Kultur

Klezmer-Trio begeistert in der Gesamtschul-Aula

Magda Brudzińska singt und spielt Violine, Akkordeonspieler ist Marcin Wiercioch und Piotr Południak spielt Kontrabass.

Foto: Ulrich Bangert

Magda Brudzińska singt und spielt Violine, Akkordeonspieler ist Marcin Wiercioch und Piotr Południak spielt Kontrabass. Foto: Ulrich Bangert

Velbert-Mitte.   Das Magda Brudzińska Trio macht auf seiner Tour Zwischenstopp in der Aula der Gesamtschule Velbert. Kontakt zu den Musikern besteht schon lange.

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Zu einem ganz besonderen Abend hatte der Arbeitskreis gegen Rechtsradikalismus in die Aula der Gesamtschule Velbert geladen. Schließlich besteht nicht oft die Möglichkeit, ein Klezmer-Konzert in der Umgebung zu besuchen.

Kontakt besteht seit 15 Jahren

Das Trio, bestehend aus der Sängerin und Violinenspielerin Magda Brudzińska, dem Akkordeonspieler Marcin Wiercioch und Piotr Południak am Kontrabass, war die vergangenen Tage im Ruhrgebiet auf Tournee. Die Kooperation mit der Band entstand durch den Projektkurs der Gesamtschule. Bei der seit 15 Jahren stattfindenden Gedenkstättenfahrt nach Berlin, Auschwitz und Krakau bestreiten die Teilnehmer eine Reise in die Vergangenheit und gleichzeitig an den Ort schrecklicher Verbrechen des NS-Regimes. Als Abschluss dieser sehr bewegenden Kursfahrt ist es schon zur Tradition geworden, am letzten Abend im „Klezmerhois“, einer Bar, das Klezmer-Konzert zu besuchen.

Verschmelzung von Klassik und Moderne

Das Trio lässt Tradition und Moderne verschmelzen, indem es Jazz, Klassik und Pop in klassische Klezmermusik einbaut. Magda selbst sagt, dass man eine Verbundenheit und Liebe zu dieser Musik braucht, um sie zu spielen. Und so beginnt sie auch ihren auftritt: Mit viel Liebe. Denn – wie sie erläutert – seien „Love and Peace“ die wichtigsten Dinge auf dieser Welt.

Die Zuhörer werden munterer

Der zweite Song an diesem Abend handelt nicht von Liebe direkt, aber vom „geliebten Geld“ und wie es ist, wenn mal keins mehr da ist. Spätestens bei diesem Stück fällt auf: Die Sängerin kombiniert gleich mehrere Sprachen. Magda bedient sich an Jiddisch, Roma, Serbisch und Mazedonisch. „I love you all“, leitet sie die nächste Nummer ein. Es folgt ein schnelles und freches Stück, bei dem einige Zuschauer mitwippen. Die drei Künstler schaffen es mit ihrer sehr abwechslungsreichen Musik, die die insgesamt 200 Gäste zu verzaubern. Danach folgt eine Verschnaufpause.

Pause mit Häppchen und CD-Verkauf

Bei einem kleinen Häppchen und kühlen Getränken wird sich über die Eindrücke ausgetauscht. Außerdem liegen einige CDs der Band zum Verkauf aus. Erste Zwischenstimme: „Schön, gefühlvoll und wahnsinnig talentiert“, beschreibt Schülerin Annika das Auftreten der Sängerin. Auch Holger John, einer der Projektkursleiter, hat die Band schon viele Male in Krakau erleben dürfen. „Auch wenn die Atmosphäre in der Aula nicht mit der in der Kneipe zu vergleichen ist, hat mir die Musik sehr gefallen. Die Fremdheit, nämlich dass man solch einen Auftritt nicht so oft geboten bekommt, macht das Ganze interessant“, beschreibt er.

Im Saal darf getanzt werden

Nach der Pause wartet Thomas Badstieber, Leiter des zweiten Projektkurses, mit einer kleinen Info. „Ich wurde gefragt, ob man nicht auch mittanzen darf. Natürlich darf man das und wem es zu peinlich ist vor dem Publikum zu tanzen, für den ist hinter den Stuhlreihen genug Platz.“ Auch die Band schmunzelt über die Tanz-Nachfrage. Einige Zuschauer ergreifen diese Option und verschwinden nach hinten. Dort genießen sie die nächsten Stücke bei gemütlichem Paar- oder Gruppentanz. Vor dem Publikum verstecken konnten sich die Tänzer jedoch nicht, wie ein kräftiger Applaus mitten im Lied beweist.

Publikum fordert Zugabe

Als Abschluss des Abends präsentiert das Trio einen Song, „welcher bis jetzt auf jedem guten Konzert gespielt wurde“, sagt Sängerin Magda Brudzińska. Das letzte Stück war es jedoch nicht, da die Zuschauer mit viel Jubel und Gepfeife eine Zugabe fordern. „Großartig“, meint Thomas Badstieber, „das hier ist ein richtiges Konzert und keine Nebenbei-Unterhaltung wie in Krakau. Das ist die Creme de la Creme!“ Auch den anderen Gästen scheint es sehr gefallen zu haben. „Es war außergewöhnlich wundervoll“, fasst Zuschauerin Frieke zusammen.

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