dr. Dirk Andres hat Hertzog am Freitag die Belegschaft über die aktuelle Situation und die nächsten Schritte informiert. Die Löhne und Gehälter der insgesamt rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien für drei Monate durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Die Vorfinanzierung werde kurzfristig beantragt.

>>KÜPPER VELBERT HAT 230 MITARBEITER

  • Die Küpper Metallverarbeitung Velbert GmbH ist in der Entwicklung und Fertigung von Präzisionskomponenten für die Automobilindustrie mit den Produktsegmenten Motorkomponenten, Radaufhängungen und Lenkungsteile sowie Getriebeteile tätig.
  • Zu den Kunden gehören weltweit tätige Hersteller von Autos und Nutzfahrzeugen sowie die Zulieferindustrie. In Velbert arbeiten rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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