Am Büdchen

Kiosk in Tönisheide: Anlaufstelle für Anwohner und Busfahrer

Cenk Catak in seinem Büdchen: Ab vier Uhr morgens ist er im Einsatz, den 15 Minuten später rollt der erste Bus des Tages an.

Foto: Funke Foto Services

Cenk Catak in seinem Büdchen: Ab vier Uhr morgens ist er im Einsatz, den 15 Minuten später rollt der erste Bus des Tages an. Foto: Funke Foto Services

Neviges.   Cenk Catak betreibt seit kurzem den Kiosk an der Bushaltestelle Tönisheide-Mitte. Nicht nur die Busfahrer haben ihn schon schätzen gelernt.

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Der Bus fährt ein, die Türen öffnen sich, Cenk Catak wartet auf das Winken des Busfahrers und bringt ihm dann seinen Kaffee mit zwei Stückchen Zucker. So ist es stündlich an der Bushaltestelle Tönisheide-Mitte zu beobachten.

Catak betreibt seit Kurzem hier den Kiosk, die meisten Busfahrer kennt er schon. Neben Kaffee sind es meist belegte Brötchen, die die Fahrer auf der Hinfahrt bestellt haben und nach dem Richtungswechsel am ZOB hier abholen. Um vier Uhr morgens schiebt er das Glasfenster zur Seite. „Ab dem ersten Bus um Viertel nach vier ist was los hier“, sagt er.

Tagsüber ist der Andrang unregelmäßig. Oft kommen Menschen vom gegenüberliegenden Discounter noch schnell rüber. „Ich glaube, viele kommen zu mir, weil sie dort nicht beim Alkoholkaufen gesehen werden wollen“, vermutet Catak. Bier geht regelmäßig vor der Mittagszeit über die kleine Fenstertheke. „Hier lernt man das Leben kennen, das stelle ich jeden Tag fest. Der Kiosk ist die beste Lebensschule.“ Gelernt hätte er zum Beispiel, nicht anschreiben zu lassen: „Der Kunde ist König, aber es gibt Grenzen.“

Erst vor drei Monaten hat Cenk Catak zusammen mit seiner Frau den Kiosk an der Bushaltestelle Tönisheide-Mitte gekauft. Der stand zuvor oft leer oder wurde nur kurze Zeit betrieben. „Wir bleiben erstmal hier“, verspricht er. Catak hat viel vor, er möchte umbauen: „Das ist alles zu verschlossen, die Leute müssen die neuen Auslagen sehen.“ Es gibt ein größeres Zeitschriftenangebot, Bustickets, belegte Brötchen und Teilchen. Kundin Marion V. gefällt das: „Endlich ist hier wieder ein Lädchen drin. Und dann noch so schön offen.“ Aber das sei nicht das Wichtigste: „Es kommt ja auch auf den Menschen dahinter an, der Herr ist sehr nett und berät auch gut.“

Catak kennt die Kunden-Wünsche

Sie kauft eine Packung Zigaretten, findet aber ihr Feuerzeug nicht. Catak schenkt ihr eine Schachtel Streichhölzer. Eine junge Frau tritt an das Ladenfenster. „Die roten, oder?“, fragt Catak, ohne dass sie etwas gesagt hat. So langsam kennt er seine Kunden, was ihm auch wichtig ist: „ Deshalb habe ich die ersten vier Monate alles allein gemacht, jede Woche hundert Stunden.“ Es mache Spaß, aber es sei auch anstrengend. Bald entlastet ihn eine Mitarbeiterin aus dem Kiosk am Siepen, den ebenfalls seine Frau und er betreiben.

Es brauche halt immer Anlaufzeit, aber Cenk Catak ist zuversichtlich: „Die Lage ist top, das wird gut hier“. Der Discounter gegenüber störe ihn nicht, im Gegenteil: „Je mehr Bewegung hier ist, desto mehr Kunden kommen auch“, sagt er. Außerdem könne man einen Kiosk ohne Parkplatz „eh vergessen“.

Am meisten freue er sich auf die belebte Fahrradtrasse im Sommer: „Ich möchte Stehtische aufstellen. Und ich würde gern eine Überdachung für Tische und Bänke hier aufbauen, damit hier im Sommer bei Eis und Getränk Pause gemacht werden kann.“

Geöffnet hat der Kiosk an der zentralen Bushaltestelle an der Nevigeser Straße (Fahrtrichtung Velbert-Mitte) montags bis freitags zwischen 4 und 19 Uhr, samstags von 6 bis 18 Uhr und sonntags von 8 bis 18 Uhr.

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