Autobahn

Keine Lust auf Stau: Mann filmt Wendemanöver auf der A535

Wendemanöver auf der Autobahn bei Wülfrath

Auf der A535 hat es am Freitagmorgen einen Unfall gegeben. Ein Autofahrer filmte einen anderen, der auf der Autobahn wendete.

Auf der A535 hat es am Freitagmorgen einen Unfall gegeben. Ein Autofahrer filmte einen anderen, der auf der Autobahn wendete.

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Velbert./Wülrath./Wuppertal.  Am Freitagmorgen war die A535 bei Wülfrath gesperrt. Bald taucht bei Facbeook ein unglaubliches Video auf. Es zeigt ein gefährliches Manöver.

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Aufregung am Freitagmorgen im sozialen Netzwerk Facebook: Ein Nutzer hat in eine Gruppe, in der sich Interessierte aus Niederberg zusammengeschlossen haben, ein Video hochgeladen. Zu sehen ist eine Autobahnszene, Dämmerung, der Verkehr steht. Dann kommt ein Auto ins Bild, das entgegen der Fahrtrichtung die Auffahrt hinauffährt. Hat da jemand einfach auf der Autobahn gewendet, um dem Stau zu entgehen?

Die Gruppenmitglieder diskutieren rege. Der Ersteller betont in seinem Post, dass er nicht beim Autofahren gefilmt habe, sondern eine Handyhalterung verwendet habe. Andere fordern ihn auf, das Video der Polizei zur Verfügung zu stellen. Viele ärgern sich über den Geisterfahrer. Wenig später ist das Video aus dem Netz verschwunden.

Nutzer stellt das Video zur Verfügung

Auf Nachfrage stellt der Nutzer uns den kurzen Clip zu Verfügung. Wegen der Diskussion in der Gruppe habe er es gelöscht, ärgert sich aber maßlos über die "Idiotie" des Fahrers. Aus datenschutzrechtlichen Gründen haben wir das Nummernschild von unbeteiligten Verkehrsteilnehmern unkenntlich gemacht.

Wendemanöver auf der Autobahn bei Wülfrath

Auf der A535 hat es am Freitagmorgen einen Unfall gegeben. Ein Autofahrer filmte einen anderen, der auf der Autobahn wendete.
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Er berichtet weiter, dass der Autofahrer auf die gesperrte A 535 aufgefahren sei, dann offensichtlich den Stau bemerkt habe und schließlich in mehreren Zügen gewendet habe. Daraufhin habe er die Aufnahme gestartet.

Autobahn war über eine Stunde voll gesperrt

Eine Nachfrage bei der Polizei ergibt, dass es am Freitagmorgen um 7.40 Uhr auf der A535 geknallt hat: Ein Gelsenkirchener hatte einen „Alleinunfalll“ wie die Polizei es nennt, musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei ermittelt die Unfallursache. Über eine Stunde war die Autobahn in Höhe Wülfrath deshalb voll gesperrt. Gut möglich, dass das Video dort entstanden ist.

Ein Sprecher der Düsseldorfer Polizei, die in diesem Fall zuständig ist, kennt das Filmchen zum Gesprächszeitpunkt nicht, kann es deshalb nicht kommentieren. Klar sei aber – ungesehen – dass das Wenden auf der Autobahn streng verboten sei, der Bußgeldkatalog sehe eine Geldstrafe und Punkte in Flensburg vor. Wen die Polizei erwischt, zahlt mindestens 75 Euro, bei einer besonderen Gefährdung werden 90 Euro fällig, kommt es zu einem Unfall 110 Euro. Der Sprecher macht auch deutlich: "Da wirken massive Kräfte aufeinander. Selbst, wenn ein Verkehrsteilnehmer "nur" 40 km/h fährt, kommt ihm ein anderer mit 120 Sachen entgegen, kann das sehr übel ausgehen."

Ähnlicher Fall aus Essen ging für den Filmer nicht gut aus

Aber: auch das Hantieren mit einem Handy am Steuer sei gefährlich und verboten. Der Urheber betont jedoch im Gespräch mit der Redaktion, dass das Gerät, mit dem er gefilmt habe in einer Halterung war, die Kamera konnte er per Sprachsteuerung aktivieren. Hätte er die Hände am Gerät gehabt, hätte sich der Beobachter hier wohlmöglich selbst strafbar gemacht hat.

Ein ähnlicher Fall erweckte kürzlich in Essen Aufsehen: Jemand filmte ein Auto, das auf der Busspur neben der A40 fuhr – das ist nicht erlaubt. Die Essener Polizei fahndete aber später nach dem Urheber des Videos, der offensichtlich während der Autofahrt gefilmt hatte. Das ist laut Bußgeldkatalog teurer, als das Nutzen der Busspur als Autofahrer.

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