Arbeitsmarkt

Kitas in Velbert sind mit ausreichend Fachkräften besetzt

Vom Fachkräftemangel keine Spur: In der Kolping-Kita sind auch schon die Kleinen echte Experten.

Vom Fachkräftemangel keine Spur: In der Kolping-Kita sind auch schon die Kleinen echte Experten.

Foto: Uwe Möller

Velbert.   Frühe Bildung zählt zu den zuwachsstärksten Branchen. Aufgrund der steigenden Nachfrage könnte mittelfristig aber ein Fachkräftemangel drohen.

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Kita-Plätze sind heiß begehrt. Die fürsorgliche Betreuung der Kleinsten durch Fachpersonal ist besonders für Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind, bei der Bewältigung des Alltags unerlässlich. Laut den Ergebnissen des Fachkräftebarometers Frühe Bildung 2017, die die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) jüngst in Berlin präsentiert haben, droht bis 2025 ein akuter Fachkräftemangel in Kindertagesstätten. Aktuell ist die Lage in den meisten Velberter Kitas allerdings noch entspannt.

2025 fehlen tausende Fachkräfte

Der Arbeitsmarkt der Kindertagesbetreuung hat ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht: Wie die WiFF mitteilte, ist die Zahl des pädagogischen und leitenden Personals zwischen 2006 und 2016 bundesweit um 62 Prozent auf rund 571 000 Beschäftigte gestiegen. Mit einem Plus von 15 Prozent zwischen 2012 und 2015 hat sich der Teilarbeitsmarkt Frühe Bildung im Vergleich zum Gesamtarbeitsmarkt (+4%) deutlich besser entwickelt. Trotz des stark ausgebauten Ausbildungssystems der Frühen Bildung sagen die Experten bis zum Jahr 2025 einen gravierenden Fachkräftemangel voraus. Als mögliche Ursachen gelten der Geburtenanstieg, die Zuwanderung durch geflüchtete Familien und die anhaltend starke Nachfrage nach weiteren Plätzen für unter Dreijährige. Die WiFF rechnet damit, dass in knapp zehn Jahren ein Personalbedarf von mehreren zehntausend Beschäftigten entsteht.

In Velberter Kitas ist von einem Fachkräftemangel noch nichts zu spüren. „Wir haben alle Stellen besetzt“, sagt Claudia Schmidt, Fachberaterin der Kolping-Kitas. „Wir zahlen den Tariflohn und sind vielleicht auch deshalb ein attraktiver Arbeitgeber.“

Eleonore Brengelmann hat die Verantwortung für 80 Kinder zwischen vier Monaten und sechs Jahren. Die Leiterin der Awo-Kindertagesstätte an der Tönisheider Straße sieht ebenfalls keine akuten Probleme, warnt aber dennoch: „Ich weiß, dass der Träger oftmals Schwierigkeiten hat, Stellen zu besetzen.“ Klassische Quereinsteiger gebe es bei der Awo auch nicht, da eine pädagogische Ausbildung Voraussetzung sei. „Wir legen großen Wert auf Fachlichkeit und berufliche Erfahrung“, so Brengelmann, die sich allerdings mehr Erzieher wünschen würde. „Der Kontakt zu männlichen Mitarbeitern wäre besonders für Kinder wichtig, die ohne Vater aufwachsen.“

Die evangelische Kita „Wirbelwind“ sucht für die geplante Erweiterung aktuell nach qualifiziertem Personal. Leiterin Anja Rohde: „Das wird schwierig. Immer mehr administrative Aufgaben stellen eine Herausforderung dar. Da muss das Gehalt attraktiver werden.“

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