Wirtschaft

Kfz-Meisterbetrieb in Langenberg feiert Silberjubiläum

Detlef Gorzolka und seine Lebensgefährtin Cornelia Bauer vor ihrem Betrieb direkt am Langenberger Bahnhof. Seit 25 Jahren gibt es dort nun schon die Werkstatt mit Waschanlage und Kiosk.

Detlef Gorzolka und seine Lebensgefährtin Cornelia Bauer vor ihrem Betrieb direkt am Langenberger Bahnhof. Seit 25 Jahren gibt es dort nun schon die Werkstatt mit Waschanlage und Kiosk.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Seit 1995 ist Detlef Gorzolka mit seinem Kfz-Meisterbetrieb direkt am Bahnhof Langenberg ansässig. Doch der Anfang war kompliziert.

Die Kuh vor der Waschstraße von Detlef Gorzolka, sie ist nicht mehr wegzudenken vom Bahnhofsvorplatz. „Autowäsche – sauber wie geleckt“ wirbt das schwarz-weiß gefleckte Rindvieh um die Aufmerksamkeit der Langenberger.

„Die Lage hier ist 1a“, schwärmt der Inhaber, der neben der Waschanlage noch den Kiosk und einen Kfz-Meisterbetrieb im gleichen Gebäude betreibt – und der nun Grund zu Feiern hat: Am 1. Oktober besteht sein Betrieb nun schon seit 25 Jahren.

Kleine Überraschung für die Kinder

„Eigentlich wollte ich wegen Corona ja erst nichts machen“, sagt der 60-Jährige, „aber so ganz übergehen möchte ich das Jubiläum dann doch nicht.“ Heißt: Für seine Kundinnen und Kunden gibt es ein Sonderangebot für die Waschstraße, für die Kinder einen kleinen Überraschungskorb.

Die Corona-Zeit hat Gorzolka „einigermaßen überstanden“, sagt er, während er einen kleinen Rundgang übers Gelände macht. „Man merkt schon, dass es für manche Leute schwierige Zeiten sind“, sagt er und zählt auf: „Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit. Da muss die Autoreparatur schon mal warten.“

Kunden sind ihm durch die Coronazeit treu geblieben

Aber im Prinzip „sind mit die Kunden treu geblieben, das ist wichtig“, sagt er und begrüßt eben einen solchen Stammkunden. Kurz ein bisschen über den Familienhund geflachst, dann geht der Betriebsrundgang weiter. In der Werkstatt steht ein Wagen aufgebockt, die Motorhaube ist offen.

Direkt nebenan rauscht es – ein Fahrzeug ist gerade in der Waschanlage. Dass es hier heute so aussieht, wie es aussieht, das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn Detlef Gorzolka musste in den Anfangstagen kämpfen – vor allem mit Paragrafen und Vorschriften.

2003 komplett neu gebaut

1995 übernahm er die damalige Tankstelle, nur vier Jahre später entschied er sich, die Zapfsäulen abzubauen: „Die Auflagen der Ölgesellschaften waren einfach zu hoch“, sagt er. Im Jahr 2000 schließlich kaufte er das Gelände, riss drei Jahre später alles ab und wollte neu bauen.

„Aber“, sagt er und deutet in Richtung Kirche St. Michael, „ich gehöre hier noch zur Altstadt.“ Also galten die Regeln des Denkmalschutzes. Er musste unter anderem ein arg teures Pflaster für den Bereich vor dem Kiosk verbauen.

Seit 45 Jahren im Job tätig

„Und der Kracher“, sagt Gorzolka und schüttelt den Kopf, „ich sollte Holzrahmenfenster einbauen. In eine Waschanlage.“ Er lacht. „Die wird doch nie richtig trocken.“ Er kämpfte – und setzte sich durch. „Ich bereue nicht ein Jahr, das seit dem vergangen ist“, sagt er und strahlt über das ganze Gesicht.

Wieder kommt ein Kunde vorbei, kurzes Schwätzchen, dann erzählt er weiter. „Natürlich gab es Höhen und Tiefen. Aber die gibt es ja überall.“ Seit 45 Jahren arbeite er nun – „ununterbrochen“, betont Detlef Gorzolka – in seinem Beruf, „und das immer noch gerne. Das macht einfach Spaß.“

Und wie geht es weiter? „Na ja, mit 60 bin ich ja kein Jungspund mehr“, sagt er. Aber: „Ich bin gesundheitlich noch gut drauf, der Kopf macht mit.“ Er schaut sich um, „ein paar Jahre habe ich also noch.“ Und ohne Arbeit könne er ohnehin nicht: „Ich war mal 14 Tage krank und durfte nicht“, blickt er zurück. „Da bin ich fast verrückt geworden.“

Porsche vom Dach geklaut

Und dann fällt ihm doch noch eine Anekdote ein, erst kürzlich passiert. „Mir ist am helllichten Tag mein Porsche gestohlen worden“, sagt Detlef Gorzolka. „Ein 911er, Sonderedition.“ Er grinst verschwörerisch. „Der stand oben auf dem Carport hinter der Waschanlage“, erzählt er weiter. „War aber ,nur’ ein Modell.“

Trotzdem schade, findet der Jubilar. „Der hat sich da gut gemacht, hat jahrelang da gestanden. Nun ist er weg.“ Aber Detlef Gorzolka hat schon Ersatz gefunden: Die leere Stelle auf der Überdachung des Carports hat ein mindestens genauso spezielles Modell eingenommen: ein Formel-1-Ferrari.

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