Kultur

Künstlerin Andrea Müller fühlt sich in Langenberg inspiriert

Die Künstlerin Andrea Müller in ihrem „Atelier 12“ im „Honnes“ in der Langenberger Altstadt.

Die Künstlerin Andrea Müller in ihrem „Atelier 12“ im „Honnes“ in der Langenberger Altstadt.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Die Malerin Andrea Müller hat ihr „Atelier 12“ im Obergeschoss des „Honnes“ in Langenberg eingerichtet. Dort unterrichtet sie auch kleine Gruppen

Leise klingt klassische Musik aus einem kleinen Radio. Das Fenster ist einen Spalt geöffnet, lauwarme Luft zieht herein. Auf der Anrichte steht ein Teller mit frischen Waffeln, im Regal daneben stehen Gläser mit Pinseln, Dosen mit Farbe und mit Reinigungsmittel, an den Wänden hängen Bilder in allen möglichen Formaten.

Das ist das Reich von Andrea Müller. Um dort hinzugelangen, müssen Besucher mitten in die Langenberger Altstadt – in den „Honnes“. Durch das Antiquariat geht es eine knarzende Holztreppe hinauf ins zweite Obergeschoss.

Künstlerin gefällt die Atmosphäre im „Honnes“

„Ist es nicht wunderschön hier?“ schwärmt die Malerin, die seit eineinhalb Jahren in dem Fachwerkhaus arbeitet. „Das ist eine einmalige, zauberhafte Atmosphäre hier. Das vermutet man gar nicht, wenn man unten vorbei läuft.“

Doch Andrea Müller malt nicht nur selber, sie unterrichtet auch. Da die Coronabestimmungen gelockert worden sind, geht das jetzt auch wieder. Kleingruppen haben Platz im Atelier – „maximal drei Plätze auf einmal“, sagt Müller. Da es mehr Interessenten gibt, „finden die Kurse eben öfter statt.“

Müller möchte Grundwissen weitergeben

Gelernt hat Müller bei dem Essener Maler und Designer Günter Sponheuer, „und diese Schule möchte ich gerne weitergeben“, sagt die Künstlerin. „Denn ich habe das Gefühl, dass die Grundbegriffe der Malerei so langsam ein bisschen flöten gehen.“

Was sie damit meint, springt Besuchern und Kursteilnehmern direkt ins Auge: Auf der Eingangstür prangt ein Zitat von Pablo Picasso, das Andrea Müller sich zu Herzen genommen hat: „Lerne die Regeln wie ein Profi, damit Du sie wie ein Künstler brechen kannst.“

Im „Honnes“ hat „einfach alles gepasst“

Bevor die Malerin im „Honnes“ landete, hatte sie bereits an drei verschiedenen Standorten gearbeitet. „Ich bin gerne im Alldiekunst-Haus tanzen gegangen“, erzählt sie und auf dem Rückweg sei sie dann durch die Altstadt runter zum Froweinplatz gegangen.

„Ich habe mich dann immer umgeschaut und mir gesagt: Wenn ich nochmal ein Atelier aufmache, dann hier in Langenberg.“ Eine Woche später hielt sie die Schlüssel für den „Honnes“ in der Hand. „Das passte einfach. Selbst die Hausnummer.“ Denn ihr Atelier hieß schon immer „Atelier 12“ und „der ,Honnes’ liegt an der Hellerstraße 12. Perfekt, oder?“ sagt sie und lacht.

Nun hofft sie, dass nach der Coronazwangspause die Kurse wieder anlaufen. „Es dürfen auch gerne neue Leute vorbeischauen“, wirbt Andrea Müller, „gerne auch aus Langenberg noch mehr.“ Denn bislang kommt der überwiegende Teil von außerhalb – aus Essen oder Hattingen.

Pappe als Untergrund

Andrea Müller selber malt aktuell auf eher ungewöhnlichem Untergrund – nämlich auf Pappe. „In der Corona-Zeit habe ich keine Leinwand bekommen“, erzählt sie. Aber in Bonsfeld habe sie gesehen, wie zwei junge Männer große Pappen in einen Container werfen wollten.

„Da habe ich angehalten und gesagt: Stopp! Die brauche ich.“ Nun also liegen die großen Pappen im Atelier. Sie grundiert, anschließend folgen Formen und Farben. „Ich finde es schön, wenn der Untergrund so ein bisschen durchkommt“, sagt Müller und zeigt auf die Struktur der Pappe, die sich durch die Farbe abzeichnet.

„Als Bildträger finde ich das Material total gut.“ Auch weil sich ihre Maltechnik nicht ändern muss: „Ich fange mit Acryl an, höre mit Öl auf.“ Und ihr nächstes Projekt? „Ich plane ein Großformat“, sagt Müller. Ein halbes Jahr brauche sie etwa dafür. Im November soll es losgehen.

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