Radio-Projekt

Kokobe Velbert hat eine Sendung fürs Extraradio produziert

Werner

Werner

Foto: Uwe Möller

Velbert-Mitte.   Bei der Kokobe haben Menschen mit verschiedenen Behinderungen eine Redaktion gegründet. Ihre Beiträge werden vom Extraradio in die Welt gesendet.

Ihre Feuerprobe haben Peter M.* und Martina P.* bestanden. Ausgerüstet mit Mikrofon und Aufnahmegerät haben die beiden den Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, Jürgen Dusel, und Staatssekretärin Kerstin Griese für das Radio interviewt. Die beiden Menschen mit geistigen Einschränkungen haben an einem gemeinsamen Radioprojekt von Kokobe und Extra-Radio teilgenommen. „Das war ganz schön aufregend“, sagt Peter M.

Voll ist es an diesem Abend bei der Kokobe. Die acht Redaktionsmitglieder haben sich zu ihrer letzten Redaktionssitzung – der insgesamt fünften – getroffen. Begleitet werden sie von Werner Miehlbradt von Extraradio und Farina Gießmann von der Kobobe-Nord, einer Abteilung von Pro Mobil.

Erfahrungen gemacht

Alle haben Erfahrungen mit dem Medium Radio gemacht. Markus K. hat sich ein Herz genommen und ausgestattet mit dem Mikro Besucher des WfB-Adventsmarkts gefragt, warum sie den Markt mögen. „Ich war richtig aufgeregt und musste mich überwinden“, erzählt der Rollstuhlfahrer der Runde. Aber es hat geklappt.

Interviews sorgfältig vorbereitet

In den Redaktionssitzungen zuvor haben die Teilnehmer die Interviews gründlich vorbereitet. Es wurden die technischen Geräte erklärt, die für Radiointerviews notwendig sind, und Themen gesucht, die für die Zuhörer interessant sind. So wollte Peter M. vom Bundesbehindertenbeauftragten wissen, warum die Demokratie Inklusion braucht und warum manche Behinderte nicht wählen dürfen. Von Volker S. wurde bereits eine Veranstaltungsansage auf Extraradio gesendet. Miehlbradt hat den kurzen Beitrag technisch bearbeitet – er war nahezu perfekt, wie sich die Mitglieder der Redaktionsrunde in einer Hörprobe überzeugen konnten.

Das Radioprojekt wird fortgesetzt

Alle waren sich einig, dass dies nicht die letzte Redaktionskonferenz bleiben sollte, dass das Radioprojekt weitergehen soll. Denn es gibt noch zu viele Themen, die den Menschen mit Einschränkungen unter den Nägeln brennen, wie sich schnell herausstellte.

Viele Themen

So könnten sich die E-Rollstuhlfahrer einen Praxis-Test der Legorampen vor hiesigen Geschäften vorstellen. „Das ist ja auch ein Thema für Frauen mit Kinderwagen oder Menschen mit Rollatoren“, so Martina G.*, der die Barrierefreiheit am Herzen liegt. „Ich kenne mehrere Läden in der Stadt, die haben zwar Behindertentoiletten, aber drei Stufen vor dem Eingang, so dass kein Rollifahrer hineinkommt.“ Aber für viele Menschen mit Einschränkungen sei auch die Sprache eine Barriere, fügt sie hinzu und plädiert für eine einfache Sprache auch bei Behördenformularen. Themen gibt es also zuhauf. Deshalb geht es am im Januar weiter mit der Redaktion.
(* Namen der Redaktion bekannt)

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