Kostümsitzung

Karnevalisten feiern im Tempel der radikalen Alaafisten

„Rocky“ – auf der Kostümsitzung der KG Grün Weiß Langenhorst mal ein klein wenig anders inszeniert

„Rocky“ – auf der Kostümsitzung der KG Grün Weiß Langenhorst mal ein klein wenig anders inszeniert

Foto: Stefan Arend

Velbert.   Die KG Grün-Weiß Langenhorst feiert ihre Kostümsitzung im Forum. Und eindringlich beschwören die Jecken dabei das Verbindende im Karneval.

Mit offensivem Frohsinn gegen die bedrückende Weltlage: So könnte man die Kostümsitzung der Karnevalsgesellschaft Grün-Weiß Langenhorst (GWL) am Samstag zusammenfassen. Es gebe viel zu viele Miesmacher da draußen, sagte etwa Sitzungspräsident Marc Ratajczak zu Beginn auf der Bühne im Forum Niederberg, „zu viele Demonstrationen gegen etwas. Der Karneval ist eine Demonstration für etwas: für das Leben und das Zusammensein!“

Mit laut Verein 390 verkauften Karten war der Saal ziemlich voll mit Panzerknacker, Pantomime, Rotkäppchen, Sternenflotten-Offizier und mit Bürgermeister Dirk Lukrafka (CDU) im Kreuzritter-Kostüm. Die Sitzung ging mit großem Kostüm- und Choreografie-Aufwand los. Unter anderem zu den Musicaltiteln „Cats“, „Starlight Express“ und „Grease“ fuhr die Karnevalsgesellschaft für die Eröffnungsshow 79 Mitglieder zwischen 5 und 62 Jahren auf. Besonders bejubelt: die Hebefiguren bei „Dirty Dancing“ und „Tarzan“ und für die Männer, die sich für „Rocky“ als Boxer oben ohne zeigten.

Flotte Sohle auf der Bühne

Zu Besuch „im Tempel der radikalen Alaafisten“, wie Ratajczak das Forum an diesem Abend nannte, war unter anderem die KG Urgemütlich, die in diesem Jahr das erwachsene und das jugendliche Prinzenpaar stellt. Marcel I. und Marilena I., beide in der Kindergarde aktiv, legten zu „Polka, Polka, Polka“ eine flotte Techno-Sohle auf die Bühne. Das erwachsene Prinzenpaar Christian II. und Natalie I. ist ebenfalls Garde-aktiv. Auch die beiden betonten ganz ernsthaft, dass Karneval verbinden solle. Es sei eine Zeit, um zu sehen, „was in Velbert alles für nette Menschen herumlaufen“, sagte Natalie I.

Die Band Take Four and More begleitete das Abendprogramm, bis später DJ Thomas übernahm. Zwischen den vereinseigenen Beiträgen trat auch Klaus Bömeke als Feuerwehrmann Kresse auf und machte Witze über seine Figur, seine Frau und seine Feuerwehr-Kollegen. Und einen über die Frisur von US-Präsident Donald Trump.

Die KG Grün-Weiß feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. Und es sieht ganz gut für sie aus, wenn man den Vorsitzenden Frank Engel fragt. Der Verein habe seine Jugendarbeit verstärkt, erfolgreich im Bekanntenkreis geworben. Seit 2015 hätten die Grün-Weißen ihre Mitgliederzahl von 70 auf 110 erhöht. Besonders freuen sie sich über den Männeranteil, der bei der diesjährigen Show auf neun gestiegen ist. „Insgesamt haben wir den Verein auf sehr, sehr gesunde Füße gestellt“, findet Engel.

Alles begann 1947 im Wiener Hof

Die KG Grün-Weiß gründete sich 1947, als „die jugendliche Bevölkerung des Langenhorstes nach einer Lösung suchte, das tägliche Einerlei zu unterbrechen und für Unterhaltung und Fröhlichkeit zu sorgen“, heißt es auf der Internetseite des Vereins. „Mit selbstgebastelten Papiermützen und Alkohol aus eigener Herstellung wurde im Wiener Hof mit einfachen Mitteln ein erfolgreiches Fest gefeiert.“ Am Samstag fielen die Kostüme etwas üppiger aus: Im Kostümwettbewerb kürte der Verein eine Gruppe junger Frauen, die sich als Rock-Vampire verkleidet hatten.

Eine Fotostrecke gibt es auf www.waz.de/velbert

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