Kindergarten

„Kita und Musikschule“ sorgt für leuchtende Kinderaugen

Bewegungsspiele sind wichtig, um ein Gefühl für Rhythmus zu bekommen. Daher spielen sie eine große Rolle in dem Projekt „Kita und Musikschule“.

Bewegungsspiele sind wichtig, um ein Gefühl für Rhythmus zu bekommen. Daher spielen sie eine große Rolle in dem Projekt „Kita und Musikschule“.

Foto: Alexandra Roth

Velbert.   Seit zwei Jahren gibt es in der Velberter Kolping-Kita „Farbenspiel“ das Projekt „Kita und Musikschule“: Es sorgt für leuchtende Kinderaugen.

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„Wann kommt denn Frau Ortlinghaus wieder?“ Diese Frage hören die Mitarbeiterinnen der Kita „Farbenspiel“ an der Nevigeser Straße fast täglich. So großen Spaß macht es den Kleinen, mit der Musikpädagogin in altersgemischten Gruppen zu singen, zu tanzen, sich an Instrumenten auszuprobieren und Musik, Bewegung und Sprache ganzheitlich zu erfahren. Begrüßungs- und Abschlusslieder sind dabei der Rahmen für ein buntes Programm, das Katharina Ortlinghaus mit den Kindern gestaltet.

Zirkus kommt mit Kostümen und Klängen

Heute haben sie eine Manege aufgebaut, denn der Zirkus kommt in die Stadt: mit Zirkusdirektor, Clowns und Elefanten. Da simuliert die Handtrommel das Stampfen des Elefanten, das Klimpern der Chimes kündigt den Zirkusdirektor an, und mit dem Klang des Beckens fällt der Clown auf seinen dicken Popo. Keine Frage, dass die Kinder sich dazu auch verkleiden dürfen. „Die halbe Stunde ist immer viel zu kurz“, sagt Katharina Ortlinghaus. Kein Wunder: „Manche Geschichten gehen über mehrere Wochen. Letzte Woche haben wir mit dem Lied angefangen, heute kommen die Kostüme dazu und nächste Woche lernen wir einen Clownstanz.“

Rotarier und Barnhusen-Stiftung ermöglichen Projekt

Möglich gemacht wurde das Projekt durch Spenden der Rotarier; die Instrumente hat die Barnhusen-Stiftung finanziert. „Dort hat man auch Wert darauf gelegt, dass es wirklich gute Instrumente sind und sie vor Ort gekauft wurden“, sagt Kita-Leiterin Nicole Majer. „Da, wo unseren Mitarbeitern das Wissen fehlt, die Instrumente richtig einzusetzen, können auch sie das von Katharina Ortlinghaus lernen und ins Team tragen. So trägt sich das Wissen weiter.“ Davon profitierten die Fachkräfte dann beispielsweise bei der Gestaltung der Weihnachtsfeier. „Das Ganze wird in den Alltag integriert und macht Musik für die Kinder lebendig“, fasst Heike Jortzig, stellvertretende Leiterin der Musikschule, zusammen. Gerade im Kindergartenalter sei der Musikgeschmack noch nicht vorgeprägt und die Kinder noch lernfähig. „Es ist wichtig, die Kinder in diesem Alter zu erreichen, denn später sind die Tore dafür oft schon geschlossen.“

Angebot soll kostenfrei bleiben

Gerne würde die Musikschule das Projekt auf weitere Kitas ausweiten, doch dafür braucht es Sponsoren. Denn ein Bezahlangebot soll „Kita und Musikschule“ auf keinen Fall werden. „Es muss kostenfrei bleiben, um alle Kinder zu erreichen“, sagt Katharina Ortlinghaus. „Die Kinder bekommen das ja aus den anderen Gruppen mit und fragen danach – da kann ich doch nicht sagen: Nein, du darfst da nicht mitmachen.“

Manches Kind entdeckt eine Liebe fürs Leben

Die Kinder, davon sind alle Beteiligten überzeugt, profitieren auf vielen verschiedenen Ebenen von dem Projekt. „Sie erfahren mehr Selbstbewusstsein, und auch für die motorische Entwicklung ist es wichtig“, fasst es Nicole Majer zusammen. Und manches Kind entdeckt in der Musik sogar eine Liebe fürs Leben. „Als Musiklehrer kann man Kinder am längsten begleiten“, sagt Katharina Ortlinghaus. „Wenn ich Glück habe, spielt ein Kind aus einer meiner Kitagruppen mit 16 Jahren im Orchester. Dann war das hier der Start.“

>>MUSIKPÄDAGOGISCHES KONZEPT

  • Das Projekt basiert auf dem Orff-Schulwerk, einem musikpädagogischen Konzept für Kinder, entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Grundlage ist der kreative Umgang mit Musik, Sprache und Bewegung. Kinder sollen zum Singen, Spielen und Tanzen sowie zum Improvisieren angeregt werden.
  • Instrumente aus dem so genannten Orff’schen Instrumentarium sind u.a. Glockenspiel, Klangstäbe, Pauken, Trommeln, Becken und Rasseln.

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