Schule

Kinder der Regenbogenschule lieben Pantomime-Unterricht

Hoch die Hände, dies ist eine Wand: Theaterpädagoge Peter Paul mag den Unterricht jeden Montag genau so gern wie die Zweitklässler.

Hoch die Hände, dies ist eine Wand: Theaterpädagoge Peter Paul mag den Unterricht jeden Montag genau so gern wie die Zweitklässler.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Neviges.  In der Regenbogenschule freuen sich Zweitklässler jeden Montag riesig auf stummen Unterricht: Pantomime Peter Paul muss fast nie um Ruhe bitten.

Auch ein Dieb kann nicht mal einfach so losstürmen und mal eben etwas klauen. „Hallo, was ist denn mit der Scheibe? Schon vergessen?“, ruft Peter Paul. Er darf an diesem Morgen im Unterricht der Zweitklässler als Einziger etwas sagen – ganz streng genommen. Jeden Montag gibt der Theaterpädagoge Peter Paul aus Münster in der Regenbogenschule im Siepen Pantomime-Unterricht. Gestik, Mimik, Körpersprache, all das wird hier in kleinen Stücken geschult. Aber wenn Erik, Sophia oder die anderen einfach mal vor Freude juchzen, dann strahlt auch Pantomime Peter Paul und lässt fünfe gerade sein. „Kinder sind unsere Zukunft, die sind einfach das Größte.“

Kinder entdecken Stärken

In vier Gruppen, jeweils zu acht, lernen die Kinder der Klassen 2 a und 2 b hier, dass man auch ohne Worte herrliche Geschichten erzählen kann. Und nicht selten wachsen die Kinder dabei über sich hinaus, entdecken ganz andere Seiten an sich, stellt der 63-jährige Theaterpädagoge immer wieder fest. Die Schüchternen springen über ihren Schatten, die sonst eher Kecken entdecken, dass es auch in der zweiten Reihe ganz schön sein kann. Klappe halten, aufpassen, Theater spielen – sie alle lieben diesen Unterricht.

Wiedersehensfreude nach den Ferien

Am Anfang ist es noch mal kurz richtig laut, vor allem, wenn die Wiedersehensfreude nach 14 Tagen Herbstferien so groß ist. „Hallo, Peter Paul“, ruft ein Junge begeistert, bevor alle einen großen Kreis bilden. „Erstmal die Hände aus den Taschen, wie sieht das denn aus, ist ja total unhöflich“, meint Peter Paul launig. Außerdem kann man dann auch gar nicht den „Stein“ weitergeben, die erste kleine Aufwärmübung an diesem Morgen. „Handfläche öffnen, schließen, öffnen, schließen.“ Sofort vergessen die Kinder zu schwatzen, konzentrieren sich auf ihre Hände und schon ist der imaginäre Stein einmal herum gegangen.

Alle Stücke selbst geschrieben

Schauspieler und Theaterpädagoge Peter Paul schreibt alle seine Stücke selbst, an diesem Morgen geht es um einen Einbrecher, der in einen Laden einbricht. „Wer will Polizist sein, wer Einbrecher und wer Dekorateur?“ Viele Finger schnellen in die Höhe, da hilft nur das gute, alte „Schnick, Schnack, Schnuck“. Erik, Jason und Lian machen das Rennen, für die anderen bleiben die Rollen der Schaufensterpuppen, die bestohlen werden.

Mal ist der Hut weg, mal ein Ring. Einbrecher Jason leistet ganze Arbeit, auch wenn er vergessen hat, vorher durch die Scheibe zu gucken. „Das machst du super“, ruft Peter Paul, und auch Lian hatte als Dekorateur seine Puppen vorher vorbildlich aufgestellt. Das überraschende Ende sei hier nicht verraten, es soll ja noch am Ende des Schuljahres eine Aufführung geben. „Dann tanz ich auf der Bühne“, sagt Sophia schüchtern. So, wie sie schon jetzt als Schaufensterpuppe da steht, hat auch Peter Paul keinen Zweifel: „Klar, du wirst die Ballerina.“

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