Dom-Jubiläum

Künstler zeigen im Dom Fotos zum Thema „Gott“

Der Foto-Künstler Marc Sander verbindet mit dem Dom auch viele Kindheitserinnerungen. Seine Fotos zeigen den Innenraum des Gotteshauses aus ganz besonderen Blickwinkeln.

Foto: Uwe Möller

Der Foto-Künstler Marc Sander verbindet mit dem Dom auch viele Kindheitserinnerungen. Seine Fotos zeigen den Innenraum des Gotteshauses aus ganz besonderen Blickwinkeln.

Neviges.   „No picture of God“ heißt eine Foto-Ausstellung von acht Künstler der Freien Akademie aus Essen, die am 30. Juni 2018 im Dom eröffnet wird.

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„Dieses Haus selbst ist ja ein Kunstwerk, es geht eine unglaubliche Kraft davon aus. Umso größer ist für uns die Herausforderung.“ Christiane Hantzsch ist Leiterin der Künstlerklasse für Fotografie an der Freien Akademie der Bildenden Künste Essen. Ihre Klasse zeigt ab Samstag Fotos in „diesem Haus“, dem Dom. Titel der Ausstellung: „No Picture of God“.

Kein Bild von Gott, oder wie es im 4. Buch Moses heißt: „Du sollst dir kein Gottesbild machen.“ Das Bibelzitat bedeutet für die acht Künstler – einige studieren noch, andere haben bereits ihren Abschluss in der Tasche – eine „ganz spannende Sache“, sagt Absolventin Elke Schmidt und schaut dabei prüfend auf die graue Betonwand hinter dem Altar. Ist das der richtige Platz für ihre unzähligen Gottesbilder? „Ich hab bei Google picture of God eingegeben, bin dann auf Bildersuche gegangen.“ Das Ergebnis: viele kleine Fotos, mal mythologische Götter, viele Bilder aus dem Bereich Kunst. Elke Schmidt schaut prüfend auf die Betonwand direkt hinter dem Altar. Ist das der richtige Platz für so viel Gott? „Das Licht muss ja auch stimmen, das ist hier nicht so ganz einfach. Aber auf jeden Fall spannender als ein weißer Raum mit vier Wänden.“

Pfarrer möchte Kunst in die Kirche bringen

Dass die acht Studierenden an diesem „ganz besonderen Ort“, so betonen sie immer wieder, kreativ sein dürfen, haben sie ihrer Kommilitonin Karola Teschler zu verdanken. Das engagierte Gemeindemitglied ist unter anderem Präsidentin des internationalen Künstlernetzwerkes „European Artists“. Was auch Wallfahrtsleiter Bruder Frank weiß, dem bei den Vorbereitungen zum Jubiläumsjahr ein paar besondere Kunst-Aktionen vorschwebten.

Für die Ausstellung auch Kinder in der Kita befragt

„Er fragte mich, was man denn machen könnte. Leute von European Artists kommen schon im Oktober. Ich fotografiere ja jetzt auch, da hab ich an uns gedacht.“ Ihr Motiv: Kinder des katholischen Kindergartens, die sie mit der Frage konfrontierte: Wie seht ihr Gott? Die Antworten malten die Kinder auf Schiefertafeln: Etwa Häuser hoch über den Wolken, „denn Gott wohnt ja im Himmel“, so hatte der kleine Künstler erklärt. Manche mochten es weniger impressionistisch. „Der liebe Gott ist überall“ – da kann man wild drauflos malen.

Eine Künstlerin inspirierte das Gebet „Vater Unser“

Goldgeld ist Gott in der Fotoreihe „Farben eines Gebets“, von Angelika Lueb. „Ich hab mich vom Vater Unser leiten lassen.“ Ihre Fotos zeigen die Farben Goldgelb, Rot für das Leben, Blau für den Himmel. Wer sie anschaut, sieht sich selbst: „Anreiz zur Selbstreflexion.“

Spuren, die Menschen in 50 Jahren im Dom hinterlassen haben, hat sich Kursleiterin Christiane Hantzsch als Thema ausgesucht. „Sehen Sie, hier, Ruß von Kerzen.“

„Der Dom war als Kind für mich wie ein Zaubertuch“

Eine Foto-Ausstellung in „seinem Dom“, das hätte sich Marc Sander, der bereits seinen Abschluss gemacht hat, nie träumen lassen. „Wenn ich als Kind früher von Velbert aus nach Neviges kam, sah der Dom für mich immer aus wie ein großes Zaubertuch, das später weggerissen wird. Man ist gespannt, was darunter ist“ So nahm Marc Sander als Steppke die raffinierte Falt-Konstruktion des Daches wahr. In der Ausstellung geht es ihm um die „Ästhetik der Funktionalität“, seine Fotos zeigen Details im Innenraum des Gotteshauses aus einem besonderen Blickwinkeln. Was er auch nie gedacht hat: Mit der Bohrmaschine in den Dom zu kommen. „Kleine Löcher dürfen wir machen.“

DIE AUSSTELLUNG LÄUFT BIS ZUM 17. AUGUST

„No picture of God“ wird am Samstag, 30. Juni, um 17 Uhr eröffnet. Dann sind auch die Künstler anwesend und freuen sich auf ein Gespräch mit den Besuchern. Der Austausch ist ihnen wichtig.

Die Ausstellung läuft bis zum 17. August. Öffnungszeiten: täglich von 8 bis 18 Uhr. Möglichst nicht zu Gottesdienst-Zeiten.

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