Zu Gast bei der WAZ

Kampf gegen Rechts ist oberstes Thema

Silke Iffländer war früher Betriebsratschefin im Klinikum Niederberg. Bei ihr melden sich immer noch Mitarbeiter. Sie wollen weg und monieren mangelnde Wertschätzung.

Silke Iffländer war früher Betriebsratschefin im Klinikum Niederberg. Bei ihr melden sich immer noch Mitarbeiter. Sie wollen weg und monieren mangelnde Wertschätzung.

Foto: Socrates Tassos

Velbert.   Silke Iffländer ist neue Vorsitzende des DGB im Kreis Mettmann. Sie sagt: Nur viele zusammen können bessere Bedingungen erreichen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) im Kreis Mettmann hat einen neuen Vorstand. Den Vorsitz übernimmt nach Dirk Sondermann jetzt Silke Iffländer. Sie ist für die Dauer von vier Jahren gewählt worden. Die 47jährige gelernte medizinisch-technische Assistentin war früher vor Ort in Velbert im Klinikum Niederberg beschäftigt und dort neun Jahre als Betriebsratsvorsitzende aktiv. 2012 wechselte Iffländer zur Gewerkschaft Verdi, Bezirk Wuppertal/Niederberg. Noch bis zum Jahresende arbeitet sie dort als kommissarische Geschäftsführerin.

Silke Iffländer lebt und wohnt nach wie vor in der Losenburg. WAZ-Redakteur Klaus Kahle sprach mit ihr über ihr neues Amt und ihre Pläne.

Welche Rolle spielt der DGB im Kreis Mettmann?

Er wird noch zu wenig wahrgenommen. Das will ich ändern. Zum Beispiel planen wir öffentliche Veranstaltungen. Die erste ist gegen Rechts.

Welches sind seine wichtigsten Aufgaben und Funktionen?

Er ist die Dachorganisation von acht Einzelgewerkschaften und bündelt deren Positionen.

Welches politische Signal kann man von Ihnen erwarten?

Nach den jüngsten Wahlergebnissen ist auf jeden Fall der Kampf gegen Rechts oberstes Thema. Mir persönlich liegt auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf am Herzen. Und natürlich die Rentenfrage.

Wenden Sie sich neuen Aufgabenfeldern zu?

Wir wollen und müssen uns um die Integration von geflüchteten Menschen hier in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt kümmern und um die Kinderarmut.

Brauchen wir heute eigentlich überhaupt noch Gewerkschaften?

Aber sicher! Ein einzelner kann sich ja nicht für gute Arbeits- und Lebensbedingungen einsetzen. Das können wir nur erreichen, wenn wir viele sind.

Noch ein Wort zu Verdi: Schadet das Vorgehen gegen verkaufsoffene Sonntage dem stationären Einzelhandel – vor allem aber seinen Beschäftigten – letztlich nicht mehr, als es Arbeitnehmervertretern lieb sein sollte?

Vergessen Sie bitte nicht, bei Sonn- und Feiertagen geht’s auch immer um Entgrenzung von Arbeitszeiten. Wir stehen aber auch für vernünftige Lösungen mit Augenmaß. Über die Details werden wir uns unterhalten, wenn zum Jahreswechsel die neue Verdi-Struktur steht. Ab Januar 2018 gibt’s dann den neuen Bezirk Düssel-Rhein-Wupper. Er umfasst die drei Bezirke Düsseldorf, Rhein-Wupper und Wuppertal/Niederberg.

Bekommen Sie noch was von der Entwicklung im Klinikum Niederberg mit?

Ja. Ich bekomme jede Woche Anrufe von Mitarbeitern, die sich um Aufhebungsverträge bemühen, weil sie da nach vielen Jahren weg wollen. Sie vermissen vor allem Wertschätzung.

Hat es aus Ihrer Sicht eine realistische Alternative zum Verkauf an Helios gegeben?

Ich glaube nicht. Velbert und Heiligenhaus hätten aus eigener Kraft den unbedingt notwendigen Neubau nicht stemmen können. Nach wir vor kritisiere ich aber die Entscheidung, ausgerechnet an Helios als weltweit agierendem Konzern zu verkaufen.

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