Kultur

Kabarettistin Eva Eiselt erheitert mit Tiefgründigem

Die Kabarettistin Eva Eiselt überzeugte ihr Publikum in der Vorburg

Die Kabarettistin Eva Eiselt überzeugte ihr Publikum in der Vorburg

Foto: Schloss Hardenberg. / Editha Roetger

Neviges.  Die Kölner Kabarettistin Eva Eiselt überzeugte ihr Publikum in der Vorburg. Das schaute nicht nur zu, sondern musste auch einiges üben.

„Was mache ich eigentlich?“, Kabarettistin Eva Eiselt präsentierte in der Vorburg Schloss Hardenberg ihr Soloprogramm „Vielleicht wird alles viel leichter“, und beantwortete vor rund 60 Besucherinnen und Besuchern die Frage auch gleich selbst: „Witze über die Welt“. Die kamen dann, pointiert und kurzweilig erzählte sie von Google-Maps mit Origami, erläuterte den von ihr benutzten Faltstraßenplan. Sprach über Tagescreme, die sie nachts auflege, damit ihre Haut denke, es seit Tag, hin zu Demenzmitteln, die sie auch regelmäßig zweckentfremde. Vom ersten Moment an interagierte sie mit dem Publikum, das kaum aus dem Lachen herauskam.

Lachen in diversen Variationen

Dennoch übte sie mit selbigem das Lachen in verschiedene Varianten ein: das politisch inkorrekte Lachen, den Schenkelklopfer – „auch beim Nachbarn“ – sowie das hysterische Frauenlachen und den bergischen Tanten-Schrei. Eiselt wechselte ihre Rollen vom Party-Girl, das über das Leben sinnierte bis zum Großvater, der die Enkelin auf den Spielplatz begleitete. Schlag auf Schlag brillierte die Kölner Komödiantin und riss immer wieder Tiefgehendes an: „Viel von leicht ist dann irgendwann auch zu schwer.“

Die Eltern betreiben eine Kleinkunstbühne

Eva Eiselt telefoniert mit dem Ehemann, der kleinen Tochter und ihrem Sohn, „ich wollte unbedingt ein Kleinkind und einen pubertierenden Sohn spielen.“ Dann lacht sie: „Mittlerweile ist der pubertierende auch da, wo ich ihn hin gespielt habe.“ Die heute 44-Jährige Kölnerin stammt aus Bad Münstereifel-Nöthen, wo ihre Eltern eine Kleinkunstbühne betreiben. In Neviges war Eva Eiselt nun zum dritten Mal und kommt gerne wieder. Der Essenerin Monika Ladisch gefiel Eva Eiselt ausgezeichnet: „Es hört sich gut an und es gefällt, auf jeden Fall. Sie ist humorvoll und vielseitig.“ Das Spiel in den unterschiedlichen Rollen gefalle ihr. Trotzdem sei vieles sehr tiefgründig: „Doch, das finde ich schon besonders.“

Sie wäre später gern eine Kölschtheke

Das Hattinger Paar Heinrich Heymann und Andrea Schönfeld sahen die Künstlerin zum zweiten Mal: „Wir wussten, worauf wir uns einlassen.“ Schönfeld empfindet Eiselt als sehr temperamentvoll: „Sie verpackt ernste Themen, wie ich es im Kabarett erwarte.“ Und weiter ging es auf der imaginierten Party „Von hinten Chippendale und von vorne Gelsenkirchener Barock“, Frauenquoten waren Thema und die Natur. Eva Eiselt wurde zur Eiche und ließ sich über das geheime Leben der Bäume aus: „Jetzt ist nichts mehr geheim. Wie fühlt man sich wohl, wenn man zu Papier wird?“ Dann kam die Säge: „Wenn es gar nicht anders geht, dann wäre ich später gern eine Kölschtheke.“

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